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Förderung von Frauen: Saudis spenden 100 Millionen Dollar an Ivanka Trumps Hilfsfonds

Seit langem rührt Ivanka Trump die Werbetrommel für einen von ihr mitinitiierten Fonds, mit dem Unternehmerinnen gefördert werden sollen. Ausgerechnet in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten konnte sie nun eine riesige Spende an Land ziehen.

Ivanka Trump am königlichen Hof von Saudi-Arabien

Ivanka Trump am königlichen Hof von Saudi-Arabien

Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen 100 Millionen Dollar in Frauenförderung investieren. Das Geld soll auf das Konto eines Fonds der Weltbank überwiesen werden, einer Wohltätigkeitsstiftung, die von der Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, Ivanka, mitinitiiert wurde. Das teilte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim zum Abschluss des Trump-Besuchs in Saudi-Arabien mit. Ziel des Fonds ist es, weibliche Unternehmerinnen zu unterstützen und ihnen Zugang zu Firmennetzwerken und Finanzmärkten zu ermöglichen.

Derzeit hat Ivanka Trump das Amt der Assistentin des Präsidenten in der Stiftung inne. Nach Informationen der US-Zeitung "Wall Street Journal" soll jedoch die Weltbank die Kontrolle über den Fonds übernehmen. Die First Daughter wird also diese Stiftung weder kontrollieren noch leiten. Sie sammelt aber seit Monaten Gelder dafür ein. Schon beim Berlin-Besuch im April hatte sie fleißig die Werbetrommel gerührt und sich für die Bildung einer Initiative ausgesprochen, die Unternehmerinnen im Nahen Osten Kredite gewähren solle.


Die Ironie der Spende

Nun hatte sie offenbar Erfolg. Die versprochene Spende "spiegelt unser Engagement für die Stärkung der Frauen in unserer Region wider", erklärte der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Yousef Al-Otaiba, in einem Statement. Zudem baue sie den "Fortschritt unseres Landes auf, wo Frauen in jedem Bereich der Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen". 

Tatsächlich sind Frauen in den Emiraten aber weiterhin einer enormer Diskriminierung vor dem Gesetz und im täglichen Leben ausgesetzt. So darf zum Beispiel ein Ehemann seine Frau und seine Kinder "züchtigen", vorausgesetzt, dass keine sichtbaren Spuren zurückbleiben. Auch ist es in Saudi-Arabien um die Frauenrechte denkbar schlecht bestellt. Frauen müssen sich etwa in der Öffentlichkeit von Kopf bis Fuß verschleiern. Die Mega-Spende ist also nicht ohne Ironie: Während die Frauen in dem Königreich nicht einmal ein Auto fahren dürfen, sollen sie als Unternehmerinnen gefördert werden.

Trotz Widersprüchen ein Erfolg

Auch ein anderer Aspekt verleiht der angekündigten Spende einen üblen Beigeschmack. Denn sie steht im Widerspruch zu früheren Äußerungen von Ivankas Vater. Hillary Clinton hatte Donald Trump im vergangenen Juni falsches Spiel bei der Entgegennahme einer Geldspende aus Saudi-Arabien vorgeworfen: "Die unehrliche Hillary sagt, wir müssen Saudi-Arabien dazu bringen, die Finanzierung des Hasses zu stoppen. Ich fordere sie auf, die 25 Millionen US-Dollar umgehend zurückzugeben, die sie von Saudi-Arabien für die Clinton-Foundation bekommen hat", schrieb der US-Präsident damals auf Facebook.

Trotz aller Widersprüche hat die Spende jedoch auch ein positives Resultat. Weltbank-Präsident Kim erklärte immerhin, mit dieser und weiteren Geldzusagen - unter anderem aus den USA - sei es möglich, beim G20-Gipfel im Juli in Hamburg die Schaffung des Frauenförderfonds mit einem Budget von einer Milliarde Dollar bekannt zu geben.

Ivanka Trump und Jared Kushner
ivi