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Serie Teil 3: Ungarn: Die Donau-Republik

Sisi und Kaiser Franz Joseph - das war einmal. Aus der Monarchie von Habsburgs Gnaden und dem Ostblock-Zwangsmitglied ist ein selbstbewusster, demokratischer Staat geworden. Und der hat schon die ersten West-Probleme.

Das neue Europa steht nach einer langen Nacht Schlange vor den Dixie-Klos und sieht ziemlich verkatert aus. Stoppelbärte, Sonnenbrände und rot unterlaufene Augen. Wie jeden Sommer seit zwölf Jahren feiern Hunderttausende Jugendliche das Sziget-Festival auf der Obuda-Insel in der Donau vor Budapest, eines der größten Open-Air-Festivals in Europa. Vier Hauptbühnen, über 40 kleinere, freies Camping, fünf Millionen Euro Investitionen - klingt wie ein ganz normales Rockfestival.

Der Unterschied liegt im Detail. Auch wenn es etwas verwegen klingt: Das Besondere des Sziget-Festivals lässt sich erst bei genauerem Hinschauen entdecken - wie die meisten Besonderheiten Ungarns. Sziget-Festival-Besucher tragen wie typisch alt-europäische Jugendliche Baseballkappen, Dreadlocks, und fast jeder hat ein Tattoo. Doch etwas ist anders. Es sind die rumänischen, bulgarischen, russischen Wortfetzen zwischen englischen, deutschen oder schwedischen. Und es ist die viel bessere Stimmung vor der Bühne mit serbischer Hochzeits- und Beerdigungs-Blasmusik, wo Tausende wild tanzen und sich mit Wodka verbrüdern, während der Auftritt einer englischen Band auf der Hauptbühne zwar von vielen gesehen, aber kaum gefeiert wird.

Philosophie von Spaß und Gemeinschaft

Der entscheidende Unterschied findet sich schließlich bei den Ticketpreisen. Tageskarten kosten 14 Euro, weit unter westeuropäischem Standard. Denn die Veranstalter von Sziget sehen sich in der Tradition der kommunistischen Jugendtreffen. Damit die Gemeinschaft eine Gemeinschaft bleibt, halten sie die Preise so niedrig, dass auch ein Fan aus Sofia sie sich leisten kann. Dafür akzeptieren sie, dass Sponsoren die halbe Insel mit Werbeplakaten verhängen. Dass der heutige Festival-Manager ehemals Marketing-Direktor von Pepsi war und seine Karriere für die Philosophie von Spaß und Gemeinschaft aufgegeben hat, passt ins Bild.

"Kapitalismus ohne Kapitalisten", sagt der Ökonom Laszlo Antal, Berater von Ministerpräsident Peter Medgyessy. Womit wir bei Ungarn wären, dem Land des ehemaligen Gulaschkommunismus, oder, wieder in den Worten von Antal, "dem Kommunismus ohne Kommunisten". Die Ungarn stehen Ideologien eher skeptisch gegenüber - Ergebnis leidvoller Erfahrungen zwischen Türkenbesetzung, Habsburger-Reich, Faschismus, Stalinismus.

Welches andere Volk hat wohl so viel Selbstmitleid in seiner Nationalhymne? "Gott, segne das ungarische Volk", heißt es da. "Bring endlich ein gutes Jahr. Wir haben schon gelitten für Vergangenheit und Zukunft." Dabei waren die Ungarn keinesfalls immer nur Spielball anderer Mächte. 1875 zum Beispiel. Da gab es den ausdrücklichen Wunsch des österreichischen Kaisers Franz Joseph an die Magyaren, ihr neues Opernhaus nicht so groß wie das Wiener Gegenstück zu planen - doch der Bau des Architekten Miklos Ybl fiel zwar etwas kleiner, aber so prunkvoll aus, dass der Kaiser bei der Eröffnung zugeben musste, die Ungarn hätten ihn nach seinen eigenen Spielregeln geschlagen.

