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Terror in Nigeria: Reisewarnung nach Gewaltdrohungen

Die Bevölkerung von Nigeria ist gespalten. Dem islamischen Norden steht der christliche Süden gegenüber. Mit blutigen Anschlägen will eine Sekte die Teilung erreichen. Jetzt gibt es erste Reisewarnungen.

Nach den blutigen Anschlägen im Norden Nigerias hat die US-Botschaft vor weiteren Angriffen der islamistischen Sekte Boko Haram in der Hauptstadt Abuja gewarnt. In einer Mitteilung an die US-Bürger in Nigeria warnte die Botschaft am Sonntag vor möglichen Anschlägen auf von Ausländern und nigerianischen Politikern und Geschäftsleuten frequentierten Luxushotels in Abuja. Die Gefahr sei während des mehrtägigen islamischen Opferfests Eid el Adha besonders hoch.

Das Auswärtige Amt hat noch keine Reisewarnung ausgesprochen, ruft aber zu erhöhter Vorsicht auf.

Bei einer Anschlagsserie im Norden Nigerias wurden am Freitag mindestens 150 Menschen getötet. Die Bombenanschläge und bewaffneten Angriffe richteten sich gegen einen Militärstützpunkt, Polizeistationen und Kirchen in den Städten Damaturu, Maiduguri und zwei kleineren Orten. Ein Boko-Haram-Sprecher bekannte sich zu den Taten und kündigte weitere Anschläge auf Regierungseinrichtungen an, "solange die Sicherheitskräfte nicht aufhören, unsere Mitglieder und Zivilisten zu verfolgen".

Nigeria ist zwischen dem mehrheitlich muslimischen Norden und dem überwiegend von Christen besiedelten Süden gespalten. Zwischen den Religionsgruppen bestehen seit langem Spannungen, die immer wieder in Gewalt münden. Ein 2009 von Boko Haram in Maiduguri initiierter Aufstand wurde von der Armee blutig niedergeschlagen. Die Sekte, deren Name im örtlichen Hausa-Dialekt "Die westliche Lehre ist Sünde" bedeutet, strebt die Errichtung eines islamischen Staates im Norden Nigerias an.

ono/AFP / AFP