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Geiselnahme in Sydney: Drei Tote bei Geisel-Befreiung - Täter war iranischer Islamist

Die Geiselnahme in Sydney ist beendet. Nach über 16 Stunden stürmte eine Spezialeinheit das Café und tötete den Täter. Auch zwei Geiseln kamen ums Leben. Die Ereignisse im Rückblick.

Drei Tote und vier Verletzte - das ist die traurige Bilanz der Geiselnahme in Sydney. Ein bewaffneter Iraner hatte in der australischen Metropole ein Café überfallen und mehrere Geiseln genommen. Offenbar identifizierte er sich mit der Gruppe Islamischer Staat. Er forderte eine Flagge des IS und ein Gespräch mit Premierminister Tony Abbott. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei beendete die Geiselnahme. Auch der Geiselnehmer kam uns Leben. Alle wichtigen Ereignisse lesen Sie hier.

+++ 20.11 Uhr: Iran bezeichnet Geiselnehmer als "geistesgestört" +++

Teheran verurteilt die Geiselnahme scharf und bezeichnet den ausgewanderten iranischen Geiselnehmer als geistesgestört. Der Iran habe die australischen Behörden mehrmals über den gestörten mentalen Zustand des iranischen Predigers informiert, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham.

+++ 19.32 Uhr: Polizei korrigiert Zahl der Toten auf drei +++

Nach Angaben der Polizei starben bei der Geiselnahme insgesamt drei Menschen. Vier Personen seien verletzt worden. Der 50-jährige Geiselnehmer sei erschossen und im Krankenhaus für tot erklärt worden. Außerdem sei dort auch der Tod eines 34-jährigen Mannes und einer 38-jährigen Frau festgestellt worden.

+++ 18.58 Uhr: Erleichterung und Trauer in Sydney +++

Auf Twitter äußern sich zahlreiche User zu den Ereignissen in Sydney. Ein Mann namens Neil Findlay dankt Gott und der Polizei und spendet den Familien der Geiseln Trost.

+++ 17.56 Uhr: Der Täter war ein iranischer Islamist +++

Bei dem Täter handelt es sich um einen Iraner mit Namen Man Haron Monis, bestätigte die Polizei. Er sei ein Flüchtling. Der Iraner sei wegen sexueller Übergriffe in mehr als 40 Fällen sowie im Zusammenhang mit dem Tod seiner Ex-Frau wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, berichteten Medien übereinstimmend. Er sei gegen Kaution auf freiem Fuß gewesen.

+++ 17.20 Uhr: Spezialkräfte sollen Geiselnehmer erschossen haben +++

Bei der gewaltsamen Beendigung der Geiselnahme in einem Cafe im australischen Sydney ist einem Medienbericht zufolge auch der Geiselnehmer getötet worden. Der Kidnapper und eine weitere Person seien tot, meldete der Sender Sky. Zuvor hatte die Polizei nach 16 Stunden am frühen Dienstag das Gebäude gestürmt. Offiziell bestätigt sind die Informationen noch nicht.

+++ 17:07 Uhr: Dramatische Szenen der Befreiung im TV +++

Fernsehaufnahmen, die die Nachrichten-Website Mashable auf Twitter veröffentlicht hat, zeige dramatische Szenen der Befreiung.

+++ 16.48 Uhr: Polizei sperrt Tatort weiträumig ab +++

Die Polizei von New South Wales hat die Geiselnahme offiziell für beendet erklärt und den Ort weiträumig abgesperrt.

+++ 16.39 Uhr: Offenbar vier Verletzte +++

Der Sender "Seven" meldet, dass vier der ehemaligen Geiseln schwer verletzt aus dem Café gebracht worden sind.

+++ 16.29 Uhr: Verletzte Person aus Café gebracht +++

Eine Reporterin der australischen Ausgabe des "Guardian" berichtet, dass mehrere Schüsse zu hören waren. Der "Sydney Morning Herald" berichtet, dass Dutzende Schüsse zu hören gewesen seien. Aus dem Café würde starker Rauch aufsteigen. Eine verletzte Person sei herausgetragen worden. Drei weitere Tragen wurden in das Gebäude gebracht. Rettungskräfte hätten das Gebäude "gestürmt". Ein Bombenroboter sei in hinein gebracht worden.

+++ 16.21 Uhr: Polizei stürmt Café +++

Zwei weitere Knallgeräusche aus dem Café. Die Polizei hat das Gebäude gestürmt, in dem sich ein Geiselnehmer mit zahlreichen Geiseln verschanzt hält. Zeugen zufolge waren auch Schüsse zu hören.

