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Nahost-Konflikt: Gewaltspirale dreht sich weiter

Bei zwei Selbstmordattentaten in Jerusalem und Tel Aviv innerhalb weniger Stunden haben bisher 17 Menschen ihr Leben verloren. Als Reaktion griff die israelische Luftwaffe Ziele in Gaza-Stadt an. Hamas-Führer Mahmud el Sahar wurde verletzt, drei Palästinenser getötet.

Bei einem israelischen Luftangriff auf das Haus eines Führers der radikalen Hamas-Organisation sind am Mittwoch in der Stadt Gaza drei Palästinenser getötet worden. Während Hamas-Führer Mahmud el Sahar bei dem Angriff nur verletzt wurde, starb sein Sohn Chaled in den Trümmern des Hauses.

Nach Augenzeugenberichten hatte ein F-16 Kampfflugzeug der israelischen Luftwaffe eine Bombe auf das Haus el Sahars geworfen. Der Angriff folgte nur wenige Stunden nach zwei palästinensischen Selbstmordanschlägen in Israel, bei denen am Dienstagabend insgesamt 17 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden waren.

Anschlag in einem belebten Viertel

Zuvor hatte sich am späten Dienstagabend in Jerusalem ein Selbstmordattentäter in einem Cafe in die Luft gesprengt und sechs Menschen mit in den Tod gerissen. Ein siebter erlag am Mittwoch im Krankenhaus seinen Verletzten. Nach Angaben von Rettungskräften wurden mehr als 30 Menschen verletzt. Laut Polizei gelangte der Täter in das Cafe, obwohl am Eingang zwei Wachleute postiert waren. Einer der Wachmänner habe versucht, den Täter anzuhalten, daraufhin habe sich der Mann in die Luft gesprengt. Der Anschlag ereignete sich in der so genannten Deutschen Kolonie, einem Viertel mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften.

Attentat an Bushaltestelle

Bei dem Selbstmordanschlag gut fünf Stunden zuvor an einer belebten Bushaltestelle in der Nähe des Tel Aviver Vororts Rischon Lezion wurden außer dem Attentäter mindestens acht Menschen getötet. Nach Angaben von Rettungskräften wurden rund 30 Menschen zum Teil schwer verletzt. In der Nähe der Bushaltestelle befindet sich eine israelische Kaserne.

Die beiden Attentäter waren nach einem Rundfunkbericht Aktivisten aus dem Dorf Rantis westlich von Ramallah im Westjordanland. Beide hätten zusammen an der Bir-Seit-Universität in Ramallah studiert. Offenbar hätten sie die Attentate abgesprochen.

Der israelische Regierungssprecher hatte in einer ersten Stellungnahme "entsprechende Reaktion" des Staates Israels angekündigt. Es hieß, das israelische Kabinett hatte bereits einen Vergeltungsplan nach den Anschlägen ausgearbeitet. Israels Premier Sharon hat seinen Indien-Besuch unterbrochen und wird am Mittwochabend in Jerusalem erwartet.