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Jakarta: Jemaah Islamiyah bekennt sich zu Anschlag

Die Terrorgruppe Jemaah Islamiyah hat sich im Internet zu dem jüngsten Autobombenanschlag auf die Botschaft Australiens in Jakarta bekannt. Australien habe mit dem Anschlag für seine Unterstützung des Irak-Kriegs bestraft werden sollen.

Nach dem Autobombenanschlag auf die australische Botschaft in Jakarta mit neun Toten verdichten sich Hinweise auf eine Urheberschaft der radikalislamische Gruppe Jemaah Islamiyah. Im Internet ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Australien habe mit dem Anschlag für seine Unterstützung des Irak-Kriegs bestraft werden sollen, hieß es in der Erklärung vom Donnerstag. Die Regierung in Canberra wurde aufgefordert, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen. "Wir raten allen Australiern in Indonesien abzureisen, oder wir werden es dort für sie zum Grab machen", hieß es weiter. Die Authentizität der Erklärung konnte zunächst nicht überprüft werden.

Erste Untersuchungen der Bombenreste zeigten deutliche Ähnlichkeiten mit den Anschlägen auf das Marriott-Hotel in Jakarta 2003 und auf der Ferieninsel Bali vor zwei Jahren, zitierten australische Medien am Freitag Australiens Polizeichef Mick Keelty. Beide Taten werden der Jemaah Islamiyah zugeschrieben. Auf Bali waren 202 Menschen getötet worden, bei dem Anschlag auf das Hotel 13.

Australien lehnt Zugeständnisse ab

Der australische Ministerpräsident John Howard betonte in Canberra, Terroristen könnten keinen Einfluss auf die Außenpolitik seines Landes ausüben. Aus Respekt vor den Opfern des Anschlags wurde der Wahlkampf für die Parlamentswahl am 9. Oktober vorübergehend ausgesetzt.

Der australische Außenminister Alexander Downer besichtigte am Freitag die beschädigte Botschaft in Jakarta. Die umliegenden Straßen waren noch immer mit Glas- und Metallsplittern übersät. Vor der Botschaft lagen Blumensträuße mit handschriftlichen Notizen wie "Heute weint Indonesien" oder "Verdammt die Terroristen". Australische und einheimische Experten waren am Explosionsort mit der Spurensicherung beschäftigt.

Neun Menschen getötet

Jemaah Islamiyah werden enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al Kaida nachgesagt. Auch die indonesische Polizei vermutet die Gruppe als Urheber des Anschlags, bei dem am Donnerstag neun Menschen getötet und 173 weitere verletzt wurden.

UN-Generalsekretär Kofi Annan zeige sich "erschüttert" über den Anschlag. Er sprach der Regierung von Indonesien und den Familien der Todesopfer und der Verletzten seine Anteilnahme aus. In einer am Donnerstag von seinem Sprecher veröffentlichten Erklärung verurteilt Annan alle terroristischen Umtriebe.

AP / DPA / AP / DPA