Unaussprechbarkeit der Sprache

Außerirdische seien sie, sagte der italienische Physik-Nobelpreisträger Enrico Fermi über die Landsleute seines Kollegen Leo Szilard, mit dem er sich 1955 das erste amerikanische Patent auf einen Atomreaktor teilte. Die Bemerkung zielte wohl nicht nur auf die ungarische Seelenbefindlichkeit, sondern auch auf die Sprache, deren Unaussprechbarkeit viele ungarische Auswanderer veranlasst hat, ihre Namen zu ändern. "Casablanca"-Regisseur Michael Curtiz heißt eigentlich Mihaly Kertesz, der Künstler Viktor Vasarely steht als Vasarhelyi im Geburtsregister. Ephraim Kishon (alias Ferenc Hoffmann) formte seinen Künstlernamen aus den ungarischen Worten Kis und Hon - Kleine Heimat.

Finnisch-ugrischen Ursprungs soll die Sprache sein, wie wohl der ganze Völkerstamm. Obwohl es schwer fällt, in dem heute doch eher südländisch geprägten Ungarn nordische Wurzeln zu erkennen. Außer vielleicht in der hohen Selbstmordrate, die noch niemand so recht erklären konnte, gibt es hier doch weder monatelange dunkle Winter noch ewige Kälte. Dafür aber Lieder wie "Szomoru vasarnap - Gloomy Sunday", welches angeblich neben Hunderten Schwermütigen auch den Komponisten Rezsö Seress in den Tod getrieben hat. Diese Melancholie gibt es auch im neuen Ungarn, das weniger eine Wende vollzogen hat als einen weiteren Schritt heraus aus dem Zwangskostüm des Kommunismus. Und diese Melancholie äußert sich in einer Skepsis gegenüber allem Überschwang, allem Überborden und übergroßem Enthusiasmus.

Dabei hätten gerade die zwei jungen Männer vor der Wand voller gerahmter Titelbilder allen Grund, selbstbewusst aufzutrumpfen. Sie haben geschafft, was andere geträumt haben in den Zeiten des wilden Aufschwungs der New Economy. Doch Andras Lang und Andras Melis sind seltsam unaufgeregt und sehen immer noch aus wie zwei Austauschstudenten. Ihnen gehört Pesti Est, ein Medienimperium; Umsatz 2003 über zwei Milliarden Forint (gut acht Millionen Euro). Sie sind Herausgeber des gleichnamigen Veranstaltungsmagazins in Budapest und in 18 weiteren Städten. Sie haben keine nennenswerte Konkurrenz, sie besitzen außerdem ein Kinder- und ein Theatermagazin. Für sie arbeiten 180 Mitarbeiter, der älteste davon ist gerade 36 Jahre alt.

Die Geschichte ihres Aufstiegs erzählt sich wie ein Hollywood-Roman ohne kitschiges Ende. Beide sind zusammen in die Schule gegangen, Andras Lang studierte Wirtschaftswissenschaften und besuchte für ein Jahr Universitäten in Düsseldorf und Münster, wo er nachts in Kneipen als Barpianist ein bisschen Geld verdiente und dabei das kostenlose Stadtmagazin entdeckte. Zurück in Budapest, kratzte er 6000 Forint (24 Euro) zusammen. Das war sein Startkapital, um ein Vorzeigeexemplar zu produzieren, mit dem er auf Anzeigensuche durch Restaurants und Kinos zog. Die Startauflage betrug 10 000 Exemplare, jetzt werden von Pesti Est wöchentlich 300 000 Exemplare gedruckt. Seit 1996 sind Andras und Andras nur noch Eigentümer, die Arbeit besorgen andere, und Andras Lang kann sich endlich um das kümmern, was er immer schon machen wollte: Musik mit einer eigenen Band.

