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KLIMASCHUTZ: Einigung über Kyoto-Abkommen

Mehr als 160 Staaten haben sich auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch auf einen Kompromiss geeinigt. Auch Russland und Japan wollen das Protokoll nun unterzeichnen.

Die UNO-Klimakonferenz hat sich am frühen Samstagmorgen auf die Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Kyoto verständigt. »Wir haben eine Vereinbarung«, sagte der britische Umweltminister Michael Meacher nach stundenlangen Detail-Verhandlungen im marokkanischen Marrakesch. Das 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll schreibt vor, dass die Industrienationen ihre Treibhausgase - vor allem Kohlendioxyd (CO2) - bis zum Jahr 2012 um durchschnittlich fünf Prozent von dem im Jahr 1990 erreichten Niveau absenken. Die Treibhausgase werden für die Erderwärmung verantwortlich gemacht.

Auch Russland will ratifizieren

Meacher sagte: »Das ist ein bemerkenswerte Tag für die Umwelt nach vier Jahren Verhandlungen über Kyoto.« Russland, das wie Japan, Kanada und Australien bis zuletzt Vorbehalte hatte, erklärte, das Abkommen ratifizieren zu wollen. Der russische Delegationsleiter Alexander Bedritski sagte auf der Abschlusssitzung, die gefundene Vereinbarung öffne den Weg zur Ratifizierung durch alle Ländern, »einschließlich der russischen Föderation«. Für die Europäische Union erklärte der belgische Energieminister Olivier Deleuze: »Wir sind ganz zuversichtlich, dass das (Kyoto)-Protokoll gesichert ist. Der Kyoto-Prozess ist jetzt unumkehrbar.«

USA bleiben draußen

Einen schweren Rückschlag hatte das Abkommen im März dieses Jahres durch die Absage der USA erlitten. US-Präsident George W. Bush hatte kurz nach seinem Amtsantritt Anfang des Jahres erklärt, dass die USA das Abkommen nicht umsetzen würden, weil dieses der heimischen Wirtschaft schade. Die USA sind der größte Schadstoffproduzent der Welt und waren 1990 für rund 36 Prozent des CO2-Ausstoßes aller Industriestaaten verantwortlich.

55 Staaten müssen unterzeichnen

Das Kyoto-Abkommen kann nur in Kraft treten, wenn es von 55 Staaten ratifiziert wird, die zusammen 55 Prozent der Treibhausgase produzieren. Die EU will bis 2002 das Abkommen ratifizieren. »Ich bin sicher, dass alle Länder mit Ausnahme der USA den Vertrag ratifizieren werden«, sagte Deleuze. In Tokio begrüßte Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi in einer Erklärung die Einigung.