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Kampf gegen Isis-Dschihadisten Irakisches Militär meldet Rückeroberung dreier Städte


Nachdem die Isis-Dschihadisten Teile des Iraks unter ihre Kontrolle gebracht haben, meldet das Militär nun erste Erfolge ihrer Gegenoffensive. Ein Angriff auf Bagdad ist jedoch weiterhin möglich.

Nach dem Vormarsch der Dschihadisten im Norden des Iraks hat die Armee des Landes die Rückeroberung dreier Städte nahe der Hauptstadt Bagdad vermeldet. Am Samstag hieß es zudem aus Armeekreisen, eine größere Offensive gegen die radikalsunnitische Isis-Gruppierung werde vorbereitet. Irans Präsident Hassan Ruhani brachte eine Kooperation mit den USA im Kampf gegen die Islamisten ins Gespräch.

Das Militär brachte nach eigenen Angaben mit Unterstützung von Stammeskämpfern unter anderem die Stadt Ischaki in der Provinz Salaheddin nördlich von Bagdad wieder unter ihre Kontrolle. Wie Polizei und Rettungskräfte mitteilten, wurden dort zwölf verkohlte Leichen von Polizisten entdeckt. Auch die nahen Städte Muatassam und Dhuluijah seien seit Freitagabend zurückerobert worden.

Weiter hieß es von der Polizei, die Dschihadisten von der Gruppierung Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isis) seien vor der Stadt Mukdadijah in der Provinz Dijala gestoppt worden. Demnach gab es heftige Gefechte. Seit dem vergangenen Montag hatten Isis-Kämpfer zunächst die nordirakische Millionenstadt Mossul und dann die gesamte Provinz Ninive sowie weitere Städte und Regionen erobert. Sie rückten dabei immer weiter auf Bagdad vor.

Gegenoffensive in Samarra

Ein Armeeoberst kündigte am Samstag an, in der Umgebung von Samarra wolle das Mililtär zu einem Gegenschlag ausholen. Verstärkung von Seiten der Polizei und der Armee sei bereits am Vortag in der Stadt 110 Kilometer nördlich von Bagdad eingetroffen. Die Einheiten erwarteten nun den Angriffsbefehl, um gegen Islamisten in mehreren Städten vorzugehen.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki hielt sich am Freitag in Samarra auf, um eine von den Schiiten verehrte religiöse Stätte aufzusuchen. Im Internet veröffentlichte er eine Erklärung, nach der ihm vom Kabinett "umfassende Vollmachten" erteilt wurden. Al-Maliki war vor wenigen Tagen damit gescheitert, vom Parlament den Ausnahmezustand verhängen zu lassen.

Irans Präsident Ruhani schloss am Samstag eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Dschihadisten im Irak nicht aus. "Wenn wir sehen, dass die Vereinigten Staaten gegen terroristische Gruppen im Irak einschreiten, dann kann man darüber nachdenken", sagte Ruhani vor Journalisten in Teheran. Bisher gebe es aber von US-Seite "keine Handlungen".

Obama will keine Bodentruppen entsenden

US-Präsident Barack Obama hatte am Freitag eine Entsendung von Bodentruppen in den Irak ausgeschlossen. Allerdings will er nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen eine "Reihe anderer Optionen" prüfen. Die irakische Regierung soll bei der US-Regierung angefragt haben, ob diese die islamistischen Extremisten mit Drohnenangriffen bekämpfen könne.

Vertreter Washingtons und Teherans trafen sich in der vergangenen Woche zu bilateralen Gesprächen über das iranische Atomprogramm. Es waren die ersten solchen Gespräche seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen infolge der Besetzung der US-Botschaft in Teheran im Jahr 1979. Das US-Außenamt teilte am Freitag aber mit, es gebe "keine Gespräche über den Irak".

Nahe der Grenze zum Irak wurden in Syrien am Samstag bei einem Bombenanschlag auf einen Markt bis zu 30 Menschen getötet. Die genauen Umstände blieben unklar. Ein örtlicher Vertreter der gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad kämpfenden Rebellen wies Isis-Kämpfern die Schuld zu. Auch im syrischen Bürgerkrieg werden einige Gebiete von Isis-Einheiten kontrolliert.

amt/AFP AFP

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