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IS-Rückkehrer Nils D. packt aus Paris-Attentäter hatte engen Kontakt zu deutschen Dschihadisten


In wenigen Tagen beginnt in Düsseldorf der Prozess gegen den IS-Rückkehrer Nils D. Die Verhörprotokolle des Dinslakeners geben Medienberichten zufolge einen tiefen Einblick in die Realität des Islamischen Staates.

Deutsche Dschihadisten im Dienste des Islamischen Staates hatten offenbar engere Verbindungen zu den Attentätern, die vergangenen November in Paris 130 Menschen ermordeten, als bislang angenommen. Aus Vernehmungsprotokollen des radikalen Konvertiten Nils D., dem ab Mittwoch nächster Woche in Düsseldorf der Prozess gemacht wird, gehe hervor, dass einige der großteils aus Belgien stammenden Terroristen gemeinsam mit deutschen Islamisten in einem Haus in Syrien gelebt haben, berichtet der Rechercheverbund aus "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR. Zudem hätten deutsche IS-Anhänger in Syrien auch in von Belgiern geführten Einheiten der Dschihadistenmiliz gekämpft.

Ermittler hätten Nils D. im Herbst 2015 Fotos von Islamisten gezeigt, so der Rechercheverbund. Auf einem habe der 25-Jährige Abdelhamid Abaaoud erkannt, der als einer der Drahtzieher der Attentate gilt und am 18. November bei einer Polizeirazzia im Pariser Vorort Saint-Denis getötet wurde. Abaaoud sei ein Kämpfer gewesen, aber er wisse nicht, welche Aufgaben er genau gehabt habe, soll Nils D. ausgesagt haben. Zuletzt habe er ihn im September 2014 im syrischen al-Bab gesehen.

Nils D. soll Mitglied der "IS-Gestapo" gewesen sein 

Nils D. hatte sich im Oktober 2014 aus Syrien abgesetzt und war nach Deutschland zurückgekehrt. Spezialkräfte der nordrhein-westfälischen Polizei nahmen ihn im Januar 2015 in Dinslaken fest. Er diente deutschen Ermittlern seither schon in mehreren Prozessen gegen Islamisten als Zeuge. In rund 40 Vernehmungen berichtete er außerdem über seinen Aufenthalt in Syrien, wo er seit Oktober 2013 bis zu seiner Rückreise 2014 beim IS aktiv war.

Der vorbestrafte Vater einer Tochter, der sich nach einer abgebrochenen Ausbildung zum Mechaniker der Dinslakener Dschihadistengruppe "Lohberger Brigade" angeschlossen hatte, will nach eigener Aussage in Syrien nicht selber gekämpft und nur unterstützende Dienste für den IS geleistet haben. Demnach habe er in einem IS-Gefängnis geputzt und gekocht und sei für die Betreuung von Gefangenen der Islamisten zuständig gewesen.

Fotos, die D. unter anderem mit einer Sprengstoffweste zeigen, oder auf denen er einem Gefangenen eine Pistole an den Kopf hält, lassen jedoch Zweifel an seiner Arglosigkeit aufkommen. Beim sogenannten IS-Sturmtrupp, der dem Rechercheverbund zufolge unter deutschen Ermittlern inoffiziell "IS-Gestapo" heißt, soll er Deserteure aufgespürt haben. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht muss sich Nils D. deshalb wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten.

mad

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