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Kandidat für Außenministerposten Mitt Romney spaltet Trump-Team

Mitt Romney und Donald Trump
Holt Donald Trump seinen einstigen Rivalen Mitt Romney als Außenminister ins Kabinett?
© Aude Guerrucci/EPA/DPA
Einst Rivale, jetzt Außenministerkandidat: Mitt Romney könnte die Schlüsselposition im neuen Kabinett besetzen. Doch ausgerechnet von Donald Trumps enger Beraterin Kellyanne Conway kommt heftiger Widerstand.

Wer wird neuer Außenminister in der Regierung Trump? Die Debatte um die Schlüsselposition im neuen Kabinett sorgt für Zündstoff bei den Republikanern: Kellyanne Conway, eine enge Beraterin Donald Trumps, sprach sich erneut vehement gegen eine Nominierung von Mitt Romney aus. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts habe im Wahlkampf "getan, was er konnte, um Donald Trump zu schaden", sagte Kellyanne Conway in der ABC-Sendung "This Week" am Sonntag.

Zwar räumte Conway ein, sie werde die Entscheidung Trumps respektieren und sagte: "Es gibt nur einen, der sein Kabinett auswählen wird, und das ist der gewählte Präsident." Sie ließ aber auch erkennen, dass es offenbar Uneinigkeit zwischen dem republikanischen Parteiestablishment und dem engen Kreis um Donald Trump gebe: "Wir sind alle für Einheit in der Partei. Aber ich denke nicht, dass wir dafür mit dem Posten des Außenministers bezahlen müssen", sagte Conway.

Kellyanne Conway
Kellyanne Conway äußert offene Zweifel an der Loyalität Mitt Romneys
© Aude Guerrucci/DPA

Romney bezeichnete Trump als "Hochstapler"

Neben Mitt Romney gilt der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Guiliani, als heißer Anwärter für das Amt des Außenministers. Auch David Petraeus (64, Ex-CIA-Direktor), John Bolton (68, Ex-UN-Botschafter) und Bob Corker (64, Senator von Tennessee) werden derzeit Chancen eingeräumt. Guiliani hatte Trump schon sehr früh im Wahlkampf seine Unterstützung zugesichert und gilt Trump gegenüber als loyal.

Ganz anders: Mitt Romney. Der 69-Jährige gilt als Teil des republikanischen Establishments und hatte 2012 selbst für das Amt des US-Präsidenten kandidiert. Er unterlag damals Barack Obama. Während des diesjährigen Wahlkampfs hatte er Trump aufs heftigste kritisiert. Unter anderem bezeichnete Romney Trump im März bei einer Rede als "Hochstapler" und als "falsch". "Die Aussichten auf eine sichere und erfolgreiche Zukunft werden stark sinken", sollte Trump als republikanischer Kandidat aufgestellt werden. Auch warf Romney Trump vor, er würde sich "durchsickernden Rassismus" zunutze machen.

"Mitt, fall auf die Knie"

Trump hatte schon während seiner Kampagne auf Romneys Attacken reagiert und heftig gegen den ehemaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten gewettert: "Mitt ist ein gescheiterter Kandidat. Er hat versagt (…) er bettelte mich um meine Unterstützung an. Ich hätte sagen können, 'Mitt, fall auf die Knie' und er wäre auf die Knie gefallen." Im Wahlkampf 2012 hatte Trump Romney seine Unterstützung zugesagt. Als Trump wiederum 2016 kandidierte, sagte er, nun könne man sehen, "wie loyal Romney ist". Trotz all des bösen Blutes hatten sich Romney und Trump nach dessen Wahlerfolg getroffen, um über einen Posten im Kabinett zu sprechen.

Schon letzte Woche jedoch hatte die enge Trump-vertraute Conway erstmals öffentlich Zweifel an Romney verbreitet. Damals schrieb sie auf Twitter: "Einige Trump-Anhänger warnen vor Romney als Außenminister." Sie habe viele Nachrichten von Trump-Anhängern erhalten, die diesem Tenor folgten. Damals sagte sie gegenüber CNN, sie habe nur die Bedenken öffentlich gemacht, die von vielen Seiten an sie herangetragen wurden. Im Vorfeld habe sie diese jedoch schon mit Donald Trump und seinem Vize Mike Pence besprochen. Es gehe also nicht um ihre persönliche Meinung.

Doch mittlerweile ist der Ton Conways noch schärfer geworden. Sie machte gegenüber CNN deutlich, dass die Zweifel an Romney bei Weitem nicht verflogen seien: "Es geht besonders um die Reaktion der Basis. Ich höre von Leuten, die sagen, 'hey meine Eltern sind ohne einen Penny gestorben, aber ich habe 216 US-Dollar an Donald Trumps Kampagne gespendet und ich würde mich betrogen fühlen' (…) wir wissen doch nicht mal, ob Mitt Romney Donald Trump gewählt hat."

Trump wolle "bestmögliche Entscheidung" treffen

Während Trumps Wahlkampf hatte sich innerhalb der Republikaner starker Widerstand gegen den populistischen Immobilienmilliardär formiert. Unter dem Hashtag #NeverTrump hatten sich viele prominente Republikaner, darunter auch Romney, öffentlich gegen den designierten 45. US-Präsidenten ausgesprochen. Dieses böse Blut scheint nicht vergessen zu sein, während sich das Parteiestablishment und das Trump-Lager nun notgedrungen annähern.

Dass es auch innerhalb des Trump-Lagers offenbar unterschiedliche Ansichten zu Mitt Romney gibt, verdeutlichte eine Statement des neuen Stabschefs und Republikaner-Vorsitzenden Reince Priebus. Dieser legte nach Conways Äußerungen gegenüber "FoxNewsSunday" eine etwas andere Sicht der Dinge dar: Trump sei auf der Suche nach dem bestmöglichen Kandidaten für das Amt des Außenministers. Er werde "die bestmögliche Entscheidung für das amerikanische Volk treffen". Weiter beschwichtigte Priebus: "Ich kann einfach nur dem amerikanischen Volk versichern, dass der Umstand, dass er (Trump) sogar mit der Idee spielt, einen Rivalen (Romney) auszuwählen, nur zeigt, dass er versucht, für jeden den besten Platz in diesem Land zu finden."

mit Agenturen

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