Neue US-Regierung Obama holt Nobelpreisträger ins Team


Wissenschaftsgenie im US-Kabinett: Der Physik-Nobelpreisträger Steven Chu soll Medienberichten zufolge unter dem neuen US-Präsidenten Barack Obama den Posten des Energieministers übernehmen. Offenbar steht außerdem schon fest, wer künftig für Umwelt- und Klimapolitik zuständig sein wird.

Der designierte US-Präsident Barack Obama wird Medienberichten zufolge den Physik-Nobelpreisträger Steven Chu als neuen Energieminister nominieren. Darüber hinaus solle die frühere Chefin der Umweltbehörde des Staates New Jersey, Lisa Jackson, die US-Umweltbehörde EPA leiten, wie der Fernsehsender NBC am Mittwoch (Ortszeit) meldete. Ein neu geschaffener Posten, von dem aus die Energie-, Klima und Umweltpolitik der neuen Regierung koordiniert werden soll, gehe an Carol Browner, die unter Präsident Bill Clinton EPA-Chefin war.

Der 60-jährige Chu setzt sich für die Erforschung alternativer Energien ein und hat gewarnt, ohne rasches Handeln könnte der Kampf gegen die globale Erwärmung zu spät sein. Chu war 1997 gemeinsam mit zwei Kollegen mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Sie hatten eine Technik entwickelt, wie Atome mit Laserlicht gekühlt und gefangen werden können. Der Professor für Physik sowie Molekular- und Zellbiologie leitet an der University of California in Berkely das Lawrence Berkeley National Laboratory und hat sich in den vergangenen Jahren dafür engagiert, verschiedene wissenschaftliche Disziplinen zum Kampf gegen den Klimawandel zusammenzubringen.

Carol Browner, 52, war im Übergangsteam Obamas für die Überprüfung der bisherigen US-Umweltpolitik zuständig. Jackson hatte 16 Jahre bei der EPA gearbeitet, bevor sie 2002 in die Regierung des kleinen Staates New Jersey wechselte. Mit der offiziellen Bekanntgabe der Personalien wird innerhalb der nächsten Wochen gerechnet.

Obama kündigte an, er wolle sich um einen "Neustart" des Ansehens der USA in der muslimischen Welt bemühen. Bei seiner Vereidigung werde er seinen vollen Namen - Barack Hussein Obama - verwenden, erklärte der künftige Präsident in einem Interview der "Chicago Tribune" und der "Los Angeles Times". Derzeit gebe es eine "einzigartige Gelegenheit", das Image der Vereinigten Staaten weltweit und vor allem bei den Muslimen zu erneuern.

Hohe Zufriedenheit bei Bürgern

Im Wahlkampf hatte Obama versprochen, sich für die Verbesserung des weltweiten Ansehens der USA einzusetzen. Dazu gehöre auch eine Rede in der Hauptstadt eines islamischen Landes. Ob er dazu in seinem ersten Amtsjahr komme, sei aber noch unklar, sagte Obama in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Instituts GfK erklärten 73 Prozent der Befragten, sie würden Obamas bisherige Vorbereitungen auf seine Amtseinführung gutheißen. Unter den Demokraten äußerten sich 90 Prozent zufrieden, bei den Republikanern waren es 54 Prozent. Amtsinhaber George W. Bush kommt in der Erhebung auf lediglich 28 Prozent Zustimmung zu seiner Amtseinführung. Selbst bei den Angehörigen seiner Republikanischen Partei liegt die Zustimmungsrate nur bei 54 Prozent.

DPA/AP/ukl


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