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Taliban-Überfall in Pakistan: "Unsere Schulsekretärin saß brennend auf einem Stuhl"

Schüsse trafen ihn - doch er stellte sich tot, während um ihn herum seine Freunde starben. Der 16-jährige Shahrukh hat den Taliban-Überfall überlebt und schildert schreckliche Details des Massakers.

Hunderte Kinder waren in der Schule gefangen. Wer es nach draußen schaffte, wurde vom Militär in Sicherheit gebracht.

Hunderte Kinder waren in der Schule gefangen. Wer es nach draußen schaffte, wurde vom Militär in Sicherheit gebracht.

Shahrukh Khan liegt im Lady-Reading-Krankenhaus im pakistanischen Peshawar in blutigen Laken. Der 16-Jährige hat Schusswunden an beiden Beinen, jeweils knapp unter dem Knie. Den Angriff radikalislamischer Taliban auf seine Schule überlebte er nur, weil er sich unter größten Schmerzen tot stellte. Um ihn herum wurden mindestens 120 Menschen getötet, großteils Mitschüler. "Ich habe den Tod so nah vor mir gesehen", sagt Khan.

Er habe sich mit vielen anderen Schülern zusammen in der Aula der vom pakistanischen Militär betriebenen Schule befunden, als vier Bewaffnete den Raum gestürmt hätten, berichtet Khan. "Allahu akbar" (Gott ist der größte), hätten sie dabei immer wieder gerufen. "Jemand hat geschrien, wir sollten in Deckung gehen und uns unter den Tischen verstecken". Genutzt habe das nicht nicht viel.

"Ihr Körper stand in Flammen"

"Da sind viele Kinder unter den Tischen. Geht und holt sie euch!" rief nach Khans Angaben einer der Angreifer bald. "Und ich sah ein Paar große schwarze Stiefel auf mich zukommen", erinnert er sich. Kurz darauf sei ihm in die Beine geschossen worden. Trotz der brennenden Schmerzen habe er sich tot gestellt. "Ich habe meine Krawatte zusammengeknüllt und in meinen Mund gestopft, um nicht zu schreien."

"Der Mann mit den großen Stiefeln hielt weiter nach Schülern Ausschau und schoss auf sie, ich habe so still wie möglich gelegen, meine Augen geschlossen gehalten und darauf gewartet, erneut getroffen zu werden", sagt Khan. "Mein ganzer Körper hat geschlottert, und ich werde diese schwarzen Stiefel niemals vergessen - es wirkte auf mich, als ob der Tod direkt auf mich zu liefe."

Nach einiger Zeit verließen die Männer dem Schüler zufolge dann die Aula. Er selbst sei noch einige Minuten an seinem Platz liegen geblieben. "Dann habe ich versucht aufzustehen, bin aber wegen meiner Wunden wieder hingefallen", sagt Khan. "Als ich in den Nachbarraum robbte, sah ich den brennenden Leichnam unserer Schulsekretärin, die saß auf einem Stuhl, Blut tropfte herunter, ihr Körper stand in Flammen."

Auch an einem getöteten Soldaten, der in der Schule gearbeitet habe, sei er auf seinem Weg vorbeigekommen, sagt Khan. In der Schule werden Jungen und Mädchen von Armeeangehörigen und aus der Zivilgesellschaft gemeinsam unterrichtet. Weiter erinnert sich Khan nur noch daran, dass er hinter eine Tür gekrochen und dort bewusstlos geworden sei. "Als ich aufwachte, lag ich im Krankenhausbett."

car/AFP / AFP
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