Seoul Nordkorea bereitet Raketenstart vor


Nach seinem weltweit verurteilten Atomtest setzt Nordkorea seinen Konfrontationskurs fort. Südkoreanischen Berichten zufolge treibt das kommunistische Regime bereits wieder Vorbereitungen für den Start einer Interkontinentalrakete voran.

Es handle sich dabei vermutlich um eine veränderte Version einer Taepodong-2-Rakete, die theoretisch auch den US-Bundesstaat Alaska erreichen kann, berichtete die Zeitung "JoongAng Ilbo".

Es gebe Hinweise, dass eine solche Rakete per Zug zur neuen nordkoreanischen Abschussanlage in Tongchang-ri an der Westküste nahe der Grenze zu China geschafft worden sei, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Der Start könne bereits in einer oder zwei Wochen erfolgen. Zeitungen spekulierten, Nordkorea könnte die Rakete um den 16. Juni testen, wenn ein Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung in Washington geplant ist

Nordkorea habe außerdem vor kurzem weite Bereiche der Gewässer vor der Westküste für den Schiffsverkehr gesperrt, berichteten südkoreanische Medien. Die Maßnahme könne mit einem Raketenstart oder mit einer möglichen Militäraktion gegen Südkorea an der umstrittenen Seegrenze in Gelben Meer zusammenhängen.

US-Verteidigungsminister Robert Gates warnte das Regime in Pjöngjang wegen der jüngsten Atombomben- und Raketentests vor Konsequenzen. Man werde nicht tatenlos zusehen, während Nordkorea sich die Möglichkeit schaffe, "Zerstörungen an jedem Ort in Asien - oder bei uns - anzurichten", sagte Gates in Singapur. Er bekräftigte am Samstag zugleich, dass die USA kein atomar aufgerüstetes Nordkorea akzeptieren würden.

Innerhalb der südkoreanischen Streitkräfte wächst den Berichten zufolge die Befürchtung, dass das Militär des kommunistischen Nachbarlandes versuchen könnte, ein Seegefecht im Gelben Meer anzuzetteln oder sogar versuchen könnte, eine südkoreanische Insel zu erstürmen. Nordkorea habe zuletzt sowohl Schießübungen als auch Übungen mit schnellen Amphibienbooten entlang der Westküste verstärkt, berichtete Yonhap.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak bat am Montag die Mitglieder des südostasiatischen Staatenverbunds ASEAN im Atomstreit mit dem Norden um weitere Unterstützung. "Wir werden weiter daran arbeiten, dass Nordkorea die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats beachtet", sagte Lee zum Auftakt eines zweitägigen Gipfeltreffens mit den Staats- und Regierungschefs der zehn ASEAN-Länder auf der südkoreanischen Insel Cheju.

dpa DPA

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