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US-Präsident: Interview im "Wall Street Journal": Trump überrascht mit Aussage übers Verhältnis zu Nordkorea

Hart und unversöhnlich haben sich Nordkorea und die USA zuletzt beharkt, scharf und schärfer wurde der Ton. Da gibt Trump aus dem Nichts eines dieser Interviews. Aus dem könnte man schließen: Alles halb so wild?

Nordkorea: "Ich habe wahrscheinlich ein gutes Verhältnis zu Kim Jong Un", glaubt Donald Trump

Werden US-Präsident Donald Trump (l.) und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un doch noch Freunde?

Inmitten der scharfen Auseinandersetzung mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump völlig überraschend sein Verhältnis zu seinem Gegenüber Kim Jong Un als gut bezeichnet. "Ich habe wahrscheinlich ein gutes Verhältnis zu Kim Jong Un", sagte Trump am Donnerstag in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". "Ich habe Beziehungen zu Leuten. Ich denke, Sie wären überrascht."

Nach Monaten eines scharfen Kriegs der Worte zwischen Washington und kamen Trumps Äußerungen sehr unerwartet. Der US-Präsident hatte dem Land mit noch nie da gewesenem "Feuer und Wut" sowie totaler Zerstörung gedroht. Immer wieder überzogen sich Kim und Trump gegenseitig mit Beleidigungen und Drohungen. Trump nannte Kim unter anderem "klein und fett", "Little Rocket Man" (Kleiner Raketenmann) und "verrückt". Kim warf dem US-Präsidenten vor, geistesgestört zu sein.

Rolle rückwärts von Trump im Nordkorea-Konflikt

Vor dem Hintergrund des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms war der Streit immer weiter eskaliert. In mehreren Berichten wird die große Sorge geäußert, die bereiteten sich auf einen Krieg mit Nordkorea vor. Zuletzt beharrte Trump darauf, den größeren "Atomknopf" als sein Gegenüber in Pjöngjang zu haben.

Harsche und persönliche Kommentare auf Twitter bezeichnete Trump als Teil einer breiteren Strategie. "Sie werden das bei mir häufiger erleben", sagte er. "Und dann, auf einmal, ist jemand mein bester Freund. Ich könnte Ihnen 20 Beispiele geben. Sie mir 30. Ich bin ein sehr flexibler Mensch."

Gefragt, ob er mit Kim schon einmal gesprochen habe, sagte Trump dem " ": "Ich möchte das nicht kommentieren. Ich werde nicht sagen, ob oder ob nicht."

"Wisst ihr was? Mexiko zahlt"

Am Mittwoch hatten sich Trump und sein südkoreanischer Amtskollege Moon Jae-In telefonisch darauf verständigt, den Druck auf das kommunistisch geführte Nordkorea hochzuhalten. Den Angaben zufolge zeigte sich Trump offen, selbst Gespräche mit Nordkorea zu führen. Diese müssten aber zur richtigen Zeit und unter den richtigen Umständen stattfinden, hieß es vom Weißen Haus ohne nähere Erläuterung. Ähnliche Andeutungen machte Trump zuletzt mehrmals. 

Ebenfalls im Interview mit dem "Wall Street Journal" bekräftigte Trump seine Ansicht, solle für eine von ihm geplante Mauer an der mehr als 3100 Kilometer langen Grenze zwischen beiden Ländern zahlen. "Sie können dafür indirekt über Nafta zahlen", sagte er mit Blick auf mögliche neue Regelungen in dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen.

Nafta wird derzeit zwischen den USA, Kanada und Mexiko neu verhandelt und ist seitens der USA unter Beschuss. "Wisst ihr was? Mexiko zahlt", sagte Trump dem Blatt. Vor allem in Kanada herrscht nach mehreren erbitterten Zollstreitigkeiten mit den USA erhebliche Skepsis über die Zukunft von Nafta. Die gesamte Diskussion über das will Trump bis nach der Wahl in Mexiko am 1. Juli offenhalten. "Mir ist klar, dass viele Dinge vor einer Wahl schwer zu verhandeln sind", sagte Trump.

Im gleichen Atemzug erklärte der US-Präsident jedoch, dass er das Freihandelsabkommen beenden wolle, wenn es nicht zu einem für die USA besseren Deal komme. 

fs / DPA