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Reaktionen auf Terrorangriffe Israel bombt zurück


Israel übt Vergeltung für die blutigen Anschläge von Eilat. In der Nacht flog die Luftwaffe weitere Angriffe auf Ziele im Gazastreifen. Sieben Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein - darunter auch Kinder. Die Palästinenser antworteten mit selbst gebauten Raketen.

Nach den schwersten Terrorangriffen in Israel seit drei Jahren lassen Israelis und Palästinenser wieder die Waffen sprechen. Nachdem Terroristen am Vortag acht Israelis im Süden des Landes getötet und 31 verletzt hatten, griff die israelische Luftwaffe nach Angaben einer Armeesprecherin im Laufe der Nacht zum Freitag insgesamt sieben Ziele im Gazastreifen an. Dabei starben nach palästinensischen Angaben insgesamt sieben Menschen, darunter ein Baby und ein 13-jähriger Junge. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden.

Palästinenser feuern Rakteten ab

Unterdessen feuerten Extremisten aus dem Gazastreifen mindestens zehn Raketen Richtung Israel ab. Eines der selbst gebauten Geschosse sei am Morgen in eine Synagoge in der Hafenstadt Aschdod eingeschlagen, teilte die Armee mit. Drei Menschen seien verletzt worden.

Das Nachrichtenportal "Ynet" berichtete, eines der Opfer sei schwer verletzt. Die anderen Raketen schlugen nach diesen Angaben auf freiem Feld ein. Schon in den vergangenen Wochen waren fast täglich ein oder zwei solcher Raketen in Israel eingeschlagen.

Nach den Anschlägen im Süden Israels hat es nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen auch Tote in Ägypten gegeben. In der Nacht zum Freitag wurden nach diesen Angaben in der Nähe des ägyptisch-israelischen Grenzpostens Taba drei ägyptische Grenzwächter getötet. Sie sollen von israelischen Soldaten erschossen worden sein, die versucht hatten, um sich schießende militante Palästinenser an der Flucht nach Ägypten zu hindern. Die israelische Armee bestätigte diese Angaben zunächst nicht.

"Terroristen werden einen hohen Preis zahlen"

Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte: "Wenn Terroristen denken, sie könnten Israel ungestraft angreifen, dann werden sie einen Preis zu zahlen haben, einen sehr hohen Preis". Verteidigungsminister Ehud Barak gab Ägypten eine Mitschuld an den Anschlägen. "Die Angriffe sind ein Beweis für die mangelnde Kontrolle der Ägypter auf der Sinai-Halbinsel und das Erstarken terroristischer Gruppen dort", hieß es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums. Die Drahtzieher der Anschläge säßen aber im Gazastreifen, schrieb Barak weiter. Israel werde mit aller Härte und Entschiedenheit reagieren.

Beobachter sprachen angesichts der Eilat-Anschläge von einer neuen Dimension des Terrors. Die Attentäter hätten zunächst einen Reisebus nördlich des Badeortes am Roten Meer beschossen und seien dann geflohen. Kurz darauf seien am selben Straßenabschnitt ein zweiter Bus und zwei Privatautos unter Feuer genommen worden. Ein herbeigerufenes Armeefahrzeug sei auf eine Sprengfalle gefahren.

Den Erkenntnissen zufolge setzten die Attentäter auch panzerbrechende Waffen und Mörser ein, sagte Armeesprecher Joab Mordechai im Rundfunk. Die getöteten Angreifer hätten Sprenggürtel und Handgranaten getragen, die erst entschärft werden mussten.

mad/AFP/DPA DPA

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