Streit um Raketentest Nordkorea weist Atominspektoren aus

Der Konflikt um Nordkoreas Nuklearwaffenprogramm eskaliert: Weil der Weltsicherheitsrat das Land wegen eines Raketenstarts verurteilt hat, will Pjöngjang alle UN-Atominspektoren ausweisen und die Atomanlagen reaktivieren.

Nordkorea weist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) alle Inspektoren aus und reaktiviert seine Atomanlagen. Das Land hatte zuvor schon mit einer Wiederaufnahme seines Atomprogramms und einem Boykott der internationalen Gespräche gedroht.

Das Außenministerium in Pjöngjang protestierte am Dienstag in scharfer Form gegen eine Erklärung des UN-Sicherheitsrats, die den jüngsten Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete verurteilt. Der Sicherheitsrat habe damit mutwillig die Souveränität des Landes verletzt, hieß es in der Stellungnahme. "Wir haben keine andere Wahl, als unsere atomare Abschreckung weiter auszubauen", erklärte das nordkoreanische Außenministerium.

Unterdessen forderte die US-Regierung Pjöngjang auf, die "provokativen Drohungen" einzustellen. Nordkorea isoliere sich mit seiner Politik immer weiter, betonte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs am Dienstag in Washington.

Am 5. April hatte Nordkorea eine Langstreckenrakete gestartet und damit nach eigenen Angaben einen Satelliten ins All gebracht. Allgemein wird jedoch vermutet, dass es sich um einen Raketentest handelte. Der Weltsicherheitsrat verurteilte den Start am Montag als Verletzung einer einschlägigen UN-Resolution und verkündete neue Sanktionen gegen das abgeschottete kommunistische Land.

Vor zwei Jahren hatten Nordkorea, Südkorea, China, Japan, Russland und die USA vereinbart, dass das nordkoreanische Atomprogramm stufenweise beendet wird. Als Gegenleistung sollte Pjöngjang unter anderem Heizöllieferungen erhalten. Die US-Regierung strich Nordkorea von ihrer Liste der "Schurkenstaaten". Die Umsetzung der Vereinbarung geriet jedoch immer wieder ins Stocken.

DPA/Reuters/AFP DPA Reuters

Mehr zum Thema

Newsticker