Umstellungszeit: "60 Jahre"

Mit ihren 33 Jahren sind die beiden erstaunlich abgeklärt, sie haben eine ungarische Nüchternheit, die dafür sorgte, dass sie ihre Gewinne wieder in ihre Firma investierten, sodass sie jetzt sicher dasteht. Dieselbe Abgeklärtheit zeigen sie gegenüber Europa: "Welche Alternative bleibt uns denn?", fragt Melis. Auch wenn dieses Europa nicht sein Ideal vertritt, so sieht er Ungarn doch lieber als neuen Teil des alten Europas als im politischen Nirwana. Er zitiert den Soziologen Ralf Dahrendorf: Sechs Monate brauche die Einführung von Demokratie, sechs Jahre die Wirtschaft, sich umzustellen, die Menschen jedoch sechzig Jahre.

Es sei denn, sie sind, wie die jetzt 20- bis 30-jährigen Ungarn, hineingewachsen in den Umsturz. Sozialisiert in ständigen Umbrüchen. Dann eröffnen sie Kneipen in Hinterhöfen von Abrisshäusern, mit Schmalzbroten und Red-Bull-Wodka am Tresen in einem Holzverschlag und wunderbaren Kuh-Graffiti auf bröckelndem Putz. Sie verdienen Geld und genießen den Sommer. Wenn der Hinterhof zur Baustelle wird, ziehen sie eben weiter. Oder sie erobern als Discjockeys die Welt mit einem kompromisslosen Tanzbeat wie Corvin Dalek, der zwischen Tokio, Rio de Janeiro, Sofia und Budapest pendelt, in Berlin lebt und keine Zeit mehr hat, sich zu überlegen, wo er in Europa eigentlich hingehört. Sein erstes Plattencover ziert die EU-Flagge. Europa ist seine Basis.

Die jungen Ungarn wollen keine Kompromisse eingehen, denn sie fühlen, dass alles morgen wieder vorbei sein kann. Sie sehen es jeden Tag an der Generation ihrer Eltern. "Das sind die Verlierer", sagt der Ökonom Antal, "die 50- bis 60-Jährigen." Um zu begreifen, was er meint, muss man hinausfahren aus Budapest, aus der Hauptstadt, in der jeder fünfte Ungar lebt, die Erfolgreichen sowieso. Budapest ist wie Paris oder London Nabel der Welt, Zentrum des Fortschritts, des Fortkommens. Hier bewegen sich Dinge.

Ziehbrunnen prägen das Ungarnbild der Deutschen

Wer weiter nach Osten fährt, verliert sehr schnell an Tempo, denn schon bald enden die Autobahnen. Im traditionsbewussten Ungarn bleibt der Gedanke nicht aus, dass der große Magyaren-Fürst Arpad, sollte er sich heute vom Sockel auf dem Heldenplatz in Budapest noch einmal auf den Weg machen, um die Tiefebene zu erobern, wahrscheinlich hinter einem Holzlaster aus Rumänien hängen bliebe. Es ist, als entfernte man sich nicht nur in Kilometern, sondern auch im Rhythmus vom Schwung der Hauptstadt. Man fährt zurück in der Zeit, zurück zum Land der Ziehbrunnen, das ewig das Ungarnbild der Deutschen prägte.

In Hortobagy (sprich: Hortobadsch) scheint es noch zu leben, das urtümliche Reitervolk. Doch gerade Hortobagy ist ein sterbendes Dorf. Groß geworden in den Jahren nach dem Ungarn-Aufstand 1956 als Exil-Station für Budapester Freidenker, ein Sibirien Ungarns. 3000 Menschen waren hier einmal in den Agrarbetrieben angestellt, jetzt sind es noch 300.

So gesehen hat Andras Bodnar, 52, noch Glück gehabt. Er arbeitet in einer Futtermühle. Aber deswegen ist er noch lange nicht glücklich. "Man lebt", sagt er. Er ist keiner, der gern die Hände in den Schoß legt. Er kann und will arbeiten. Aber oft ist einfach keine Arbeit da. Wie oft die Mühle seit der Privatisierung schon den Besitzer gewechselt hat, kann er schon gar nicht mehr zählen. Seine Frau Erzsebet, 48, arbeitet in einem Hotel. Zusammen bringen sie noch nicht einmal 50 000 Forint (200 Euro) im Monat nach Hause. "Ich dachte, wir gehören zur Mittelklasse", sagt Erzsebet. "Aber seit zehn Jahren geht es uns immer schlechter."

