Sechs-Parteien-Gesprächen Nordkorea stimmt atomarer Abrüstung zu


Nordkorea hat laut China erste Abrüstungsschritte in seinem Atomwaffenprogramm zugesagt. Im Gegenzug zu Energielieferungen will die Regierung in Pjöngjang Nuklearanlagen schließen und Inspektionen durch die Internationale Energiebehörde zulassen.

Nordkorea will erste Schritte zur Beendigung seines Atomwaffenprogramms unternehmen. Die Teilnehmer an den Sechs-Länder-Gesprächen in Peking einigten sich auf eine Vereinbarung für die Anfangsphase, die Energielieferungen im Gegenzug für eine Schließung des Atomreaktors in Yongbyon und anderer Atomanlagen sowie die Rückkehr von westlichen Inspektoren vorsieht. Das letztendliche Ziel sei die Aufgabe des Atomwaffenprogramms, sagte der chinesische Chefunterhändler Wu Dawei auf der Abschlusssitzung.

Die USA und Nordkorea wollten bilaterale Verhandlungen aufnehmen, um ungelöste Probleme in ihren Beziehungen mit dem Ziel einer Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu lösen. Beide Länder wollten auch daraufhin hinarbeiten, dass Nordkorea von der US-Liste der Staaten genommen werde, die den Terrorismus unterstützen, sagte Wu Dawei. Ein ähnlicher bilateraler Dialog soll mit Japan aufgenommen werden.

Vereinbarung mit Vorsicht genießen

Der japanische Außenminister Taro Aso dämpfte allerdings die Erwartungen hinsichtlich der Tragweite der Vereinbarung. Ein Abkommen allein bedeute noch nicht, dass der Konflikt beigelegt sei: "Das ist nur der erste Schritt, und wir müssen sehen, ob konkrete Schritte folgen", sagte Aso am Dienstag in Tokio.

Die gemeinsame Erklärung wurde auf einer Sitzung der Chefunterhändler Nordkoreas, der USA, Chinas, Südkoreas, Japans und Russlands angenommen, nachdem die Regierungen in den jeweiligen Hauptstädten über Nacht den Entwurf gebilligt hatten. In fünf Arbeitsgruppen, die innerhalb von einem Monat geschaffen werden, soll über weitere Schritte zum Abbau des Atomprogramms, Wirtschaftshilfen, eine Normalisierung der Beziehungen sowie einen Friedensvertrag für die koreanische Halbinsel diskutiert werden.

Die Gespräche drohten am Wochenende noch wegen hoher Forderungen Nordkoreas zunächst zu scheitern. An den seit Jahren andauernden Verhandlungen nehmen neben Nordkorea, den USA und Japan auch Südkorea, China und Russland teil. Nordkorea hatte im vergangenen Jahr einen atomaren Sprengsatz getestet und war dafür von den Vereinten Nationen (UN) mit Sanktionen belegt worden. Selbst der engste Verbündete China hatte verärgert reagiert.

DPA/Reuters/AP AP DPA Reuters

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