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Pawel Filatjew Zwei Monate war er an der Front. Nun öffnet ein russischer Soldat die Pandora-Büchse. Die erschreckende Beichte über den Wahnsinn des Kriegs

Ukraine: Russische Truppen auf dem Weg nach Cherson (Symbolbild). Auch Pawel Filatjew war an der Eroberung der Stadt beteiligt. 
Ukraine: Russische Truppen auf dem Weg nach Cherson (Symbolbild). Auch Pawel Filatjew war an der Eroberung der Stadt beteiligt. 
© Russian Defence Ministry / Picture Alliance
Am 24. Februar um 4 Uhr morgens überschritt Pawel Filatjew mit seinem Regiment die Grenze zur Ukraine. Zwei Monate lang dauerte für ihn der Krieg. Zwei Monate voll von Dreck, Hunger, Kälte, Schweiß und Todesangst. Nun schreibt er auf, was er erlebt hat. 

"Ich hatte keine Angst zu sterben. Aber es tat mir leid, mein Leben so lächerlich herzugeben. Es tat mir für all jene leid, die wegen dieser Scheiße ihr Leben und ihre Gesundheit gelassen haben. Wofür? Für wen? Es tat mir weh, dass unsere Führung sich einen Dreck um uns schert und auf jede erdenkliche Weise demonstriert, dass wir für sie keine Menschen sind: Wir sind Vieh. Es tat mir weh, dass sie vor dem Krieg, den sie begonnen hat, alles getan hatte, um unsere Armee zu ruinieren. Und jedes Mal während des Beschusses sagte ich mir immer wieder: Gott, ich werde alles tun, um das zu ändern, wenn ich überlebe."

Mit diesen Worten erinnert sich Pawel Filatjew an einen dunklen Tag im März 2022. Zu diesem Zeitpunkt lag der russische Fallschirmjäger in einem Graben vor der ukrainischen Stadt Mykolajiw, während die ukrainischen Streitkräfte die Invasoren mit schwerem Artilleriefeuer zudeckten. 

Und Filatjew hielt das Versprechen, das er sich selbst gab. 45 Tage nach seiner Heimkehr von der Front ließ er die Bombe platzen. Auf 141 Seiten schrieb er das nieder, was er in den zwei Monaten Krieg in der Ukraine erlebt hat. Es sind 141 Seiten voller Verzweiflung, Todesangst, Scham, Wut, Hunger, Kälte – und Verständnislosigkeit.

Das Manifest trägt den Titel "ZOV", zu Deutsch "Aufruf". Statt kyrillischer prangen lateinischen Buchstaben auf der ersten Seite – ein Fingerzeig auf die aus purem Zufall entstanden Symbole dieses Kriegs: Z und V. 

Pawel Filatjew hat die Büchse der Pandora geöffnet. Für das Putin-Regime wird es schwer sein, sie wieder zu schließen. "Ich verstehe, dass das System meinen Namen für das, was ich aufgeschrieben habe, in den Dreck ziehen und mich für immer ins entfernteste Gefängnis stecken wird. Aber ich kann nicht schweigen. Ich bin kein Feigling und war es nie. (...) Wenn ich, der aus dem Krieg kommt, kein Recht habe, 'Nein zum Krieg!' zu sagen, wer hat es dann?", schreibt er auf den letzten Seiten seines Manifests. "Ich bin es so leid, den zunehmenden Wahnsinn in meinem Land zu sehen, dass ich darauf spucke. Gebt mir eine lebenslange Strafe, ich will das alles nicht mehr sehen." 

Ich verstehe, dass mich diese Geste des Friedens teuer zu stehen kommen wird, aber ich kann mein Gewissen nicht zum Schweigen bringen.

Dass der Krieg, den er geführt hat, in der Heimat nicht Krieg heißen darf, erfährt Filatjew erst nach seiner Rückkehr von der Front. Als Putin den Befehl zum Einmarsch gibt, steht sein 56. Garde-Regiment der Luftangriffskräfte an der Grenze zwischen der annektierten Krim und der Ukraine. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Truppe in einem desolaten Zustand. 

