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"Hugo-Chavez-Preis": Venezuela erfindet eigenen Friedensnobelpreis - und gibt ihn Putin

Zeitgleich mit dem Friedensnobelpreis hat auch Venezuela einen Preis für "Frieden und Souveränität" vergeben - an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Putin Friedensnobelpreis

Den Friedensnobelpreis hat Wladimir Putin noch nicht bekommen, den "Hugo-Chavez-Preis für Frieden und Souveränität" nun aber schon.

Schon seit Hugo Chavez 1999 in Venezuela an die Macht kam, legt sich der Staat im Norden von Südamerika regelmäßig mit den USA an. Auch nach Chavez' Tod nahmen die Sticheleien nicht ab. Jetzt wird in seinem Namen eine eigene Variante des Friedensnobelpreis vergeben. Und auch das dürfte vor allem eine Provokation gegenüber den USA sein.
Denn der erste Preisträger des "Hugo-Chavez-Preis für Frieden und Souveränität" ist kein Geringerer als der russische Präsident Wladimir Putin. Das verkündete der amtierende venezuelanische Präsident Nicolas Maduro, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Putin sei "ein Kämpfer für den Frieden" und habe sich den Preis somit redlich verdient, erklärte Maduro demnach bei der Enthüllung einer Statue von Chavez. Die soll ein nicht genannter russischer Künstler entworfen haben. Die Preisträger sollen eine Miniatur der Statue erhalten.

Chavez- statt Nobelpreis

Die Ankündigung erfolgte am selben Tag wie die des Friedens-Nobelpreises. Der geht dieses Jahr an den Präsidenten von Venezuelas Nachbarland Kolumbien. Juan Manuel Santos wurde für seine Bestrebungen geehrt, den seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt mit den FARC-Rebellen zu beenden. Von Erfolg waren die bisher aber nicht gekrönt: Sein Friedensplan wurde gerade in einer Volksabstimmung abgelehnt.

Mit Russland und China für mehr Souveränität

Der Namensgeber des Preises, Chavez, hatte sich in seiner 14-jährigen Amtszeit immer wieder mit den jeweiligen US-Regierungen angelegt und war die drei Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama offen angegangen. Bush soll nach Gerüchten hinter einem Putsch-Versuch gegen Chavez gesteckt haben, was offizielle Stellen der USA aber stets bestritten. Chavez hatte sich stets für ein Ende der US-Einmischung in die Politik Südamerikas und eine größere staatliche Souveränität eingesetzt und dafür auch Unterstützung durch China und Russland gesucht.

Mit seiner immer offener gegen die USA gerichteten Aktionen scheint Wladimir Putin genau nach dem Geschmack der venezuelanischen Regierung zu agieren. Vor allem Russlands offenes Machtstreben dürfte imponieren. Unter Putin strebt das Land nach einer Phase der Entspannung in den Beziehungen mit den USA aktuell wieder eine stärkere Position in der Weltpolitik an, etwa in Bezug auf die Situation der Krim oder auch im Syrien-Konflikt.

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Die Wege sind weit in der russischen Steppe. Das Orenburg-Naturschutzgebiet liegt ganz im Süden Russlands und umfasst mehr als 200 Quadratkilometer.

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mma