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Kämpfe in Mali: Französische Truppen erobern Islamisten-Hochburg

Die französische Armee hat Meldungen über einen Einzug ihrer Truppen in der malischen Stadt Kidal bestätigt. Die Stadt galt als Hochburg von Islamisten.

Französische Streitkräfte hätten in der Nacht zu Mittwoch Stellung in Kidal bezogen, sagte der Sprecher des Generalstabs, Thierry Burkhard, der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor war der Flughafen von Kidal in #Link;http://www.stern.de/reise/service/mali-90255763t.html;Mali# eingenommen worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Mittwoch von malischen Quellen erfuhr, landete eine französische Militärmaschine auf dem Flughafen von Kidal, rund 1500 Kilometer nordöstlich von Bamako. Die französischen Truppen hatten zuvor zusammen mit malischen Einheiten bereits Timbuktu und Gao eingenommen.

"Die Franzosen haben Position bezogen", sagte ein Vertreter der Tuareg-Gruppe Islamische Bewegung für Azawad (MIA). "Unser Chef spricht gerade mit ihnen." Am Flughafen von Kidal waren zudem nach Angaben von Sicherheitskräften französische Hubschrauber zur Luftüberwachung im Einsatz.

Islamisten hatten seit April 2012 den Norden Malis unter ihrer Kontrolle. Als sie weiter in Richtung Süden vorrückten, griff Frankreich am 10. Januar militärisch ein. Ende der vergangenen Woche erklärte die MIA, sie habe sich von der Islamisten-Gruppe Ansar Dine abgespalten und setze sich für eine "friedliche Lösung" des Konflikts in Mali ein.

Menschenrechtsverletzungen bisher nicht bestätigt

Der französische Außenminister Laurent Fabius bekräftigte, die französischen Truppen sollten "schnell" wieder aus Mali abgezogen werden. Es habe zu den Planungen der Regierung in Paris gehört, "Gao und Timbuktu zu befreien", sagte Fabius dem "Parisien" (Mittwochsausgabe). "Nun müssen die afrikanischen Länder den Stab übernehmen."

Der französische Premierminister #Link;http://www.stern.de/politik/ausland/hollande-vertrauter-jean-marc-ayrault-deutschlehrer-wird-frankreichs-neuer-regierungschef-1827756.html;Jean-Marc Ayrault# sagte, sein Land wünsche "den raschen Einsatz internationaler Beobachter" zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen. Allerdings habe das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bislang keinen der Berichte bestätigt, nach denen es in den von französischen und malischen Truppen eingenommenen Gebieten Menschenrechtsverletzungen gegeben habe. Einer dieser Vorwürfe bestand darin, dass laut der Internationalen Föderation für Menschenrechte (FIDH) in Sévaré elf Menschen umgebracht worden sein sollen. Die US-Regierung sagte am Dienstag logistische Hilfe für den Einsatz in Mali über die Zusammenarbeit mit Frankreich hinaus zu. Pentagon-Sprecher George Little sagte, die US-Transportmaschinen würden auch für Truppen aus dem Tschad und aus Togo eingesetzt. Togo hatte die Entsendung von mindestens 700 Soldaten nach Mali zugesagt, der Tschad, der nicht zur westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas gehört, die Entsendung von rund 2000 Soldaten. In Zusammenarbeit mit Frankreich seien 391 Tonnen Material und 500 Passagiere befördert worden, ergänzte Little.

340 Millionen Euro für Militäreinsatz und humanitäre Hilfe

Nigrische und malische Truppen nahmen am Dienstag nach Berichten von AFP-Reportern unter Jubelrufen der Bevölkerung auch die Ortschaft Ansongo im Norden Malis ein. Ein Konvoi von mehr als hundert gepanzerten Fahrzeugen, Gelände- und Lieferwagen mit aufmontierten Maschinengewehren traf am Nachmittag von der nigrischen Grenze kommend in Ansongo ein.

Auf einer internationalen Geberkonferenz für Mali in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gab es Zusagen in Höhe von 455,5 Millionen Dollar (340 Millionen Euro) für den Militäreinsatz gegen islamistische Kämpfer und für humanitäre Hilfe. Die Afrikanische Union (AU), an deren Sitz die Konferenz stattfand, versprach einen Beitrag von 50 Millionen Dollar. Deutschland sagte 20 Millionen Dollar (14,9 Millionen Euro) zu.

AFP / AFP