Sie bauen ihr eigenes Gemüse an, jeden Tag nach der Arbeit und das ganze Wochenende jäten, hacken und pflanzen sie. Im Supermarkt kaufen sie schon lange nichts mehr außer Brot und natürlich Bier, denn irgendetwas braucht der Mensch ja zum Genießen. Außerdem halten sie Schweine. Früher verkauften die Bodnars sie an die Fleischfabrik - eine kleine Nebeneinkunft. Jetzt geht das nicht mehr. "EU-Bestimmungen", sagt die Fabrik. Noch wissen die beiden nicht, dass ihre Art der Hausschlachtungen im Hof gegen EU-Recht verstoßen. Denn dann wüssten sie wahrscheinlich gar nicht mehr, warum sie für den EU-Beitritt gestimmt haben. Sind doch die Würste und Koteletts aus eigener Schlachtung das einzige Fleisch, das sie sich noch leisten können.

Die Kinder sollen es einmal besser haben

Für sich selbst haben sie keine Hoffnung mehr. Aber ihre Kinder, die sollen es besser haben in einem vereinten Europa. Die Tochter arbeitet in der Filiale einer deutschen Drogeriekette im nahe gelegenen Debrecen, der Sohn studiert Agrarwissenschaften. Vielleicht wird er wiederkommen in den kleinen Weiler, aber genau wissen sie es nicht.

"Wenn die Puszta so viele Menschen nicht ernähren kann, dann müssen die eben woanders hingehen", sagt Istvan Sandor, 37, stellvertretender Direktor für Naturschutz des Ökobetriebs Hortobagy - und mit ihm spricht wieder die neue Generation, die sich angepasst hat an die veränderten Bedingungen. Noch in den letzten Jahren der kommunistischen Regierung wurde die Agrargemeinschaft der Puszta auf Öko-Landwirtschaft umgestellt. Jetzt exportiert sie Zackelschaf-Fleisch nach Italien und in die Schweiz und Sonnenblumenöl nach Deutschland. Die alten Schäfer ziehen weiterhin mit ihren Herden durch die Tiefebene, das Naturschutzgebiet erholt sich von den Versuchen der kommunistischen Verwaltung, hier Reis anzubauen.

Der jung-dynamische Sandor wirkt etwas verloren im sozialistischen Dekor seines Bürogebäudes. Er will nicht verstehen, dass sich Menschen wie die Bodnars zurücksehnen nach wenigstens ein bisschen alter Ordnung, die für sie immer garantierte, dass derjenige, der viel arbeitete, dafür auch entlohnt wurde. Und die jetzt immer noch viel arbeiten, aber sich in einem Abwärtssog gefangen fühlen, den sie selber nicht aufhalten können.

Suche nach verlorenen Werten

Es gibt eine Gegenbewegung gegen den schnellen Umschwung, gegen die Globalisierung. In Ungarn ist die Privatisierung besonders erfolgreich verlaufen, sagen die Ökonomen. Konkret heißt dies allerdings, dass die großen Firmen, also auch Banken, Gas, Strom, Wasser, von den stärksten Kapitalgebern aufgekauft wurden. Und das waren in der überwiegenden Mehrzahl ausländische Firmen. Nun fühlen sich die Ungarn überrannt, sie suchen nach den verlorenen eigenen Werten.

Leidenschaftlich streiten sie darüber, was eigentlich ungarisch ist. Die Diskussionen entzünden sich vor allem an den Methoden des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der im Laufe seiner politischen Karriere vom liberalen Rebellen gegen den Kommunismus zum Nationalisten geworden ist. Er wies seine Anhänger an, das alte rot-weiß-grüne Symbol der Freiheitskämpfer von 1848 für seinen Wahlkampf zu benutzen.

