HOME

Kampf mit London-Attentätern : "Ich denke: 'Shit, da ist ein Messer in meinem Bein'"

Nur mit seinem Schlagstock bewaffnet stellte sich Wayne Marques den drei Attentätern von London entgegen. Bei dem Kampf wurde der Polizist schwer verletzt. Jetzt hat er Journalisten den dramatischen Vorfall geschildert.

Wayne Marques spricht erstmals mit Journalisten über seine Erlebnisse beim Terror-Einsatz auf der London Bridge Anfang Juni

"Ich war mit ziemlich sicher, dass meine Zeit abgelaufen war": Wayne Marques spricht erstmals mit Journalisten über seine Erlebnisse beim Terror-Einsatz auf der London Bridge Anfang Juni

Ein britischer Polizist, der sich drei Terroristen beim Anschlag auf der London Bridge am 3. Juni entgegenstellte, hat sich erstmals öffentlich zu dem Vorfall geäußert. "Die drei standen Schulter an Schulter wie ein Rudel Wölfe und starrten mich an", sagte Wayne Marques mehreren britischen Medien in einem Videointerview. Der 38-Jährige hatte nur mit einem Schlagstock bewaffnet den Kampf mit den Attentätern aufgenommen. Bei der Auseinandersetzung wurde er durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Nach seiner Tat feierten ihn die Briten als Helden.

Die Attentäter waren zunächst mit einem Transporter in Fußgänger auf der London Bridge gerast, bevor sie mit Messern wahllos auf Menschen auf der Brücke und dem nahen Borough Market einstachen. Bei den Attacken wurden acht Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt.

Attentäter sticht Marques in den Kopf

Er habe tief Luft geholt und den ersten Terroristen angegriffen, indem er ihm so hart wie er nur konnte seinen Schlagstock gegen den Kopf geschlagen habe, schilderte Marques den dramatischen Kampf. Der Mann habe vor Schmerz aufgeschrien, ihn aber dennoch so stark mit einem Messer am Kopf getroffen, dass das rechte Auge von Marques sofort erblindet sei.

Die Auseinandersetzung habe seiner Einschätzung nach etwa 90 Sekunden gedauert. Irgendwann habe ihm der erste Angreifer mit dem Messer ins Bein gestochen. "Ich denke: 'Scheiße, da ist ein Messer in meinem Bein', während ich mit dem zweiten und dem dritten kämpfe", zitiert der "Guardian" den Polizisten. Das Adrenalin habe dafür gesorgt, dass er nicht realisiert habe, wie schwer verletzt er war. Nachdem er auch in die Hand gestochen worden sei, könne er sich nur noch daran erinnern, dass er mit seinem Schlagstock um sich gehauen habe.

"Ich war mit ziemlich sicher, dass meine Zeit abgelaufen war", erzählte Marques weiter. Er habe einen der herbeigeeilten Kollegen gebeten, seiner Familie seine letzten Botschaften auszurichten. Die drei Angreifer wurden schließlich von anderen Polizisten erschossen.

Polizist erleidet zahlreiche Stichwunden

Marques erlitt bei dem Kampf mehrere Stichwunden und wurde am Kopf, an der linken Hand und am linken Bein schwer verletzt. Das Sehvermögen in seinem rechten Auge hat er den Berichten zufolge mittlerweile wiedererlangt. Aber die rechte Seite seines Kopfes ist gefühllos, er kann nicht ohne Hilfe gehen und hat Greifprobleme mit seiner linken Hand.

Mit der richtigen Unterstützung und Pflege werde er hoffentlich wieder gehen können, sagte Marques in dem Interview. "Alles, was ich versucht habe, war Menschen am Leben zu halten. Das war mein Job, Menschen am Leben halten. Und das habe ich gemacht, das habe ich versucht."


mad
Themen in diesem Artikel