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Sergej Sobjanin: Medwedew-Kandidat ist neuer Moskauer Bürgermeister

Seine Kandidatur war erwünscht, seine Wahl daher eine Selbstverständlichkeit: Sergej Sobjanin ist vom Vizeministerpräsidenten Russlands zum Bürgermeister Moskaus geworden. Sein Vorgänger Juri Luschkow war durch Korruptionsvorwürfe unangenehm aufgefallen.

Der 52-jährige Kremlpolitiker Sergej Sobjanin ist neuer Bürgermeister Moskaus. Das Stadtparlament, dem fast nur Abgeordnete der Regierungspartei Geeintes Russland angehören, sprach sich in einer live im Fernsehen übertragenen Sondersitzung am Donnerstag mit 32 zu 2 Stimmen für den Kremlkandidaten aus. Damit wird der bisherige Vizeministerpräsident Nachfolger des langjährigen Rathauschefs Juri Luschkow. Medwedew hatte den 74-Jährigen Ende September nach Korruptionsvorwürfen gefeuert. Der Moskauer Bürgermeisterposten gilt als eines der mächtigsten Ämter in Russland.

Der aus Sibirien stammende Sobjanin gilt als enger Vertrauter von Regierungschef Wladimir Putin. Kritiker hatten dem Kandidaten vorgeworfen, nach erst fünf Jahren in Moskau die Probleme der russischen Hauptstadt nicht genau zu kennen. Sobjanin hatte den Kampf gegen die Korruption als Hauptaufgabe genannt. In Russland werden Gouverneure und der Bürgermeister von Moskau vom Präsidenten bestimmt. Sobjanins Nachfolger als Stabschef Putins wird nach Medienberichten der Generalsekretär von Geeintes Russland, Wjatscheslaw Wolodin.

Wirtschaftsexperte an der Seite des Bürgermeisters

Die Millionenmetropole Moskau wird nach Einschätzung von Beobachtern künftig allerdings von einer Doppelspitze regiert. So solle dem Politiker Sobjanin noch ein Wirtschaftsexperte zur Seite gestellt werden, hieß es. Der Kreml äußerte sich bislang nicht dazu.

Gegen Ex-Bürgermeister Luschkow waren auch Vorwürfe laut geworden, er habe bei der Vergabe von Bauaufträgen die Unternehmen seiner zur reichsten Russin aufgestiegenen Ehefrau Jelena Baturina bevorzugt.

swd/DPA / DPA