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Israel und Hamas: Längere Waffenruhe greifbar nahe

Israel und die radikal-islamische Hamas sind offenbar kurz davor, sich auf eine 18-monatige Waffenruhe zu verständigen. Medienberichten zufolge geht es nur noch um Details. Israel behält sich allerdings das Recht vor, bei Verletzungen der Vereinbarung mit militärischer Gewalt zu reagieren.

Die radikalislamische Hamas will in den nächsten Tagen eine 18-monatige Waffenruhe mit Israel verkünden. Einem entsprechenden Vorschlag hätten Vertreter der im Gaza-Streifen herrschenden Palästinenserorganisation bei einem Treffen mit dem ägyptischen Geheimdienstchef Omar Suleiman am Donnerstagabend in Kairo zugestimmt, berichtete die ägyptische Nachrichtenagentur Mena. In einer in der Nacht zum Freitag in Gaza verbreiteten Erklärung des Hamas-Sprechers Taher al Nuno hieß es, ein klares Abkommen zur Waffenruhe werde binnen drei Tagen erwartet. Die Gespräche in Kairo seien "positiv" verlaufen, berichtet al Nuno aus der ägyptischen Hauptstadt.

Auch die israelische Zeitung "Jediot Achronot" berichtete, Israel und die Hamas hätten sich auf eine auf 18 Monate befristete Waffenruhe verständigt. Nach der von Ägypten vermittelten Vereinbarung müsse die Hamas unter anderem sicherstellen, dass Israel weder mit Raketen noch mit Mörsergranaten angegriffen werde, schreibt das Blatt. Als Verstoß gelten demnach außerdem das Legen von Bomben am Grenzzaun sowie Terroranschläge in Israel.

Israel behält sich den Angaben zufolge das Recht vor, mit militärischer Gewalt auf eine Verletzung der Waffenruhe zu reagieren. Zugleich sollen wieder 80 Prozent des früheren Warenverkehrs in den Gaza-Streifen durchgelassen werden.

Der Leiter der Hamas-Delegation in Kairo, der stellvertretende Vorsitzende des Politbüros, Mussa Abu Marzuk, sagte dem arabischen Fernsehsender al Dschasira, der Waffenstillstand solle an die Stelle der derzeitigen labilen Feuerpause treten, mit der am 18. Januar die 22-tägigen israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen beendet worden waren. Die Hamas warte aber noch darauf, dass Israel Details der geplanten Übereinkunft akzeptiere.

Nach Angaben al Nunos wurden bei den Gesprächen in Kairo bereits viele Hürden überwunden, insbesondere habe man sich auf einen "Stopp aller israelischen Luft-, See- und Bodenangriffe sowie die Öffnung der Grenzübergänge des Gaza-Streifens und die Zusage, alle benötigten Güter in die Enklave zu lassen", geeinigt.

Die Gespräche in Kairo würden fortgesetzt. Dabei wollten die ägyptischen Vermittler auch andere Palästinenserfraktionen und militante Gruppen treffen, "bis eine klare nationale Vereinbarung in dieser Frage erreicht ist", sagte al Nuno.

Ziel der ägyptischen Vermittlung ist eine Palästinenserregierung, die mit Israel in Friedensverhandlungen eintreten kann. Hamas und die mit ihr rivalisierende Fatah des amtierenden Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas sollen am 22. Februar zu Aussöhnungsgesprächen zusammenkommen.

DPA/AP / AP / DPA