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Kampf gegen Huti-Rebellen Jemen bittet UN um Hilfe durch Bodentruppen


Der Bürgerkrieg im Jemen eskaliert weiter. Um den Vormarsch der schiitischen Huthi-Rebellen zu stoppen, hat der jemenitische UN-Botschafter den UN-Sicherheitsrat um Bodenoffensive gebeten.

Angesichts der eskalierenden Gewalt im Jemen hat die Regierung die internationale Gemeinschaft um den Einsatz von Bodentruppen gebeten. Dies sei nötig, "um den Jemen zu retten", hieß es in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat. Im Bemühen um ein Ende der Gewalt stehen heute in Saudi-Arabien Gespräche mit US-Außenminister John Kerry und UN-Sondervermittler Ismail Ould Cheikh Ahmed an.

"Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, schnell mit Bodentruppen einzugreifen, um den Jemen zu retten, besonders Aden und Tais", heißt es in dem Brief der jemenitischen UN-Vertretung an die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats. Die Huthi-Rebellen nähmen "alles ins Visier, was sich in in der Stadt Aden bewegt". Die jemenitische Regierung werde daher keine Mühen scheuen, um die Verantwortlichen wegen Kriegsverbrechen vor internationale Gerichte zu bringen. Internationale Menschenrechtsorganisationen wurden in dem Schreiben aufgerufen, "diese barbarischen Rechtsverstöße gegen eine wehrlose Bevölkerung zu dokumentieren".

Am Mittwoch waren Dutzende Zivilisten vor den Kämpfen in der südjemenitischen Hafenstadt Aden aufs Meer geflohen und dort durch Granatfeuer getötet worden. Wie ein Vertreter der Gesundheitsbehörde von Aden mitteilte, wurden 32 Tote und 67 Verletzte in die Krankenhäuser der Stadt eingeliefert. Der Beamte machte für den Beschuss schiitische Huthi-Rebellen verantwortlich. Ein Sprecher der regierungstreuen Volkskomitees warf den Huthis ein "Massaker an dutzenden Zivilisten" vor.

Bei weiteren Kämpfen gab es nach Krankenhausangaben mindestens acht Tote und etwa hundert Verletzte. Durch Beschuss aus dem Jemen starben in der saudiarabischen Grenzstadt Nadschran nach Angaben des Zivilschutzes vier Zivilisten und ein Gefängniswärter.

Außenminister Kerry reiste nach Riad

Im Jemen liefern sich Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten begannen daher Ende März, Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen zu fliegen.

US-Außenminister Kerry traf am Mittwoch in Riad ein, wo er zunächst mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Najef sprach. Heute steht ein Treffen mit König Salman auf dem Programm. Dabei will Kerry die Möglichkeit einer "humanitären Pause" beim Militäreinsatz in Jemen ausloten. Auch der UN-Gesandte Cheikh Ahmed soll heute in Riad eintreffen, um sich um Friedensgespräche zu bemühen. Jemens Außenminister Riad Jassin äußerte die Hoffnung, dass er Kerry persönlich um humanitäre Hilfe bitten könne.

Schon mehr als 1200 Tote

22 im Jemen tätige Hilfsorganisationen hatten zuvor vor einer möglichen Einstellung ihrer Arbeit gewarnt. Sollten die Versorgungswege am Boden, über die Luft und auf dem Meer weiter blockiert bleiben, werde es für die Millionen Bedürftigen weder Nahrungsmittel noch medizinisches Material geben, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Blockade verhängte die Militärkoalition unter der Führung Saudi-Arabiens, um die Rebellen zu treffen.

Seit dem Beginn der Kämpfe wurden nach UN-Angaben mehr als 1200 Menschen getötet. Mindestens 300.000 Menschen flohen vor der Gewalt.


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