Bis dahin hatten die Soldaten über einen Monat auf einem Übungsgelände auf der Krim zugebracht. "Schon damals waren alle dreckig und erschöpft", erinnert sich Filatjew. "Die Nerven lagen bei allen blank, zumal die Atmosphäre zunehmend bedrohlicher und undurchschaubar wurde. Die Mehrheit von uns hatte keine Verbindung zu der Außenwelt mehr. Alle lebten von Gerüchten, die die Stimmung nur weiter aufheizten." 

Als am 20. Februar der Befehl zum sofortigen Aufbruch kommt, weiß unter den einfachen Soldaten niemand, wohin sie in verschlissener Sommerkleidung und ohne Marschgepäck verlegt werden. "Die Mehrheit dachte, dass dieser Gewaltmarsch das Ende der Übungen bedeuten würde. Einige scherzten, dass wir jetzt die Ukraine angreifen und Kiew in drei Tagen erobern würden. Ich konnte jedoch schon damals nicht über solche Scherze lachen", schreibt Filatjew über das ungute Gefühl, das ihn befällt. Und dennoch kann er bis zum Schluss nicht glauben, dass das Ziel seiner Truppe die Ukraine ist: "Nach der Ausgabe von Munition, Granaten und Promedol (Schmerzmittel), verbreiteten sich Gerüchte, dass wir Cherson stürmen würden. Es erschien mir wir absoluter Stuss." 

Um 4 Uhr morgens startet der Krieg 

Der Krieg beginnt für Filatjew am 24. Februar um 4 Uhr morgens. Explosionen und der scharfe Geruch nach Schießpulver reißen ihn in einem der Transportwagen aus dem Schlaf. "Ich konnte nicht ganz verstehen, was geschah. Verteidigen wir uns gegen die vorrückenden Ukrainer? Oder vielleicht die Nato? Oder greifen wir an? Auf wen wird dieser höllische Beschuss verübt? Woher kommt die Raketenartillerie?"

Viele Fragen und keine einzige Antwort.

"Über uns hinweg flogen Kampfflugzeuge, uns folgten Kampfhubschrauber. Vor uns waren Explosionen zu hören, die Luft roch nach Schießpulver. (...) Es dämmerte bereits. Die Sonne schien frühlingshaft und begann die Kälte der ekelhaften, kalten Nacht zu verjagen. Ich sah gleichzeitig zehn Hubschrauber, ein Dutzend Flugzeuge, (...) von irgendwoher tauchten Panzer auf, Hunderte Technikeinheiten mit wehenden Fahnen der Luftlandetruppen und der Russischen Föderation. Und das ist nur das, was ich mit meinen blutverkrusteten Augen aus dem Laderaum des verdammten Urals (ein Typ von Transportwagen, Anm. d. Red.) ohne Bremsen sehen konnte." Beim Einsteigen in den Transporter war Filatjew gestürzt und hatte sich das Augenlied an einem Thermofass aufgerissen, der in dem mit Minen und Mörsern vollgestopften Laderaum herumlag.

Die ersten Tage des Kriegs irrt sein Regiment scheinbar ziellos durch die ukrainische Ebene. Mal geht es vorwärts, mal rückwärts, mal bleiben die Fahrzeuge im Schlamm stecken. "Die Kämpfer unseres Konvois haben keine Ahnung, wohin und wozu wir unterwegs sind. Das sieht man an den müden und verwirrten Gesichtern. Aber was soll man tun? Aus dem Wagen springen, das Maschinengewehr wegwerfen und sagen: Ich rühre mich nicht vom Fleck, bis mir das alles erklärt wird?!"

"Vielleicht wird auch in Russland gekämpft. Die Ukrainer haben zusammen mit der Nato angegriffen"

Für Filatjew, der bereits in Tschetschenien gedient hat und mit Leib und Seele Soldat ist, und seine Kameraden ist das keine Option. Also schweigen alle – in der Hoffnung, die Führung werde schon einen Plan haben. Unterdessen ziehen die russischen Truppen durch ukrainische Dörfer, die Einheimischen verfolgen das Geschehen in zusammengedrängten Gruppen – und schweigen ebenfalls. An den Straßenrand treten lediglich einige alte Männer und halten Banner mit Kreuzen in die Höhe: "Ein mulmiges Gefühl, entweder sie verabschieden uns in die nächste Welt, oder sie segnen uns." Filatjew weiß es nicht.

