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Mittelmeerroute: Tui-Kreuzfahrschiff "Marella Discovery" rettet vor der Peloponnes 111 Migranten

Westlich der Peloponnes ist ein Flüchtlingsboot in Seenot geraten - 111 Menschen wurden vom Kreuzfahrtschiff "Marella Discovery" gerettet. Weil die Mittelmeer-Überfahrten zunehmen, beginnen zwei Hilfsorganisationen wieder mit Rettungseinsätzen.

Marella Discovery

Die "Marella Discovery 2", das baugleiche Schwesterschiff der "Marella Discovery"

Hersteller

Das Kreuzfahrschiff "Marella Discovery" hat vor der griechischen Halbinsel Peloponnes 111 Migranten aufgenommen, die auf dem Weg nach Italien in Seenot geraten waren. Die Menschen, darunter 33 Minderjährige, wurden zum griechischen Hafen Kalamata gebracht. Das teilte die griechische Küstenwache mit. Aus welchen Staaten die Insassen stammen, blieb zunächst unklar.

"SOS Mediterranée" wieder auf Rettungsfahrt

Seit die Balkanroute weitgehend geschlossen ist, versuchen viele Migranten, mit von Schleusern organisierten Überfahrten aus Griechenland oder direkt aus der Türkei nach Italien zu gelangen. Die französischen Hilfsorganisationen "SOS Mediterranée" und "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) nehmen deshalb ihre Rettungsaktionen im zentralen Mittelmeer wieder auf. Das norwegische Schiff "Ocean Viking" sei unterwegs, wie "SOS Mediterrannée" auf Twitter mitteilte. Es soll Flüchtlinge vor der libyschen Küste suchen.

Video: Seehofer - Streben Verteilung von Flüchtlingen auf Schiffen an

Das seit 2016 von den beiden Organisationen gemeinsam betriebene Rettungsschiff "Aquarius" musste 2018 seinen Einsatz nach massivem Druck aus Italien einstellen. Das 69 Meter lange Hochsee-Versorgungsschiff "Ocean Viking" ist nach diesen Angaben 1986 für die Notfallrettung von bis zu 200 Menschen von Ölplattformen konzipiert worden. Es sei mit vier schnellen Rettungsbooten und einer Klinik mit mehreren Räumen ausgestattet und solle Ende des Monats im Zielgebiet sein.

Flüchtlings-Kleinbus stürzt in Graben

Andere Flüchtlinge versuchen es weiterhin auf dem Landweg, obwohl Tausende vor allem in Serbien und Bosnien-Herzegowina festsitzen. Häufig führt ihr Weg durch Nordmazedonien. Am Freitag wurden in Nordmazedonien 34 Menschen verletzt, als es bei der Flucht eines Schlepper-Kleinbusses vor der Polizei zu einem Unfall kam.

Der Kleinbus war bei Demir Kapija, 45 Kilometer nördlich der griechischen Grenze, führerlos von der Autobahn abgekommen und in einen 14 Meter tiefen Graben gestürzt. Zuvor war der Fahrer aus dem Fahrzeug gesprungen, um der Polizei zu entkommen. Das berichtete der nordmazedonische Fernsehsender A1 unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Unter den 33 verletzten Migranten waren auch Kinder. Zudem verletzte sich der 24-jährige nordmazedonische Schlepper beim Sprung aus dem fahrenden Kleinbus schwer.

nik/DDPA/AFP