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Israel-Reise: Und täglich regnet es Raketen

Auf seiner Welttournee macht Barack Obama nun Zwischenstopp in Israel. Unter anderem besucht er dort Sderot, ein Städtchen in der Nähe des Gazastreifens. Dort und wenige Kilometer weiter in Aschkelon schlagen täglich Kassam-Raketen ein. stern.de hat die Orte besucht.

Von Niels Kruse

Über dem Gazastreifen hängt eine weiße Aufklärungsdrohne. Bewegungs- und lautlos wie ein Heißluftballon, deutlich zu erkennen von der Bundesstraße 34 aus, ein paar Kilometer entfernt von der Grenze zu "Hamastan". Mit Hilfe dieser Hightech-Libelle glotzt Israel seinen Feinden in die Wohnzimmer. Oder in die Schulen, in die Flüchtlingslager, in Bürobauten. Oder von wo sonst aus die Islamisten Israel mit ihren Kassams beschießen.

Seit Jahren geht das nun schon so. Beinahe täglich regnet es über Sderot und Aschkelon Raketen. Wenn der Beschuss losgeht, schlägt die Drohne Alarm und es heulen die Sirenen. "Früher hatten wir zwölf Sekunden Zeit, uns in Sicherheit zu bringen", sagt Alan Marcus, Chef der Stadtplanung in Aschkelon, "heute sind es 30. Immer noch nicht sehr viel". Erst neulich ist wieder so ein Ding vom strahlend blauen Himmel gefallen. Wie so oft auf irgendeinen Acker. Schaden? Gleich null. Wie so oft. Oft aber werden Häuser getroffen, Wohnungen, Geschäfte. Aber: In den letzten drei Jahren des Hamas-Terrors hat es auf Seiten Israels acht Tote gegeben.

400 fliegende Rohrbomben auf Aschkelon

So eine Kassam-Rakete ist nicht mehr als ein rund ein Meter langes Stahlrohr. Am Ende mit vier Stabilisierungsflügeln beschweißt. Eine fliegende Rohrbombe. Jeder halbwegs geübte Bastler kriegt so ein Geschoss im Heimwerkerkeller hin. Weil ein Großteil des Innenlebens für den Treibstoff draufgeht, bleibt nicht mehr viel Platz für Sprengstoff. Glück im Unglück für die Bewohner der am Gazastreifen liegenden Städte. 400 dieser Billigwaffen wurden seit 2006 Richtung Aschkelon abgefeuert. Gerade einmal acht haben die Stadt erreicht.

Aschkelon begrüßt seine Besucher mit Hinweisen auf das örtliche Stadion und den Strand. Es ist eine Industriestadt, die gerne Touristenstadt wäre. Wovon die Reiseführer aber noch keine Notiz genommen haben. Und doch boomt der Ort. Seit 1989 ist die Einwohnerzahl um 112 Prozent auf 120.000 gewachsen. Vor allem Russen zieht es hierher, was der Stadt anzusehen und zu hören ist.

Aus vorbeifahrenden Autos plärrt Datscha-Pop

In Imbissen hängen hebräische und russische Speisepläne einträchtig nebeneinander. Aus vorbeifahrenden Autos plärrt Datscha-Pop. Auf den Straßen fällt selbst Hebräisch-ungeübten Ohren der harte Zungenschlag der Immigranten auf. "Die Leute kommen wegen der hohen Lebensqualität hier her und den günstigen Preisen". Vor allem Immobilien seien billig seit der zweiten Intifada, sagt der Stadtplaner und grinst dabei schelmisch.

Als Ziele mindestens genauso interessant wie die Stadt selbst, sind die Industrieanlagen im Süden. Sie sind nur rund sieben Kilometer weg vom Gazastreifen, eine Entfernung, die selbst die Garagen-Geschosse der Hamas noch schaffen. Hier befinden sich die Chemieanlagen und Erdgasterminals, der Ölhafen, das Propangaslager und das E-Werk, das die Region mit Strom versorgt - auch das Feindesland "Hamastan". Hier treffen die Kassams öfter irgendwas. Vielleicht auch irgendwann das Kraftwerk. So tickten sie, die Terroristen, sagt Marcus: "Sollte bei denen wegen ihrer eigenen Raketen der Strom ausfallen, beschuldigen sie uns, sie zu tyrannisieren. Und ihren Leuten können sie wieder erzählen, wie verachtenswert Israel ist."

Eigentlich hatte der Verwaltungsmann lange Jahre ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn gepflegt. Er leitete bis in die 90er Jahre eine Städtepartnerstadt zwischen Gaza und Aschkelon. Es wurden etwa gemeinsame Computerkurse gegeben, man traf sich auch privat, es entstanden Freundschaften. Irgendwann war sogar die Rede davon, die Eisenbahnverbindung vom Norden Israels über Aschkelon durch den Gazastreifen nach Ägypten zu verlängern. Doch nachdem die Islamisten der Hamas begannen, sich die Sympathien der Bewohner mit Barem und Sozialalmosen zu erkaufen, verschwand das nachbarschaftliche Miteinander. "Die guten Leute sind abgehauen", sagt er. Sein engster Vertrauter, der ehemalige Bürgermeister von Gaza, starb vor kurzem an Krebs.

Sderot hat im Grunde genommen aufgehört zu existieren

In Sderot ist die Sicht auf die Menschen jenseits der Grenze deutlich unterkühlter. Die Kleinstadt in unmittelbarer Nähe des Streifens wurde in den letzten drei Jahren von 5000 Raketen getroffen. Und täglich heulen die Sirenen aufs Neue auf. Im Grunde genommen hat sie aufgehört zu existieren. Von den ehemals 24.000 Einwohnern ist der Großteil weggezogen. Wie es sich lebe mit der ständigen Bedrohung? "Das ist wie bei frischgebackenen Eltern", sagt Natalie, die in Sderot studiert. "Die schrecken auch bei jedem Ton ihres Babys auf. Aber sie leben damit."

So geht es vielen hier: Gewöhnen kann sich niemand an das Dauerbombardement. Und wollen es auch nicht. Natalies Nachbarin schäumt vor Wut: Sie habe eine Firma mit 200 Angestellten, für die sie verantwortlich sei, "aber ich kann nichts für ihre Sicherheit tun. Wissen Sie, ich bin mittlerweile eine unbarmherzige Rechte geworden." Das sei ihr Land und diesen Verbrechern gehöre das Handwerk gelegt. Egal wie.

Der besonnene Herr Marcus ist am 1. März 60 Jahre alt geworden. An diesem Tag, um fünf Uhr morgens, sind zwei Kassams direkt neben seinem Haus eingeschlagen, er saß schon in seinem Büro und arbeitete. "Nein", sagt er, "Angst habe ich trotzdem nicht". Aber dieses Leben hier sei extrem anstrengend und gehe so nicht weiter. "Ich hoffe, dass sehr bald etwas gesunder Menschenverstand in den Nahen Osten Einzug hält." Doch er weiß, dass seine Region weit davon entfernt ist.

Aktuelle Kassam-Raketen könnten bereits Aschdod erreichen. Es liegt 20 Kilometer nördlich von Aschkelon. "Sie haben sie noch nicht eingesetzt", sagt Marcus, "aber wir wissen, dass sie sie haben". An die nächste Generation der fliegenden Rohrbomben möchte er lieber nicht denken.

Liebe Leser, dieser Artikel ist im Rahmen der stern.de-Serie "60 Jahre Israel" erstmalig Anfang Mai dieses Jahres erschienen. Aus Anlass des Besuchs von Barack Obama veröffentlichen wir ihn erneut, d. Red.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(