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US-Vorwahlen in Iowa Romney gewinnt mit nur acht Stimmen Vorsprung


Nahezu totes Rennen bei den ersten Republikaner-Vorwahlen im US-Bundesstaat Iowa: Favorit Mitt Romney siegte hauchdünn. Lediglich acht Stimmen gaben den Ausschlag.

Die erste Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist praktisch mit einem Unentschieden zu Ende gegangen. Nach Parteiangaben vom frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) lag der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, mit 30.015 Stimmen vor dem christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum, der auf 30.007 Stimmen kam. Auf dem dritten Platz landete der texanische Abgeordnete Ron Paul

Damit bleibt die Suche nach einem Herausforderer von Präsident Barack Obama bei der Präsidentenwahl im November völlig offen.

Romneys Attacken auf Obama

Allerdings gilt der 64-jährige Romney Umfragen zufolge landesweit als Favorit. Experten halten den langjährigen Manager einer Finanzfirma wegen seiner Wirtschaftskompetenz für den schwierigsten der möglichen Gegner Obamas. Die Themen Wirtschaft und Arbeitslosigkeit dürften die wichtigsten Punkte im bevorstehenden Wahlkampf sein.

Romney griff Obama in seiner Rede vor Unterstützern am Abend genau auf diesem Feld an: "Dies ist eine gescheiterte Präsidentschaft", sagte er und ergänzte: "Die Lücke zwischen seinen Versprechen von vor vier Jahren und seiner Leistung ist größer als alles, was ich jemals in meinem Leben gesehen habe."

Perry will Kampagne vorübergehend auf Eis legen

Den vierten Platz belegte der ehemalige Parlamentspräsident Newt Gingrich mit rund 13 Prozent. Der texanische Gouverneur Rick Perry erhielt gut 10 Prozent. Er kündigte an, seine Kampagne zumindest vorübergehend auf Eis zu legen. "Ich habe entschieden, nach Texas zurückzukehren, um die Ergebnisse der heutigen Wahl einzuordnen und herauszufinden, ob es einen weiteren Weg für mich in diesem Rennen gibt", sagte Perry am Abend vor Unterstützern.

Die Kongressabgeordnete Michele Bachmann dagegen, die mit 5 Prozent abgeschlagen auf den sechsten Platz kam, schlug einen optimistischeren Ton an: "Es gibt viele weitere Kapitel, die auf unserem Pfad zur Nominierung geschrieben werden", sagte sie.

Endgültige Kandidaten-Kür bei Parteitag im August

Bei den Caucuses waren Republikaner überall in Iowa zu etwa zweistündigen Wahlversammlungen zusammengekommen, um über die Bewerber zu diskutieren und abzustimmen. Die Bedeutung der Vorwahlen ist vor allem symbolisch: Die Stimmen aus dem kleinen Bundesstaat fallen bei der landesweiten Kandidatenkür kaum ins Gewicht. Allerdings kann der Sieger für sich in Anspruch nehmen, den ersten wirklichen Test an der Wahlurne gewonnen zu haben.

Nach Iowa finden am 10. Januar die zweiten Vorwahlen in New Hampshire statt, anschließend folgen in dichtem Takt weitere Abstimmungen. Als letzter der 50 Bundesstaaten hält Utah Ende Juni seine Vorwahlen ab. Auf dem republikanischen Parteitag in Tampa, Florida, Ende August wählen die Delegierten aus den Bundesstaaten dann offiziell den Herausforderer von Präsident Barack Obama bei den Wahlen am 6. November 2012.

Obama gibt sich kämpferisch

Obama stimmte seine Anhänger in Iowa mit kämpferischen Worten auf das Wahljahr ein. "Wir haben viel getan und wir haben noch viel mehr zu tun. Darum brauchen wir vier weitere Jahre", sagte Obama am Dienstagabend in einer Videokonferenz, die bei den Caucuses der Demokraten in Iowa übertragen wurde. Da Obamas Kandidatur innerparteilich nicht umstritten ist, ist der demokratische Nominierungsprozess dieses Mal lediglich Formsache.

Obama pries in seiner Ansprache den Abzug der US-Truppen aus dem Irak und die Gesundheitsreform als Höhepunkte seiner bisherigen Amtszeit. "Wir haben bereits einen Wandel gesehen. 2012 geht es darum, die Menschen in Amerika daran zu erinnern, welchen Weg wir schon zurückgelegt haben", sagte er. Obama hatte vor vier Jahren die demokratischen Vorwahlen in Iowa für sich entschieden und damit den Grundstein für seinen Siegeszug bis ins Weiße Haus gelegt.

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage muss Obama jedoch um seine Wiederwahl bangen. Seine Zustimmungswerte liegen in Umfragen derzeit deutlich unter 50 Prozent. Die republikanischen Bewerber fahren bereits heftige Attacken gegen den Präsidenten. Sie werfen Obama vor, Unternehmen mit zu viel staatlicher Einmischung in Ketten gelegt zu haben und für die lahmende Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich zu sein.

kng/DPA DPA

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