Krisenherd Irak Neues Massengrab entdeckt


Der Irak kommt nicht zur Ruhe: Irakische Behörden fanden ein weiteres Massengrab, Sunniten protestieren auch am Dienstag gegen die Wahl, mindestens fünf Menschen wurden bei Anschlägen getötet.

Irakische Behörden haben ein Massengrab mit 31 Leichen aus der Regierungszeit von Saddam Hussein gefunden. Das in der Stadt Kerbela gefundene Grab stamme vermutlich aus der Zeit des Schiiten-Aufstandes nach dem ersten Golfkrieg, sagte ein Behördenvertreter am Dienstag. "Unsere Untersuchungen laufen noch, aber es scheint so, dass sie Opfer der Vorgänge von 1991 waren." Das Grab wurde bei Bauarbeiten für ein Abwasserprojekt entdeckt.

Seit dem Sturz Saddam Husseins, dessen Regierung von Sunniten dominiert war, sind etwa 300 mutmaßliche Massengräber im schiitischen Süden und kurdischen Norden des Irak gefunden worden. Die Sunniten sind im Irak in der Minderheit.

Religiöse Schiiten sind klare Wahlsieger

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Parlamentswahlen Mitte Dezember hat die Vereinigte Irakische Allianz auch im neuen Parlament die meisten Sitze. Sunnitische Araber sowie die Allawi-Partei zweifeln den Wahlsieg der religiösen Schiiten jedoch an. Sie drohen damit, das neue Parlament zu boykottieren. Hunderte Sunniten protestierten in Bagdad am Dienstag gegen angebliche Wahlfälschungen. Sie trugen Transparente, auf denen stand: "Wahlfälschung ist schmutzig und ungerecht".

Bereits in den vergangenen Tagen hatten Tausende Iraker bei Protesten in Bagdad, Falludscha und Bakuba gegen angebliche Wahlfälschung protestiert. Das offizielle Endergebnis der Wahl vom 15. Dezember wird Anfang Januar erwartet.

Fünf Tote bei Attentaten

Bei Anschlägen wurden unterdessen fünf Menschen getötet. Ein irakischer Offizier starb, als Unbekannte östlich von Kirkuk im Norden des Landes auf sein Auto schossen. Rund 65 Kilometer südlich von Bagdad stürmten Bewaffnete zwei Häuser und erschossen vier Bewohner. Auf der Hauptstraße zwischen den nördlich von Bagdad gelegenen Städten Samarra und Al-Dor entführten als Polizisten verkleidete Kidnapper den Chef eines Pharmaunternehmens sowie sechs seiner Begleiter.

In Mossul im Norden des Landes verhafteten Grenzpolizisten sechs Iraker und einen Syrer unter dem Verdacht, die Einschleusung ausländischer Terroristen vorbereitet zu haben. Die Vereinigung der sunnitischen Rechtsgelehrten teilte mit, irakische Sicherheitskräfte hätten am Sonntag bei einer Großrazzia im Westen Bagdads 50 Menschen festgenommen.

DPA/Reuters DPA Reuters

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