"Ich verstand, dass etwas Globales geschieht. Aber ich wusste nicht, was. In meinem Kopf schwirrten die unterschiedlichsten Gedanken. Wir konnten doch nicht einfach so die Ukraine angegriffen haben. Vielleicht hat sich die Nato wirklich eingemischt und wir haben eingegriffen. Vielleicht wird auch in Russland gekämpft. Die Ukrainer haben zusammen mit der Nato angegriffen. Vielleicht geschieht auch etwas im Fernen Osten. Wenn Amerika mit uns in einen Krieg geraten ist, dann wird das Ausmaß riesig sein. Dann wird bestimmt jemand zu Atomwaffen greifen", schildert der Soldat das Wirrwarr in seinem Kopf.

Vielleicht erobern die Streitkräfte der Ukraine bereits Rostow oder die Amerikaner sind auf Kamtschatka gelandet! Kein Witz. Ich dachte am Anfang, dass so etwas passiert sein muss, wenn wir die ukrainische Grenze überschritten und den Befehl zur Eroberung Chersons bekommen haben. Eine andere logische Erklärung hatte ich nicht.

Der zweite Tag im Krieg 

Auch der zweite Kriegstag bringt keine Antworten. 

"Schreckliche Straßen, einige Datschen, Gewächshäuser, Dörfer. In besiedelten Gebieten begegneten uns selten Leute und verabschiedeten uns mit düsterem Blick. Über einigen Häusern wehten ukrainische Fahnen, die gleichzeitig Respekt für den mutigen Patriotismus dieser Menschen weckten, aber auch das Gefühl, dass diese Farben jetzt einem Feind gehören. Von diesen Häusern ging eine Bedrohung aus. Und ich verstand, dass wenn ich eine Gefahr sehe, ich ohne nachzudenken schießen werde. Eine Unaufmerksamkeit oder ein Zögern würden für mich und meine Kameraden den Tod bedeuten. (...) Aber gleichzeitig wollte ich niemanden töten."

Bericht aus Moskau: Reporter über Rekrutierungsprobleme in Russland

In dieser Atmosphäre der Angst und Ungewissheit rückt die Truppe von Filatjew weiter nach Cherson vor. "Ich verstand immer noch nicht, was uns als nächstes erwartete, in was für einer Situation wir steckten. Was passiert in der Welt? Wer hat wen angegriffen? Warum brauchen wir Cherson?"

Auf dem Weg des Regiments liegen zerschossene Schützenpanzer, verlassene Lastwagen mit Haubitzen, ausgebrannte Militärfahrzeuge. Über allem hängt der Geruch von Blut. Auf den Seitenwänden der zerstörten Technik sind die Buchstaben Z zu sehen. Aber warum scheinen sie sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt zu haben? Es kommt das Gerücht auf, dass die russische Armee eine eigene Truppe zerstört hat. 

"Jeder schien gleichzeitig er selbst und nicht er selbst zu sein"

Die Nacht des 26. Februar verbringt das Regiment in einem Wäldchen, in das die Truppe 50 Kilometer rückwärts fliehen muss, weil Stellungen der ukrainischen Armee gesichtet wurden. "Es ist sehr kalt. Ich will schlafen. Mich waschen. Etwas Heißes essen. (...) Irgendwo in der Ferne wird geschossen. Warum gibt es keine Verbindung? Vielleicht wurden Atomwaffen eingesetzt ... Wo ist unsere ganze Luftwaffe? Ich will rauchen, aber die Zigaretten sind schon lange aufgebraucht", mit diesen Gedanken hält sich Filatjew wach, um nicht auf seinem Posten einzuschlafen. Immer die Angst im Kopf, von den eigenen Leuten angegriffen zu werden, weil niemand weiß, wo welche Truppe steht. 

