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Nordkoreas Herrscher Kim Jong ll Die langsame Machtübergabe


Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il ist laut einem Bericht des Staatsfernsehens als Generalsekretär der Kommunistischen Partei (KP) bestätigt worden. Die staatlich kontrollierten Medien des Landes berichteten am Dienstag zudem, auf dem mit Spannung erwarteten Parteitag in Pjöngjang gebe es Entwicklungen von "entscheidender" Bedeutung.

Nordkoreas Militärmachthaber Kim Jong Il ist am Dienstag beim größten Treffen der kommunistischen Partei im Amt des Generalsekretärs bestätigt worden. Das meldeten nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap die Staatsmedien des Nachbarlandes. Zuvor hatte der 68-jährige Kim nach Berichten nordkoreanischer Medien per Weisung seinen jüngsten Sohn, Kim Jong Un, in den Rang eines Generals befördert. Es wurde auch die 64-jährige Schwester des Militärmachthabers, Kim Kyong Hui, und Choe Ryong Hae, ein langjähriger Vertrauter der Kim-Familie, zu Vier-Sterne-Generälen ernannt. Es war das erste Mal, dass der Name Kim Jong Uns - der erst Ende 20 ist - in den Staatsmedien erwähnt wurde.

Nach Ansicht von Beobachtern ebnet die Ernennung den Weg für den Sohn, die Beziehungen zur politischen und militärischen Elite des weitgehend abgeschotteten Staates zu vertiefen. Die Ernennung erfolgte nur Stunden vor Beginn des größten Treffens der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei seit 30 Jahren in der Hauptstadt Pjöngjang. Dabei soll die Führungsmannschaft der Partei neu besetzt werden. Kim Jong Un wurde nach Berichten südkoreanischer Medien neben seinem Vater vom Militär als Delegierter für das Treffen nominiert.

Es wird vermutet, dass der gesundheitlich angeschlagene Machthaber die Konferenz nutzen will, um seine Nachfolge abzusichern. Dazu könnte der 68-Jährige seinem Sohn, der politisch bisher nicht in Erscheinung getreten ist, und anderen Personen seines Vertrauens wichtige Parteiämter zuschanzen.

Kim Jong Il "glaubt fest, dass die befehlshabenden Angehörigen der Volksarmee weiterhin die Parteiführung unterstützen und die revolutionäre Großtat vollstrecken, die zuerst am Berg Paektu begonnen hat", hieß es bei KCNA. Der Paektu gilt in Nordkorea unter anderem als Symbol der Kim-Dynastie.

Kims Schwester, Kim Kyong Hui, die für die Leichtindustrie des Landes zuständig, und sein Schwager, Jang Song Thaek, sollen nach Ansicht von Beobachtern möglicherweise für einen störungsfreien Machttransfer sorgen. Jang ist Stellvertreter Kim Jong Ils in der Nationalen Verteidigungskommission, dem mächtigsten Entscheidungsgremium des Staates.

Kim bereitet nach Erkenntnissen von Nordkorea-Kennern seit längerem alles für die Machtnachfolge in dritter Generation vor. Er selbst steht seit dem Tod seines Vaters, des "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung, im Juli 1994 an der Staatsspitze. Vor gut zwei Jahren soll er einen Schlaganfall erlitten haben. Sein industriell heruntergewirtschaftetes Land ist von Hilfe von außen abhängig. Wegen seiner Raketen- und Atomtests bestehen bereits seit einigen Jahren scharfe Sanktionen des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea.

APN/DPA DPA

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