HOME

Entführung auf Philippinen: Nach Ablauf des Ultimatums: Große Sorge um deutsche Geisel

Lebt der von Extremisten entführte Deutsche noch? Ein Ultimatum der Entführer auf den Philippinen ist am Sonntagmorgen abgelaufen. Zugleich greift die philippinische Armee die Terroristen an.

Geiseldrama auf Philippinen

Die Yacht des entführten Deutschen wurde im November in der Sulu Sea im Süden der Philippinen gefunden

Das Schicksal eines auf den Philippinen entführten Deutschen ist nach Ablauf eines Ultimatums der Kidnapper am Sonntag unbekannt. Die Terrororganisation Abu Sayyaf hatte gedroht, den Deutschen zu enthaupten, wenn sie nicht bis diesen Sonntag, 8.00 Uhr MEZ, ein Lösegeld in Höhe von 30 Millionen Pesos - umgerechnet rund 570.000 Euro - erhalten habe. Eine offizielle Stellungnahme des Auswärtigen Amtes in Berlin gab es zunächst nicht. Aus diplomatischen Kreisen hieß es, die Bundesregierung äußere sich nicht zu Geiselnahmen.

Frau des entführten Deutschen starb bei der Geiselnahme

Der 70-Jährige war vor knapp vier Monaten entführt worden. Er wird auf der Insel Jolo festgehalten. Seine Frau war bei der Entführung erschossen worden. "Die Armee hat keine Informationen (...), dass die Geisel enthauptet wurde", sagte Armeesprecher Restituto Padilla. Das philippinische Militär betonte zudem, es sei nichts über eine mögliche Lösegeldzahlung bekannt. Die philippinische Regierung selbst bezahlt in der Regel keine Lösegelder.

Der deutsche Segler hatte am 14. Februar in einer Videobotschaft um Hilfe gefleht. Kurz vor Ablauf der Frist hatte die philippinische Luftwaffe trotz der Gefahr für die Geisel Verstecke der Terrorgruppe angegriffen. In der Region werden etwa 60 Kämpfer vermutet. Wie ein Militärsprecher mitteilte, bereiteten Bodentruppen auch eine Offensive auf Jolo vor. "Die Streitkräfte werden den Feind verfolgen und die Bedingungen diktieren, nicht umgekehrt", betonte Padilla. Bei der Operation sollen nicht nur Geiseln befreit, sondern auch die Terroristen geschwächt werden. 

Das deutsche Segler-Paar ist nicht zum ersten Mal Terroristen in die Hände gefallen. Das Paar befand sich bereits im Jahr 2008 für 52 Tage in der Gewalt somalischer Piraten. Für ihre Rettung flossen damals angeblich rund 445.000 Euro Lösegeld. Mit dem stern hatte das Paar über die Hintergründe ihrer Geiselhaft gesprochen.

Kidnapping-Opfer in Australien: Britische Backpackerin spricht erstmals über ihre Entführung




ikr / DPA