USA und Iran einigen sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe – aber bei der Umsetzung knirscht es gewaltig. Die Lage bleibt fragil. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Wichtige Updates
Tim Schulze
Israel: Werden Hisbollah weiter angreifen
Israel will nach Angaben seines Militärsprechers trotz der Waffenruhe im Iran-Krieg mit aller Macht weiter gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon kämpfen. „Im Libanon stoppen wir nicht und haben nicht für einen Moment gestoppt“, sagt Sprecher Effie Defrin in einer Videobotschaft.
Die jüngsten Angriffe auf die Hisbollah seien die größten seit Wiederaufflammen des Konflikts Anfang März gewesen. Man habe die Pläne dafür lange vorbereitet. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei Dutzende Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.
Die jüngsten Angriffe auf die Hisbollah seien die größten seit Wiederaufflammen des Konflikts Anfang März gewesen. Man habe die Pläne dafür lange vorbereitet. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei Dutzende Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.
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Tim Schulze
Zerbricht die fragile Waffenruhe an der Libanon-Frage? Der Iran beharrt hartnäckig darauf, dass Israel die Angriffe auf die Hisbollah im Libanon einstellt – weil es so in den Verhandlungen zum Waffenstillstand vereinbart worden sei. Die USA und Israel hingegen sehen den Libanon nicht als Part der Waffenstillstandsvereinbarung.
Jetzt hat sich US-Vizepräsident J. D. Vance zu der Streitfrage geäußert und die Haltung der USA bekräftigt. Dass der Iran davon ausgehe, sei ein Missverständnis, sagt Vance. „Weder wir noch die Israelis haben gesagt, dass dies Teil der Waffenruhe sein würde.“
Jetzt hat sich US-Vizepräsident J. D. Vance zu der Streitfrage geäußert und die Haltung der USA bekräftigt. Dass der Iran davon ausgehe, sei ein Missverständnis, sagt Vance. „Weder wir noch die Israelis haben gesagt, dass dies Teil der Waffenruhe sein würde.“
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Tim Schulze
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf bezeichnet das Waffenruhe-Abkommen und weitere Verhandlungen mit den USA als "unsinnig". Als Grund nennt er beim Onlinedienst X Verstöße der USA und Israels gegen den iranischen Zehn-Punkte-Plan, mit dem die Führung in Teheran in die Gespräche gegangen ist.
Konkret führt Ghalibaf die fortdauernden israelischen Angriffe im Libanon, das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum und den Widerstand Washingtons gegen das Recht des Iran auf die Anreicherung von Uran.
Konkret führt Ghalibaf die fortdauernden israelischen Angriffe im Libanon, das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum und den Widerstand Washingtons gegen das Recht des Iran auf die Anreicherung von Uran.
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Tim Schulze
USA: Straße von Hormus muss sofort geöffnet werden
Die USA drängen den Iran zur sofortigen Öffnung der Straße von Hormus. Präsident Donald Trump erwarte, dass die Meerenge "unverzüglich, schnell und sicher wieder geöffnet" werde, sagt die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt. Jede Schließung sei "völlig inakzeptabel".
Der Iran hat die Öffnung der Straße von Hormus im Rahmen der Waffenruhe-Vereinbarung mit den USA zugesagt. Seit Verkündung der Feuerpause in der Nacht zu Mittwoch durchquerten nach Angaben des Meeres-Beobachungsdienstes MarineTraffic aber nicht einmal eine Handvoll Schiffe die Meerenge.
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars ist die „Durchfahrt von Öltankern zuletzt wieder "vollständig unterbrochen". Als Grund nannte die Agentur den erneuten israelischen Angriff auf den Libanon. Dieser sei "ein Verstoß gegen die Waffenruhe".
Der Iran hat die Öffnung der Straße von Hormus im Rahmen der Waffenruhe-Vereinbarung mit den USA zugesagt. Seit Verkündung der Feuerpause in der Nacht zu Mittwoch durchquerten nach Angaben des Meeres-Beobachungsdienstes MarineTraffic aber nicht einmal eine Handvoll Schiffe die Meerenge.
