SELBSTMORD-ATTENTATE Arafat raus aus Israel?


Nach dem neuen blutigen Selbstmordanschlag erwägt der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon die Ausweisung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat.

Nach dem neuen blutigen Selbstmordanschlag bei Tel Aviv erwägt der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon die Ausweisung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Der israelische Rundfunk meldete am Mittwoch ferner, Scharon werde unmittelbar nach seiner vorzeitigen Rückkehr aus den USA am Abend das Sicherheitskabinett einberufen, um weitere Schritte zu beraten.

Warnungen aus Ägypten

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak warnte unterdessen die israelische Regierung davor, Arafat weiter zu isolieren. »Ich möchte ihnen (den Israelis) sagen, dass sie sich, falls sie es mit dem Frieden ernst meinen, mit der gewählten Führung auseinander setzen müssen«, mahnte Mubarak in Kairo.

16 Israelis getötet

Bei dem Anschlag in einer Spielhalle in Rischon Lezion südlich von Tel Aviv hatte in der Nacht ein palästinensischer Attentäter 16 Israelis mit sich in den Tod gerissen und Dutzende zum Teil schwer verletzt.

Auf einer Straße bei Megiddo im Norden Israels sprengte sich am Mittwoch erneut ein Selbstmordattentäter in die Luft, überlebte die Explosion jedoch mit Verletzungen. Israelische Soldaten, die an einer nahe gelegenen Bushaltestelle standen, blieben unverletzt. Die Sprengladung ging offenbar frühzeitig hoch.

Neue Großoffensive

Unterdessen bereitet sich die israelische Armee auf eine mögliche neue Großoffensive in den Palästinensergebieten vor. Der israelische Armeesprecher Ron Kitri sagte, die Streitkräfte seien auf die Möglichkeit gefasst, dass die Regierung eine ähnliche Offensive wie die »Operation Schutzschild« anordnen könnte. Während der Offensive, die am 29. März begonnen hatte, sind nach palästinensischen Angaben etwa 320 Palästinenser getötet worden.

»Andere Methoden«

Der israelische Generalstabschef Schaul Mofas hatte am Dienstag gesagt, Israel könnte eine noch größere Offensive als »Operation Schutzschild« in den Palästinensergebieten unternehmen, sollten die Terroranschläge weitergehen. Armeesprecher Kitri sagte, das Militär könnte bei einer neuen Operation »andere Methoden« im Kampf gegen Extremisten wählen, möglicherweise ohne eine große Mobilisierung von Reservesoldaten.


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