VG-Wort Pixel

Bericht von "Human Rights Watch" Ukraine dementiert Verwendung von Streubomben


Laut "Human Rights Watch" soll die Ukraine Streubomben auf prorussische Separatisten abgefeuert haben - und das an mehr als einem Dutzend Orten in und um Donezk. Die Armee weist den Vorwurf zurück.

Schwere Vorwürfe gegen die ukrainische Armee: Sie soll im Konflikt in der Ostukraine international geächtete Streubomben abgefeuert haben, so ein Bericht der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW). Die Bomben seien bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten um Donezk an mehr als einem Dutzend Orten zum Einsatz gekommen.

Das ukrainische Militär wies die Vorwürfe zurück. "Wir verwenden diese Bomben überhaupt nicht, weil sie verboten sind", sagte Wladislaw Selesnjow von der "Anti-Terror-Operation" in Kiew dem Internetportal Ukrainskaja Prawda. Außerdem schieße die Armee in ihrem Kampf gegen prorussische Separatisten nicht auf Zivilisten.

Streubomben zerteilen sich kurz vor dem Aufprall in viele kleinere Sprengsätze und verminen damit praktisch ganze Landstriche. Auch noch Jahre nach dem Abwurf können Unbeteiltigte zu Opfern werden, wenn die Munition explodiert. Viele von ihnen sind spielende Kinder.

Keine Beweise, aber deutliche Hinweise

In dem Bericht von Human Rights Watch heißt es: Zwar ließe sich bei vielen der Angriffe nicht eindeutig feststellen, wer die Streubomben abgefeuert habe. Doch "die Beweise deuten bei mehreren Angriffen darauf hin, dass ukrainische Regierungstruppen verantwortlich waren". Vor allem bei Angriffen auf das Stadtzentrum von Donezk Anfang Oktober gebe es besonders deutliche Hinweise für die Verantwortung der Regierungstruppen.

Die "New York Times" veröffentlichte weitere Details aus dem HRW-Bericht. Demnach belegten Befragungen von Zeugen und Opfern, sowie physische Beweise, dass am 2. und 5. Oktober Bomben aus Richtung der ukrainischen Stellungen gen Donezk abgefeuert wurden.

Außerdem seien fehlgeleitete Reste von Streubomben auf den Feldern rund um das von der urkainischen Armee besetzte Gebiet von Bewohnern gefunden worden. Zwei Angriffe hätten mindestens sechs Menschen getötet, darunter ein Schweizer Helfer des Roten Kreuzes. Auch die Separatisten sollen Streubomben eingesetzt haben. Beweise liegen dafür aber nicht vor.

mad/awö/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker