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#TrumpRegrets: So bereuen Trump-Wähler, dass sie ihn zum Präsidenten gemacht haben

Donald Trump hat den US-Amerikanern angedroht, eine Mauer zu Mexiko bauen zu lassen, auf wirtschaftlichen Handel zu verzichten, das Gesundheitssystem einzudämmen und Menschenrechte zu beschneiden. All das setzt er jetzt um. Seine Wähler sind entsetzt.

"Sie sind entlassen!" Steht auf dem Schild der Dame. Wenn es doch nur so einfach wäre.

"Sie sind entlassen!" Steht auf dem Schild der Dame. Wenn es doch nur so einfach wäre.

Im Sommer stimmten die Briten für den Brexit. Nachdem sie sich im Referendum mehrheitlich für den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ausgesprochen hatten, begannen die Briten plötzlich, verstärkt den Begriff "Brexit" zu googlen: Was bedeutete das denn nun eigentlich? Europa fasste sich an den Kopf.

Nur wenige Monate später standen die Vereinigten Staaten von Amerika vor der Wahl, sich für eine politisch erfahrene Demokratin zu entscheiden oder für einen unerfahrenen Republikaner. Sie entschieden sich für letzteres: Donald Trump. Einen Mann, der im Wahlkampf mehrfach laut ausgesprochen hatte, dass er eine Mauer zu Mexiko bauen und Muslime in den USA nicht dulden werde; der Welthandel und Menschenrechte ablehnt und Abkapselung anstrebt. Er wurde gewählt. Zwar nicht von der Mehrheit der US-Bürger, aber doch ist er seit dem 20. Januar Präsident. Schon während seiner ersten Woche im Amt ist Trump die meisten seiner Wahlversprechen angegangen. Und nun, nach nur wenigen Tagen, setzt auch in den USA der Brexit-Effekt ein: Einige Wähler begreifen offenbar erst jetzt, da es zu spät ist, wie mächtig ihre Stimme war und bereuen, was sie sich und ihrem Land angetan haben.

Trump-Wähler äußern ihre #Trumpregrets auf Twitter

Dass Trump-Wähler zunehmend enttäuscht sind von ihrem Präsidenten, zeigt sich in Umfragen - und auf Twitter. Dort äußern ehemalige Anhänger Trumps ihre Bedenken. Zuerst gab es einige an Trump gerichtete Tweets zum Hashtag #disappointed (enttäuscht) und #Iwantmyvoteback (Ich will meine Stimme zurück). Schon bald richtete ein Nutzer einen eigenen Account ein: @Trump_Regrets (etwa: Trump Gewissensbisse) - innerhalb weniger Tage sammelte er bereits 130.000 Follower. Dieser Account hat sich zur Aufgabe gemacht, Texte zu retweeten, in denen Trumps Wähler ihr Bedauern äußern, den Republikaner zum Präsidenten gewählt zu haben.

An ihren Tweets wird deutlich: Nicht jeder, der für Trump gestimmt hat, ist ein Rassist. Einige fürchten sich einfach vor Terror und haben ihre Hoffnung in Trumps großes Versprechen gesetzt, den IS zu bekämpfen - auch, wenn er in seinen Äußerungen im Wahlkampf stets vage blieb. Andere wünschen sich eine starke Wirtschaft und vertrauten deshalb dem Geschäftsmann Trump. Diese Menschen fühlen sich nun betrogen, wie sie äußern.

Ihre Gründe dafür, weshalb sie bereuen, Trump ihre Stimme gegeben zu haben, sind vielseitig. Manche Nutzer schreiben, es sei ihnen sympathisch gewesen, dass er eben kein Politiker ist und wünschen sich nun doch ein Staatsoberhaupt, das Erfahrung in der Politik hat. Manche erkennen erst jetzt, dass Trump ihnen und ihrer Familie mehr Schaden zufügt als sie vorhersehen konnten oder werfen ihm schlicht seine Lügen vor. Einige zeigen sich allerdings auch erschüttert darüber, dass Trump jetzt tatsächlich umsetzt, was er vor der Wahl versprochen hat.

"Wünschte, ich könnte meine Stimme für Trump zurückbekommen. Der Typ benimmt sich wie ein Kind und hat keinen Respekt für das, was das amerinakische Volk will. Traurig."


"Ich habe für Donald Trump gestimmt, aber das geht zu weit. Muslime sind nicht alle Terroristen. #KeinHass #KeineAngst #Muslimesindhierwillkommen"


"Es tut mir so leid, dass ich für Sie gestimmt habe. Ich weine vor Angst um meine Familie."


"Sie sind ein Mann voller Hass! Ich schäme mich, dass ich für Sie gestimmt habe! Es tut mir für alle leid."

Iraner wartet am Flughafen von Los Angeles auf seinen Bruder


"Ich habe für Sie gestimmt. Sie sind peinlich. Bleiben Sie bei Arbeitsplätzen, Handel, kleinen Geschäften und fördern Sie die Wirtschaft. Genug!"


"Gott, ich wünschte, ich hätte Sie nicht gewählt. Sie ruinieren das Land und das Leben guter Menschen. Traurig."


"Herr Trump, ich habe Sie unterstützt, ich habe an Sie geglaubt, aber der IS ist der Feind, nicht die Bürger des Irak. Sie sind selbst Opfer des IS."


"Hey! Ich habe für Sie gestimmt, weil Sie sagten, Sie seien ein guter Geschäftsmann!! Was zur Hölle sollen die Importsteuern für Mexiko? Sind Sie bescheuert?"


"Wieso, oh, wieso habe ich Sie gewählt? Schande über mich. Sie sind der ignoranteste und narzisstischste Mensch, den ich je gesehen habe. Schämen Sie sich."

"Ich habe für Sie gestimmt, aber Sie sind ein kompletter Vollidiot."


"Hören Sie auf damit, sich wie Hitler zu benehmen. Ich habe Sie die ganze Zeit unterstützt. Aber ich schäme mich für Ihr Verhalten."


"Ich habe für Sie gestimmt und Sie stellen sich als riesige Enttäuschung heraus. Ihr Kabinett ist ein Witz. Für Positionen bezahlen. Traurig, Junge, traurig."

Ob diejenigen, die sich nun auf Twitter äußern, auch tatsächlich für Trump gestimmt haben, lässt sich freilich nicht rekonstruieren.

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jen