Doch es geht noch mal gut. Am Nachmittag geht es weiter nach Cherson. Als die Kolonne den Fluss Dnjepr überquert, treiben Leichen im Wasser. "Die Straße ist kaputt, es ist dunkel, die Kolonne beginnt, zu kriechen. (...) Wie beschissen muss es um die Streitkräfte der Ukraine stehen, dass sie uns immer noch nicht gefickt haben? Diese riesige Säule, die langsam die Straße nach Cherson kriecht, ist ein ideales Ziel für Luftwaffe und Artillerie", beschreibt Filatjew die Lage. 

Einige Soldaten plündern die Geschäfte, die den Straßenrand säumen. Klauen Zigaretten, Chips, Limonade. "Niemand hatte mehr Zigaretten. Ich wollte auch hinlaufen, ich wollte unbedingt rauchen. Adrenalin, Müdigkeit, Kälte, Hunger, Durst. Ich hielt das nicht für Diebstahl. Es war mir egal. Aber ich fand keinen passenden Augenblick", gesteht der altgediente Soldat. 

Gegen 1 Uhr morgens sieht Filatjew Cherson vor ihm liegen. Sein Regiment gräbt sich auf dem Gelände des Flughafens ein und wartet auf den Befehl zum Sturm. "In jedermanns Augen war etwas Ungewöhnliches. Jeder schien gleichzeitig er selbst und nicht er selbst zu sein. Solche Augen sieht man nicht bei Menschen im zivilen Leben. Wahrscheinlich weil jeder dachte, dass es wahrscheinlich der letzte Tag unserer Tage war", berichtet er über diese Nacht. 

"Wir aßen alles wie die Wilden, alles was da war"

Als Cherson am Abend des 1. März von den russischen Truppen eingenommen wird, bricht sich die Anspannung Bahn. "Haben Sie die Gemälde 'Barbaren in Rom' gesehen? Sie veranschaulichen am besten, was passiert ist", schreibt Filatjew. "Alle sahen erschöpft und verwildert aus. Alle begannen, die Gebäude nach Essen, Wasser, einer Dusche oder einem Platz für die Nacht zu durchsuchen. Einige fingen an Computer und alles von Wert zusammenzuraffen, was sie finden konnten. Ich war keine Ausnahme. Ich fand eine Mütze in einem kaputten Lastwagen und nahm sie an mich. In meiner Sturmhaube war mir schlicht zu kalt. Aber angesichts von Plünderungen von Haushaltstechnik wurde mir schlecht." 

Die Soldaten plündern die Kühlschränke und Küchen. "Wir aßen alles wie die Wilden, alles was da war: Müsli, Haferflocken, Marmelade, Honig, Kaffee ... Alles wurde auf den Kopf gestellt und wir aßen alles, was wir finden konnten ... Es war uns alles absolut egal, wir waren an unsere Grenze gestoßen."

"Alle suchten wahllos einen Schlafplatz, stritten sich um die Reihenfolge für eine Dusche. Ich war von all dem angewidert, obwohl ich verstand, dass ich ein Teil von allem war. Wie sehr mussten unsere Kommandeure auf uns scheißen?"

Filatjew legt sich auf einen Tisch zum Schlafen. "Ich fühlte mich wie in einem Fünf-Sterne-Hotel, wenn man nur die gelegentlichen Schießereien außer Acht lässt."

Cherson, Nikolaewsk und wieder zurück nach Cherson 

Am nächsten Tag verlässt Filatjews Regiment die Stadt Cherson wieder. Mehrere Tage irren die russischen Truppen zwischen Nikolaewsk und dem Flughafen der geplünderten Stadt. "Ich weiß nicht warum, entweder im Delirium oder aus Müdigkeit oder auf der Suche nach Hoffnung, aber bei mir tauchte der Gedanke auf, dass dies vielleicht das Ende des Krieges ist", schreibt der Fallschirmjäger. Doch er täuscht sich. Seine Truppe geht zwischen den Regionen Cherson und Mykolajiw in Stellung. Und verharrt dort über einen Monat. 

