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Nukleargipfel in Seoul Obama wirbt für "atomwaffenfreie Welt"


Kaum eine Stadt wird so massiv und offen von einem Nachbarland bedroht wie Seoul, Schauplatz des zweiten Weltgipfeltreffen zur Vorbeugung gegen Nuklearterrorismus. Barack Obama bekräftigte hier seine Vision einer atomwaffenfreien Welt. Eine Einladung zu Abrüstungsgesprächen mit Russland.

Das zweite Weltgipfeltreffen zur Vorbeugung gegen Nuklearterrorismus hat in Seoul begonnen. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak begrüßte offiziell die Teilnehmer aus mehr als 50 Ländern, darunter US-Präsident Barack Obama und Bundesaußenminister Guido Westerwelle.

Begleitet von Warnungen an die Regierungen in Nordkorea und dem Iran hatte Obama zuvor seine Vision von einer "atomwaffenfreien Welt" bekräftigt. Obama rief beide Staaten zum Einlenken in den Konflikten um ihre Atomprogramme auf.

Nordkorea müsse den Mut haben, "nach Frieden zu trachten", sagte Obama in einer Rede vor Studenten. "Es sollte jetzt klar geworden sein, dass ihre Provokationen und das Streben nach Atomwaffen nicht die Sicherheit gebracht haben, die sie erreichen wollten." Es gebe keine Belohnung für Provokationen mehr. Nordkorea hatte 2006 und 2009 einen Atomwaffentest unternommen, auf den der UN-Sicherheitsrat mit verschärften Sanktionen reagiert hatte.

Verantwortung durch Abrüstung

An den Iran gewandt, bekräftigte Obama, dass noch immer Zeit für eine Lösung des Atomstreits durch Diplomatie sei. "Doch die Zeit ist kurz", warnte er. Iran wird wegen seines Beharrens auf die Urananreicherung verdächtigt, an Atomwaffen zu arbeiten.

Obama bot Russland an, über eine weitere Reduzierung der Atomwaffenarsenale zu reden. Die USA hätten mehr Kernwaffen, als sie benötigten. Im Mai werde er bei einem Treffen mit dem gewählten russischen Präsidenten Wladimir Putin über atomare Abrüstung reden. "Wenn Länder - einschließlich der USA - ihrer Verantwortung gerecht werden, dann stärken sie damit auch unsere Fähigkeit sicherzustellen, dass andere Länder ihrer Verantwortung gerecht werden", sagte er. "Und Schritt für Schritt kommen wir der Sicherheit und dem Frieden in einer Welt ohne Atomwaffen näher."

China und Russland ebenfalls zugegen

Am Rande des Gipfeltreffens sprach sich auch Guido Westerwelle (FDP) für eine Welt ohne Atomwaffen aus. In einer auf Englisch gehaltenen Rede an der Universität Hanyang sagte Westerwelle, das bedeute auch, Nordkorea davon abzuhalten, "die Welt mit seiner nuklearen Strategie zu bedrohen". Der Iran müsse dazu gebracht werden, "in Übereinstimmung mit seinen Verpflichtungen gemäß dem Völkerrecht vollständig und transparent" mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zusammenzuarbeiten.

An dem zweitägigen Gipfel in Seoul nehmen Vertreter von 53 Staaten teil. Der chinesische Staatschef Hu Jintao und der noch amtierende russische Präsident Dmitri Medwedew sind auch zugegen. Auf der Agenda der Konferenz stehen die Themen Atomenergie, Atomwaffen und die Bedrohung durch nuklear bewaffnete Extremisten. Auch die umstrittenen Atomprogramme im Iran und in Nordkorea dürften zur Sprache kommen. Der erste Gipfel zur nuklearen Sicherheit fand 2010 in Washington statt.

ono/DPA/AFP DPA

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