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Konferenzauftritt Trumps Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn würde Militärputsch in den USA begrüßen

Michael Flynn
Michael Flynn bei Protesten gegen das US-Wahlergebnis im vergangenen Dezember in Washington
© Tasos Katopodis/Getty Images / AFP
Michael Flynn, Ex-Top-Berater von Donald Trump, ist auf einer Veranstaltung der rechten QAnon-Verschwörungstheoretiker aufgetreten und hat von einem Militärputsch in den USA gesprochen – nicht zum ersten Mal. Dennoch fühlt er sich missverstanden.

Michael Flynn hatte alles, um ein amerikanischer Held zu sein: Bei der US-Armee brachte er es zum Generalleutnant und später zum Chef der Militärgeheimdienste. Der Höhepunkt seiner Karriere hätte das Amt des Nationalen Sicherheitsberaters unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump sein können – doch das musste er nach gerade einmal drei Wochen wieder aufgeben. Ein ominöses Telefonat mit einem russischen Botschafter brachte ihn zu Fall. Danach verlor sich Flynn, zwischenzeitlich angeklagt und wieder begnadigt, in den Wirren rechter Kreise. Wie sehr, zeigte er am letzten Mai-Montag, dem traditionellen Kriegsgefallenen-Gedenktag, als er in Dallas einen Militärputsch in den USA forderte.

Das "For God & Country Patriot Roundup" war im Wesentlichen ein großes Stelldichein der QAnon-Verschwörungstheoretiker. Fast 20.000 Menschen waren in die texanische Metropole gereist, um für einen Ticketpreis von 500 Dollar die Promis der rechtsextremen Bewegung reden zu hören. Darunter auch Roger Stone, republikanischer Rowdy-Großmeister und ebenfalls Ex-Berater Donald Trumps. Der forderte vor einem begeisterten Publikum die Hinrichtung von Hillary Clinton, frühere Ex-First-Lady, Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin.

Michael Flynns Putsch-Fantasien

Michael Flynn dagegen wurde bei seinem Auftritt von einem Zuschauer gefragt, ob es einen Grund gebe, warum ein Militärputsch wie in Myanmar nicht in den USA passieren könne. Antwort des früheren Sicherheitsberaters: "Es gibt keinen Grund. Ich finde, das sollte hier passieren." In dem asiatischen Staat hatten die Generäle Anfang Februar die Regierung von Aung San Suu Kyi aus dem Amt geputscht und gehen seitdem mit großer Brutalität gegen die Proteste in der Bevölkerung vor.

Flynn hatte bereits nach der Präsidentschaftswahl 2020, die Trump verloren hatte, gefordert, das Kriegsrecht zu verhängen und die angeblich gefälschte Wahl zu wiederholen. Damals, im Dezember vergangenen Jahres, erntete der Ex-Militär vor allem Kopfschütteln für seinen Vorschlag – zumal es keine Anhaltspunkte für Wahl-Manipulationen gab und auch immer noch nicht gibt. Wenig überraschend stoßen auch seine jüngsten Staatsstreich-Fantasien außerhalb des QAnon-Zirkels auf harsche Kritik.

Liz Cheney, auf Trumps Drängen hin abservierte Top-Republikanerin, schrieb etwa auf Twitter: "Kein Amerikaner sollte einen gewaltsamen Umsturz der Vereinigten Staaten unterstützen oder dafür werben." Flynn selbst reagierte darauf wiederum mit einem Post auf dem Messangerdienst Telegram, in dem er beteuert, er habe alles nicht so gemeint: "Mir ist es nicht fremd, dass die Medien meine Worte manipulieren und deswegen möchte ich meine Antwort auf die Frage auf der Konferenz wiederholen: "Es gibt keinen Grund (dass ein Staatsstreich) hier (in Amerika) passieren sollte."  Auf einem Video ist aber die ganze Szene zu sehen.

Quellen: "New York Times", "Vice", Liz Cheney auf Twitter

nik

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