Was wiederum eine Bewegung gegen die Besetzung der Tradition durch die Nationalisten auslöste. Für machtpolitische Spielchen ist den Ungarn ihr Ungarnsein viel zu wertvoll, ist doch der Freiheitskämpfer und Dichter Sandor Petöfi nicht von ungefähr immer noch einer ihrer größten Helden. Der dachte vaterländisch und europäisch zugleich. Konnte für seine Puszta glutvoll schwärmen, doch als er dort in der Schlacht starb, tat er das im Kampf für einen europäischen Gedanken - die bürgerliche Freiheit. Dafür lieben ihn die Ungarn bis heute - wie sie überhaupt ihre Literaten verehren. Kein Land in Europa druckt pro Kopf so viele Bücher wie Ungarn - darunter auffällig viele Gedichtbände.

Zurück zum Land

Der neue Wert des Alten drückt sich noch in einer anderen Bewegung aus: weg vom hektischen Zentrum Budapest, zurück zum Land. Die Generation des Umbruchs sucht dort, was ihr die europäisierte Metropole nicht mehr geben kann. Der Regisseur György Palfi machte für seinen Spielfilm "Hukkle - der Schluckauf" die Einwohner eines beschaulichen Ortes in der Nähe des Balaton zu Schauspielern. Seitdem weiß Palfi, mit wie viel Arbeit die Dörfler ihren kärglichen Lebensunterhalt bestreiten. Und die Dörfler unterhielten sich das erste Mal mit jungen Städtern über ihre Probleme und konnten dann wohlwollende Witze machen über die Jungfilmer, die oft stundenlang um einen Tisch saßen, diskutierten - und das dann Arbeit nannten. Das Ergebnis ist ein Film voller leichter Melancholie, in dem ein Schluckauf den Rhythmus vorgibt für die von einem alten ungarischen Volkslied inspirierte Geschichte: Die Frauen eines Dorfes entscheiden eines Tages, dass ihre Männer überflüssig geworden sind - und lösen das Problem mit Gift.

Die Dörfer des Balatons sind seit einigen Jahren in den Sommermonaten zu Künstler-Treffpunkten geworden. Früher trafen sich Literaten und andere Zirkel wie selbstverständlich in Budapest. Der Schriftsteller György Konrad beispielsweise lebt im Sommer zwischen Weinbergen und Gemüsegärten, hält Lesungen unter Pappelbäumen vor dem Gemeindehaus, und sein Freund, der Bildhauer György Jovanovics, organisiert Ausstellungen mit seinen Studenten im Dorf Hegymagas. Als Kind ist Jovanovics von deutschen Offizieren umsorgt worden, die in die Schwester seiner Mutter verliebt waren. Später retteten ihm russische Soldaten das Leben, als er schwer krank wurde. Schönheit und Schrecklichkeit zugleich, sagt er. Der Urzustand der Ungarn.

Der Bürgermeister von Hegymagas mag seine prominenten neuen Mitbürger. Großzügig schenkt er selbst gekelterten Weißwein für die Gäste aus, ernennt sie zu Juroren beim alljährlichen Wettbewerb um die beste Fischsuppe. Der Frauenverein kocht als Gegenleistung für eine Ausstellung im Gemeindehaus den Studenten Gulasch, die Luft flirrt vor Hitze. Das Leben erscheint leicht und herrlich ruhig, für einen Moment ganz typisch, ganz tief ungarisch, und man kann vergessen, dass nur wenige Kilometer entfernt, in Siofok am Südrand des Balatons, sich hauptsächlich deutsche Spaßtouristen im Ballermann-Outfit wummernde Bässe in den Magen hauen lassen und sich ins Koma trinken. Auch das ein Teil von Europa, das Ungarn eingeholt hat.

"Wir haben schon größere Katastrophen überlebt"

György Konrad lächelt in die Abendsonne. Sein kleines, einstöckiges Haus im Dorf ist eine ehemalige jüdische Kneipe. Als er sie das erste Mal sah, blühte ein Aprikosenbaum in einem Zimmer. Was er sich vom Eintritt in die europäische Gemeinschaft erhofft? "Wir haben schon größere Katastrophen überlebt. Wir werden genießen, was zu genießen ist, und ertragen, was zu ertragen ist."

Cornelia Fuchs / print
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.