Terrorgefahr Krieg gegen den Terror "auf Kollisionskurs"


Zum dritten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 haben arabische Staaten die USA für die anhaltende Terrorgefahr verantwortlich gemacht. Der Anti-Terror-Kampf der Amerikaner bewirke das Gegenteil.

Der ägyptische Journalist Fahmy Howeidy sagte am Samstag, eine Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush "bedeutet, dass es noch mehr Terrorismus gibt und wir die Zukunft in einem sehr düsteren Licht sehen müssen". Thailand und Pakistan verstärkten ihre Sicherheitsvorkehrungen vor Botschaften und Regierungsgebäuden, die Philippinen riefen zu Wachsamkeit auf.

Fischer sieht Terror-Bedrohung noch über Jahrzehnte

Bundesaußenminister Joschka Fischer erklärte, die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus werde vermutlich noch Jahrzehnte andauern. Beim Schulmassaker im russischen Beslan seien "beinahe die letzten Grenzen gefallen", sagte Fischer der "Bild am Sonntag".

Bundespräsident Horst Köhler forderte die Muslime in Deutschland auf, sich eindeutig vom islamistischen Terror zu distanzieren. Er wäre froh, wenn die Muslime in Deutschland geschlossen ihre Stimme erheben würden, um Missverständnisse auszuräumen, indem sie sich sichtbar vom Terror abgrenzten, wurde Köhler im Nachrichtenmagazin "Focus" zitiert.

Howeidy sagte der Nachrichtenagentur AP, im Gegensatz zu Arabern und Muslimen würden die USA keine Selbstkritik üben wollen. Washington verärgere die Araber, indem die Regierung "den Terror Israels gegen die Palästinenser" verteidige.

In Manila demonstrierten rund 30 Menschen gegen den US-geführten Krieg gegen den Terror und die Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak. Die dortigen Offensiven hätten zu noch weit mehr Terrorismus in der Welt geführt, erklärten die Aktivisten.

Misstrauen und Unverständnis weiter gewachsen

Die jemenitische Zeitung "Yemen Observer" schrieb am Samstag, das Unverständnis zwischen der amerikanischen und der arabischen Kultur sei seit den Anschlägen des 11. Septembers noch offensichtlicher geworden. Der Krieg gegen den Terror sei "auf Kollisionskurs" geraten, schrieb das Blatt: "Lasst uns hoffen, dass es nie zu spät dafür ist, dass uns 9/11 mehr als je zuvor gegen die wirklichen Feinde der Menschheit vereint."

Der australische Ministerpräsident John Howard erklärte, die Welt habe sich seit dem 11. September 2001 verändert. Der Kampf gegen den Terror werde eine "lange und blutige Schlacht" werden, und "jeder, der anders darüber denkt, täuscht sich selbst", sagte der Regierungschef. In einer Moschee in Melbourne fand ein gemischt-konfessioneller Gedenkgottesdienst für die Opfer der Anschläge statt.

Gedenken an die Opfer vom 11. September 2001

Bei den Anschlägen am 11. September 2001 wurden 2.749 Menschen getötet. Die USA wollten der Opfer mit vier Schweigeminuten und einer Zeremonie am Ground Zero in New York gedenken. Am Abend sollten die eingestürzten Zwillingstürme des World Trade Centers symbolisch mit Lichtstrahlen nachgebildet werden.

AP AP

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