Taktik im Krieg Drohnen aus Iran, Munition aus Nordkorea: Experte erklärt, wie Russlands Waffendeals den Krieg verändern

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Gernot Kramper (stern) Neben echten Kampfdrohnen wird der Iran vermutlich jede Menge Kamikaze-Drohnen, also Drohnen, die Sprengkörper ins Ziel bringen und damit auch zerstört werden, liefern. Und wenn Nordkorea entscheidet, dass ihre Produktion im nächsten halben Jahr nach Russland geht, dann ist das für Russland ein Riesenproblem.
Hendrik Holdmann (stern) Russland hat zahlreiche Drohungen aus dem Iran bekommen. Wie wird das den Krieg verändern?
Gernot Kramper (stern) Sie haben ja in der Beziehung zwei Meldungen gehabt Russland hat Drohnen aus dem Iran bekommen. Das ist schon länger angekündigt oder spekuliert worden. Und da sind wohl auch seit so ungefähr zehn, 14 Tagen diese Drohnen im Land. Dazu haben wir gehört, dass die Russen Munition und Ähnliches aus Nordkorea bekommen werden. Und da muss man klar sagen: Ein Tenor in den westlichen Medien ist, sich darüber kaputtzulachen, weil Putin ist verzweifelt. Er muss jetzt Munition aus Nordkorea kaufen und die Mullah-Drohen. Die sind technisch unzuverlässig und nicht so gut wie die israelischen. Ja, das ist alles super richtig. Aber man muss ja auch mal dran denken: Die Ukraine ist ja nur darauf angewiesen, dass sie Munition und Waffen aus anderen Ländern bekommt und zum Teil wirklich alten Schrott. Und die wirkliche Botschaft dahinter – da mag es Probleme mit einzelnen Drohnen geben, diese Drohnen müssen auch in das Luft Verteidigungssystem integriert werden, damit die russischen Raketen sie nicht sofort wieder abschießen und ähnliche Dinge; das wird zu Schwierigkeiten führen – aber der eigentliche Punkt ist ja die Zahl. Die Amerikaner sprechen von Hunderten von Drohnen. Und der Iran weiß ja, dass sie schlechtere Drohnen haben als die Amerikaner. Und sie haben dadurch reagiert, indem sie unmäßig viele davon produzieren, indem sie gewissermaßen die Väter der Schwarm-Attacke sind. Und das wird auf jeden Fall eine Auswirkung haben. Die iranischen Drohnen jetzt in die Tüte gesrprochen, sind ungefähr technisch so weit wie die türkischen, also nicht High-End. Aber die türkischen Drohnen waren ja auch sehr mächtig. Neben echten Kampfdrohnen wird der Iran vermutlich jede Menge Kamikaze-Drohnen, also Drohnen, die Sprengkörper ins Ziel bringen bringen und damit auch zerstört werden, liefern. Dadurch wird sich wahrscheinlich auch diese Zahl von Hunderten erklären. Und das ist für Russland ein probater Ersatz ihrer eigenen Cruise Missiles, die wertvoller sind, die teurer sind und die ihnen ja auch irgendwie zu Ende gehen. Das gleiche mit Korea. Und das Bedenkliche an dieser ganzen Sache ist das, dass diese beiden Länder bereit sind, ihre Rüstungsindustrie in den Dienst Putins zu stellen. Und das sind beides Länder, die durchaus eine Rüstungsindustrie haben, die für den großen Ernstfall ausgelegt ist. Das sind ja nicht Länder so wie wir, die so ein bisschen produzieren. Und dann könnte man vielleicht noch mal sonntags arbeiten oder so, aber alles muss da aufgebaut werden. Und das muss man klar sagen: Wenn Nordkorea entscheidet, dass ihre Produktion im nächsten halben Jahr nach Russland geht, dann ist das für Russland ein Riesen-Win. Und wenn die Mullahs entscheiden, dass sie ihre überschüssigen Drohnen und ihre Produktion nach Russland geben, dann hat Putin da einen ungeheuren Nachschub. Und für den Westen kommt der nächste Punkt: Diese Länder lassen sich ja nicht nur mit Öl und und und Rubel oder Dollar bezahlen, sondern die werden Technologietransfer haben wollen, und zwar Rüstungsindustrie in der Rüstungsindustrie. Das heißt, sowohl Iran wie auch Korea wird massiv vom russischen Know-how profitieren. Das ist jedenfalls meine Annahme. Also keine gute Entwicklung.
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