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars ist die „Durchfahrt von Öltankern zuletzt wieder "vollständig unterbrochen". Als Grund nannte die Agentur den erneuten israelischen Angriff auf den Libanon. Dieser sei "ein Verstoß gegen die Waffenruhe".
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Tim Schulze
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betont, die Waffenruhe im Iran-Krieg sei „nicht das Ende des Kampfes“. Es sei vielmehr eine „Station auf dem Weg zum Erreichen aller unserer Ziele.“
Gleichzeitig sagt der Premier, Israel habe “noch Ziele zu erreichen, und wir werden dies tun”. Dies könne entweder durch eine Einigung oder eine Wiederaufnahme der Kämpfe geschehen. „Wir sind bereit, jederzeit die Kämpfe wieder aufzunehmen.“ Man habe weiter den „Finger am Abzug“.
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Rune Weichert
Irans Außenminister Abbas Araghtschi schreibt auf X, die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommens seien klar und deutlich. Die USA müssten sich entscheiden zwischen einer Waffenruhe und der Fortsetzung des Krieges. Beides zugleich würden sie nicht bekommen. Der Ball liege nun um Feld der USA. Die Weltgemeinschaft werde hinschauen, ob die USA ihr Wort hielten, sagt er mit Blick auf die Fortsetzung der Angriffe Israels auf den Libanon.
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Rune Weichert
Es gibt weiter gegensätzliche Ansichten darüber, ob der Libanon Teil des Waffenstillstandsabkommens ist, das der Iran und die USA geschlossen haben. US-Prräsident Donald Trump sagt am Abend, der Libanon sei nicht Teil des Abkommens. Zur Begründung sagt er, dies sei „wegen der Hisbollah“. Das Thema werde aber „geregelt werden“. Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif, der zwischen den USA und dem Iran vermittelt hatte, hatte indes gesagt, die Waffenruhe schließe auch den Libanon ein. Der Iran hatte sich entsprechend geäußert. Israel hat seine Angriffe auf den Libanon am Mittwoch ausgeweitet.
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Rune Weichert
Nach der Einigung zwischen den USA und Teheran auf eine Waffenruhe äußert Israels Außenminister Gideon Saar erhebliche Zweifel an deren Bestand. Es sei „noch nichts vorbei“, sagt Saar in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Channel 11. Zwischen Washington und Teheran bestünden weiterhin erhebliche Differenzen. „Ich sehe nicht, wie es möglich sein soll, die Positionen der USA und des Iran anzunähern.“
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Rune Weichert
Bei den israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 112 Menschen getötet worden. Mehr als 800 weitere Menschen seien verletzt, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Nach Angaben des libanesischen Zivilschutzes ist die Zahl der Toten noch höher. Viele seien noch unter den Trümmern begraben, berichten Augenzeugen.
Die israelische Luftwaffe hatte in einem überraschenden Großangriff trotz einer Feuerpause im Irankrieg zahlreiche Ziele im nördlichen Nachbarland bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des israelischen Militärs galt der Angriff der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.
Die israelische Luftwaffe hatte in einem überraschenden Großangriff trotz einer Feuerpause im Irankrieg zahlreiche Ziele im nördlichen Nachbarland bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des israelischen Militärs galt der Angriff der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.
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Rune Weichert
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran werden nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump hinter verschlossenen Türen stattfinden. Es gebe nur einen Punktekatalog, der für die USA relevant sei, schreibt Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Einzelheiten nennt er zunächst nicht.
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Rune Weichert
US-Präsident Donald Trump bestätigt israelische Angaben, wonach die Waffenruhe im Irankrieg nicht für den Libanon gilt. Grund sei die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon, sagt Trump dem Sender PBS. Auf die Frage, ob er mit den anhaltenden israelischen Angriffen auf die Hisbollah einverstanden sei, antwortet Trump nach Angaben von PBS-Reporterin Liz Landers, das sei „Teil der Einigung“ und werde später geregelt.