+++ 16.11 Uhr: Augenzeugen berichten von Knall +++

Mehrere Augenzeugen und Reporter berichten, dass es in dem Lindt-Café einen lauten Knall gegeben habe. Anschließend seien mehrere Menschen aus dem Gebäude geflohen. Ein Mann habe seine Arme in die Höhe gestreckt.

+++ 15.39 Uhr: Geiselnehmer soll iranischer Flüchtling sein +++

Der Geiselnehmer in Sydney ist Polizeikreisen zufolge ein iranischer Flüchtling namens Harun Monis oder auch Man Haron Monis.

+++ 14.13 Uhr: Polizei kennt Identität des Geiselnehmers +++

Nach Informationen der australischen Medien kennt die Polizei offenbar die Identität des Geiselnehmers. Noch hält sie sich aber bedeckt, da die Verhandlungen um die Freilassung der 12 bis 29 Geiseln noch nicht abgeschlossen sind. Auch ein führendes Mitglied der muslimischen Gemeinde von Syndey kennt den Namen des Mannes, will diesen aber ebenfalls nicht öffentlich machen, wie er australischen Medien sagte. 40 muslimische Gruppen verurteilten unterdessen die Geiselnahme in einer gemeinsamen Erklärung als "verabscheuungswürdig".

+++ 12.54 Uhr: Solidarität mit australischen Muslimen auf Twitter +++

Die Geiselnahme in Martin Place ist das dominierende Thema bei australischen Twitter-Nutzern. Die Hashtags #MartinPlace, #PrayForSydney und #sydneysiege sind die dominierenden Schlagworte. Am meisten wird derzeit #illridewithyou (ich würde mit dir fahren) verwendet. Damit wurden Routen für muslimischen Frauen gepostet, damit diese nicht allein in der U-Bahn fahren müssen.

In einer Welle von Kurznachrichten bekunden mittlerweile weltweit Menschen ihre Sympathie für die muslimische Gemeinde, weil sie deren Werte von einem Extremisten missbraucht sehen.

+++ 12.44 Uhr: Sydney richtet für Dienstag "Exclusion Zones" ein +++

Sydneys Bürgermeisterin Clover Moore hat über Twitter angekündigt, dass am Dienstag für einige Teile der Innenstadt sogenannte "Exclusion Zones" eingerichtet werden, die nicht betreten werden dürfen. Der Central Business District wird jedoch nicht komplett abgesperrt. Zudem werden einige U-Bahn-Stationen nicht angefahren.

+++ 12.14 Uhr: Experte hält Verbindung zu IS für unwahrscheinlich +++

Der Militärexperte James Brown von dem australischen Lowy Institute, einem außenpolitischen Think Tank, hält es für unwahrscheinlich, dass der Geiselnehmer Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat ist. In einer Analyse der bisherigen Ereignisse schreibt er, dass zum einen keine koordinierte Medienkampagne über Twitter oder andere Kanäle in sozialen Netzwerken zu erkennen ist, wie sonst üblich bei vergleichbaren Taten in Irak oder Afghanistan, zu denen sich der IS bekannt hat. Brown hält den Täter zudem nicht für besonders ausgebildet. Fünf der Geiseln seien entkommen, anderen war es möglich mit Angehörigen zu telefonieren.

+++ 11.45 Uhr: Muslimische Gemeinde distanziert sich deutlich +++

Verschiedene Vertreter muslimischer Vereine und Gemeinden haben sich deutlich von der offenbar politisch motivierten Tat distanziert. Der öffentlich-rechtliche Sender ABC zitiert Aftab Malik, Mitglied des libanesisch-muslimischen Vereins im Stadtteil Lakemba: "Meine Reaktion darauf ist Schock, Entsetzen und Abneigung", so Malik. "Wie alle anderen auch sind viele [australische Muslime] besorgt darüber, dass ihr Glaube schon wieder von einer Gruppe in den Schmutz gezogen wurde, die niemanden repräsentieren außer sich selbst."

Keysar Trad von der Islamic Friendship Assocaition of Australia sagte dem "Sydney Morning Herald": "Wir müssen jetzt zusammenstehen und böse Neigungen besiegen".

Eine Angestellte, die zu den Geiseln in dem Café in Sydney nahe Martin Place gehört

Eine Angestellte, die zu den Geiseln in dem Café in Sydney nahe Martin Place gehört

+++ 11.36 Uhr: Angestellte löschen das Licht im Café +++

Eine der Angestellten des Lindt-Cafés hat das Licht gelöscht. Laut dem "Sydney Morning Herald" ist nicht bekannt warum. Sydney ist Berlin zehn Stunden vorraus. Mittlerweile ist es Nacht in der Metropole am Pazifischen Ozean.

ono mit Agenturen