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Optimistischer US-Außenminister: Kerry sieht Lösung im Atomstreit mit Iran

Das Tauwetter zwischen den USA und Iran wandelt sich zu Frühlingsgefühlen: In sechs Monaten sei der Streit um die Urananreicherung beigelegt, sagt US-Außenminister Kerry. Wenn nicht sogar früher.

US-Außenminister John Kerry hält eine baldige Lösung im Atomstreit mit dem Iran für möglich. Wenn Teheran bestimmte Bedingungen erfülle, sei eine Einigung bereits sogar früher möglich als von Irans Präsident Hassan Rohani angestrebt, sagte Kerry am Sonntag dem US-Sender CBS. Sollte der Iran beispielsweise seine Atomanlage in Fordo für Inspektionen öffnen und die Herstellung von hochangereichertem Uran stoppen, könnten sich die Beziehungen zwischen Washington und Teheran "dramatisch" und "schnell" zum Besseren wenden.

Rohani hatte kürzlich angekündigt, in drei bis sechs Monaten eine diplomatische Lösung des seit Jahren andauernden Konflikts mit dem Westen um iranische Urananreicherung zu erzielen. Am Freitag hatte Rohani mit US-Präsident Barack Obama am Telefon eine Viertelstunde über Möglichkeiten zur Beilegung des Atomkonflikts gesprochen. Es war das erste Gespräch zwischen Präsidenten beider Länder seit der Iranischen Revolution 1979.

Der Westen und Israel verdächtigen den Iran, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und beharrt auf dem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie.

Atomstreit auch Thema bei Netanjahu-Besuch

Am Montag trifft Obama in Washington auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Themen des Gesprächs seien der Nahost-Konflikt sowie die jüngsten Entwicklungen in Iran, Syrien und anderen Ländern der Region. Dabei will Netanjahu darum werben, im Atomstreit mit dem Iran den Druck aufrecht zu halten. Vor seiner Abreise sagte er, er wolle die "Wahrheit" über das Atomprogramm sagen, und rief dazu auf, sich nicht vom veränderten Tonfall aus Teheran täuschen zu lassen.

Kurz vor dem Treffen betonte Obama die engen Beziehungen der USA und Israel. Zwischen den Staaten gebe es eine tiefe und beständige Verbindung, hieß es in der Nacht zum Montag in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Nach der Offensive Rohanis ist Netanjahu nach Einschätzung israelischer Medien derzeit aber in der Defensive.

sas/AFP/DPA / DPA