"Wir bekamen lange Bärte, waren bedeckt mit Dreck. Unsere Uniformen waren verschlissen. Es verbreiteten sich Gerüchte. Das Oberkommando bekamen wir nicht zu sehen. Die Gerüchte waren unterschiedlich: Dass viele sich weigern, in den Krieg zu gehen; dass wir nach unserer Rückkehr fünf Millionen Rubel erhalten sollen; dass wir fast gewonnen haben; dass unsere Verluste enorm sind und die Nato ihre Kämpfer schickt; dass ein Dollar 150 Rubel kostet und der Preis auf Zucker sich verdreifacht hat."

Auf einem Posten fing man an, tote Ukrainer hinzusetzen, ihnen Namen und was zu rauchen zu geben.

Außer Trockenrationen gebe es nichts zu essen. Einige Soldaten hätten angefangen, sich selbst in Gliedmaßen zu schießen, um die von Putin versprochenen drei Millionen Rubel zu kassieren und "dieser Hölle zu entkommen". Filatjew beschreibt grauenhafte Zustände: "Einem unserer Gefangenen wurden Finger und Genitalien abgeschnitten. Auf einem Posten fing man an, tote Ukrainer auf Sitze zu drapieren, ihnen Namen und was zu rauchen zu geben. (...) Aufgrund des Artilleriebeschusses sind einige Dörfer in der Nähe praktisch vom Erdboden verschwunden. Alle um uns herum wurden immer bösartiger und bösartiger. Irgendeine alte Frau vergiftete uns mit Teigtaschen. Fast alle bekamen einen Pilz, einigen fielen Zähne aus und ihre Haut schälte sich."

Manchmal schafften es die russischen Soldaten, eine Welle des ukrainischen Radios abzufangen, "wo wir in den Schmutz gezogen und Orks genannt wurden, was uns nur noch mehr verbitterte".

Eine Verletzung wird zur Rettung 

Mitte April entzündet sich bei Filatjew das Auge, nachdem es während eines Artilleriebeschusses verunreinigt wird. Als er das Auge zu verlieren droht, wird er evakuiert. "Diese Scheiße ist für mich vorbei, aber die Bitterkeit lässt mich nicht los, dass sich dort Menschen gegenseitig umbringen und der Hass mit jedem Tag wächst." 

"Ich weiß nicht, wie ich der millionenfachen Biomasse mit den Pässen von Bürgern der Russischen Föderation vermitteln soll, dass wir selbst an allem, was passiert, Schuld sind. Wir sind es", schreibt Filatjew zum Schluss seines Manifests selbstkritisch über sich und seine Landsleute. "Oder sind wir nicht alle Schuld am Tod von Bürgern der Russischen Föderation und der Ukraine? Bist du nicht ein russischer Staatsbürger? Hast du nicht gesagt, dass bei den Wahlen nichts von dir abhängt? Du bist doch nicht zur Wahl gegangen? Du hast doch Verkehrspolizisten Bestechungsgelder gegeben?

Wir alle, Millionen von Bürgern, haben all die Jahre mit Gleichgültigkeit zugesehen, wie unser Land auseinanderbrach. Aber wenn du das nicht verstehst, dann spring besser aus dem Fenster", lauten seine radikalen Worte.

Ukraine-Krieg: Frau stellt sich russischen Soldaten entgegen

Pawel Filatjew auf der Flucht aus Russland

Seit mehreren Wochen ist sein Manifest nun öffentlich bekannt. Wochen, in denen Filatjew durch Russland gereist ist und keine einzige Nacht am selben Ort blieb – in der Hoffnung, dem FSB einen Schritt voraus zu sein. Doch schließlich musste er einsehen: Er muss das Land verlassen. Mit der Hilfe der Menschenrechtsorganisation Gulagu.net, floh er er ins Ausland. Wohin, bleibt erst einmal ungewiss. Er versuche, seine Spuren zu verwischen, erklärte der Leiter des Menschenrechtsnetzwerks Wladimir Osetschkin.

Filatjew ist der erste russische Soldat, der bekanntermaßen wegen seiner Haltung zum Krieg aus Russland geflohen ist. 

Das gesamte Werk von Pawel Filatjew können Sie hier auf Russisch lesen. 

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