Deutschland, andere europäische Staaten und Kanada hatten dazu aufgerufen, die Waffenruhe „auch im Libanon“ umzusetzen. Die unter anderem in Berlin veröffentlichte Erklärung wurde von den Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Großbritanniens, Kanadas, Dänemarks, der Niederlande, Spaniens sowie von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa abgegeben.
Deutschland, andere europäische Staaten und Kanada hatten dazu aufgerufen, die Waffenruhe „auch im Libanon“ umzusetzen. Die unter anderem in Berlin veröffentlichte Erklärung wurde von den Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Großbritanniens, Kanadas, Dänemarks, der Niederlande, Spaniens sowie von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa abgegeben.
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Rune Weichert
Das Regime im Iran feiert, Israels Premier bebt, die Golfstaaten zittern. Donald Trump mag nach der Feuerpause in Nahost eine goldene Ära verheißen – das Gegenteil dürfte folgen. Die Analyse meines Kollegen Fabian Huber aus der stern-Auslandsredaktion:
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Rune Weichert
Das kuwaitische Innenministerium teilt mit, nach iranischen Drohnenangriffen gebe es „schwere Sachschäden“ an mehreren wichtigen Einrichtungen. An einigen der am Mittwoch angegriffenen Standorte seien Brände ausgebrochen, darunter Ölanlagen sowie drei Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen.
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Rune Weichert
Iran droht mit Ausstieg aus Waffenruhe
Iran erwägt nun auch nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, aus der vereinbarten zweiwöchige Feuerpause mit den USA auszusteigen. Hintergrund seien die anhaltenden israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon, berichtet Fars unter Berufung auf eine informierte Quelle. Die Hisbollah gilt als wichtigster Verbündeter Irans in der Region. Zuvor berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, dass der Iran mit einem Ende der Waffenruhe droht. (Sehen Sie dazu unsere Meldung von 16.29 Uhr)
Zugleich droht ein anonymer Militärvertreter laut Nachrichtenagentur Fars Israel mit weiteren Angriffen, falls die Angriffe gegen die Hisbollah weitergingen.
Nach Einschätzung der iranischen Führung verstößt Israel gegen die mit den USA abgestimmte Waffenruhe. Pakistans Premier, Shehbaz Sharif, schreibt auf X, die Feuerpause gelte ausdrücklich auch für den Libanon. Israels Premier Benjamin Netanjahu widersprach und betonte, der Waffenstillstand beziehe sich nur auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran – nicht aber auf Israels Einsatz gegen die Hisbollah.
Rune Weichert
Der Iran droht einem Medienbericht zufolge mit einem Ende der Waffenruhe, sollten die israelischen Angriffe im Libanon weitergehen. Das iranische Militär erfasse Ziele für eine Vergeltung wegen der jüngsten Attacken, meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf einen Insider. Die mit den USA vereinbarte Feuerpause schließe ein Ende der Kämpfe an allen Fronten ein.
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Rune Weichert
Ist die Straße von Hormus nun offen oder nicht? Die Nachrichtenlage dazu ist derzeit uneindeutig. Laut einem iranischen Medienbericht sind Öltanker gestoppt worden. Dies sei nach einer Verletzung der Feuerpause durch Israel erfolgt, meldet die Nachrichtenagentur Fars. Israel hat erklärt, die Vereinbarung gelte nicht für seine Vorstöße im Südlibanon. Vor etwa zwei Stunden meldete das iranische Staatsfernsehen laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass das erste Schiff die Meerenge passiert habe. Sehen Sie dazu unsere Meldung von 14.51 Uhr. ⬇️
Rune Weichert
Dem iranischen Staatsfernsehen zufolge passiert das erste Schiff seit dem Beginn der Feuerpause die Straße von Hormus. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.
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DPA · AFP · Reuters · SID
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