Kampf gegen die Ölpest US-Regierung braucht die Hilfe von BP


Der Chef der amerikanischen Küstenwache, Thad Allen, hat am Montag eingeräumt, dass die US-Regierung im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko auf den Konzern BP angewiesen ist. Zuvor hatte die Regierung den Druck auf das britische Unternehmen erhöht, allen voran Innenminister Ken Salazar.

Der Chef der amerikanischen Küstenwache, Thad Allen, hat am Montag eingeräumt, dass die US-Regierung im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko auf den Konzern BP angewiesen ist. Zuvor hatte die Regierung den Druck auf das britische Unternehmen erhöht, allen voran Innenminister Ken Salazar. Er brachte ins Gespräch, den Konzern notfalls von den Aufgaben bei der Bekämpfung der Umweltkatastrophe zu entbinden.

Allen, der die Bemühungen der Regierung gegen die Folgen der Ölpest leitet, hält dies nach eigenen Angaben aber für keine gute Idee. "BP beiseite zu schieben würde eine Frage aufwerfen: Wer soll den Konzern ersetzen?", sagte der Chef der Küstenwache in Washington. Das Weiße Haus steht zunehmend in der Kritik, weil es wenig Kontrolle über den Kampf gegen das ausströmende Öl habe.

Bislang sind alle Versuche des BP-Konzerns gescheitert, die Ölpest einzudämmen. Auch mit Hilfe von Unterwasser-Robotern wurden die Spezialisten dem Öl nicht Herr. Frühestens am Mittwoch will BP einen neuen Versuch starten, das Leck in 1.500 Metern Tiefe am Meeresgrund zu verschließen. Schwerer Matsch und Zement sollen dazu in das Bohrloch gefüllt werden. Allerdings gibt selbst BP-Chef Tony Hayward dem "Top Kill" genannten Verfahren nur eine Erfolgschance von 60 bis 70 Prozent.

Unterdessen bereitet der US-Kongress die Erhöhung der Ölsteuer vor. Nach den Plänen könnte die Abgabe auf 32 Cent pro Barrel steigen, dies wäre eine Vervierfachung. Über einen Zeitraum von zehn Jahren könnten so etwa elf Milliarden Dollar (rund neun Milliarden Euro) zusammenkommen. Das Geld soll in einen von der Küstenwache verwalteten Fonds fließen, der für die Kosten von Reinigungsaktionen in Wasserwegen aufkommt.

Die Explosion einer von dem britischen Konzern BP genutzten Bohrinsel hatte am 20. April ein Leck am Meeresgrund verursacht, aus dem seither mindestens 23.000 Tonnen Öl ausgeströmt sind. Einige Experten gehen davon aus, dass bereits über 40.000 Tonnen Öl ausgetreten sind, mehr als bei der bislang schwersten Ölkatastrophe in der US-Geschichte, der Havarie der "Exxon Valdez".

Die Kosten für die Eindämmung der Ölpest und die Entschädigung von Küstenbewohnern belaufen sich nach Angaben von BP schon jetzt auf 760 Millionen Dollar (608 Millionen Euro). Die endgültigen Kosten seien noch nicht abzuschätzen, erklärte der Konzern am Montag.

APN APN

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