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Krieg in Syrien: Assad-Regime startet Bodenoffensive - mit russischer Luftunterstützung

Machthaber Baschar-al Assad will das Blatt im Syrien-Krieg wenden: Unterstützt von russischen Luftschlägen haben Regierungstruppen mit einer Operation gegen Rebellen begonnen. Der Vorstoß soll ein Test für eine massive Bodenoffensive sein.

Russischer Kampfhubschrauber vom Typ Mil Mi-24

Russischer Kampfhubschrauber vom Typ Mil Mi-24: Moskau unterstützt die Bodenoffensive der Assad-Truppen aus der Luft.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben mit russischer Luftunterstützung im Nordwesten des Landes eine Bodenoperation gegen Rebellen begonnen. Die Kämpfe nördlich der Stadt Hama seien die heftigsten seit Monaten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Mindestens vier Stellungen der Aufständischen seien angegriffen worden, teilte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Zudem fliege die russische Luftwaffe massive Angriffe in den beiden benachbarten Provinzen Hama und Idlib.

Der Leiter der Menschenrechtler, Rami Abdelrahman, sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Angriff sei ein Test für eine größer angelegte Bodenoffensive. Aus Kreisen nahe dem syrischen Militär hieß es, Russland wolle die Fähigkeiten seiner Verbündeten prüfen und sehen, wie die Rebellen auf einen Angriff reagieren.

Druck auf Moskau wächst

Das angegriffene Gebiet steht unter Kontrolle verschiedener moderater und radikaler Gruppen. Gegner und Verbündete des Regimes hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass Tausende Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah für eine Bodenoffensive der Armee gegen Rebellen nach Syrien verlegt worden seien.

Moskau steht wegen seiner Luftangriffe in Syrien Unter wachsenden internationalen Druck. Nun hat sich der Kreml zu einer engeren militärischen Abstimmung mit den USA in dem Konflikt bereiterklärt. Das russische Verteidigungsministerium habe die Vorschläge Washingtons zur einer "Koordinierung der Operationen" intensiv geprüft und stimme mit ihnen weitgehend überein, erklärte Sprecher Igor Konatschenkow am Mittwoch. "Im Großen und Ganzen können diese Vorschläge umgesetzt werden."

USA und Russland stimmen militärisches Vorgehen ab

Es müssten nur noch "technische Einzelheiten" geklärt werden, sagte Konatschenkow. Diese würden zwischen Experten des russischen Verteidigungsministeriums und des Pentagon erörtert. Sowohl die USA als auch Russland bombardieren Ziele in Syrien. In der vergangenen Woche hatten beide Seiten auf Wunsch Moskaus erstmals darüber beraten, wie bei den Einsätzen mögliche Zwischenfälle im syrischen Luftraum verhindert werden können.

Russland hatte in der vergangenen Woche mit Luftangriffen in Syrien begonnen - um nach eigenen Angaben gegen die Dschihadisten des Islamischen Staats (IS) und andere Milizen vorzugehen. Moskau wird aber vorgeworfen, auch gemäßigte Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu bekämpfen. Im Zuge der Einsätze soll die russische Luftwaffe am Wochenende auch den türkischen Luftraum verletzt haben.

amt / AFP / DPA / Reuters