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Wahl-Krimi in den USA 269 : 269 — Wer wird US-Präsident, wenn es einen Gleichstand gibt?

Donald Trump und Joe Biden
Kampf ums Weiße Haus: Donald Trump (l.) und Joe Biden
© Jim Watson / Michael Brochstein / AFP / DPA
Das Rennen um die US-Präsidentschaft bleibt extrem eng. Zwar hat Joe Biden die besseren Chancen, die für einen Sieg nötigen 270 Electoral Votes zu erreichen, aber Donald Trump kann immer noch gewinnen. Und auch ein Patt ist möglich. Aber was dann?

Es ist die magische Zahl für jeden US-Präsidentschaftsbewerber: 270 von insgesamt 538 Electoral Votes muss ein Kandidat mindestens erreichen, um ins Weiße Haus einzuziehen. Die Lage bei der aktuellen Wahl sieht derzeit so aus: Amtsinhaber Donald Trump hat 213 Wahlmänner- und Wahlfrauenstimmen sicher, Herausforderer Joe Biden 253. Die Rennen in den noch offenen Bundesstaaten Pennsylvania, Georgia, Arizona und Nevada sind extrem knapp. Biden hat gute Chancen, am Ende als Sieger daraus hervorzugehen, aber auch Trump kann die 270er-Marke noch erreichen.

Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit: ein Patt. Trump und Biden könnten nach Auszählung aller Wahlzettel beide mit 269 Electoral Votes dastehen. Das Szenario, das dahin führen würde, ist nicht sehr wahrscheinlich und so ein Fall ist in der gesamten US-Geschichte auch erst drei Mal eingetreten — zuletzt im Jahr 1836 — dennoch hat die US-Verfassung dafür vorgesorgt.

Donald Trump wäre im Vorteil

Im 12. Verfassungszusatz, in dem festgelegt ist, wie der Präsident und der Vizepräsident gewählt werden, ist auch vorgeschrieben, wie bei einem Patt verfahren werden muss. Demnach fällt die Verantwortung für die Bestimmung des siegreichen Kandidaten bei einem Unentschieden dem neu gewählten US-Repräsentantenhaus zu. 

Auf den ersten Blick scheint diese Verfahrensweise Biden zu begünstigen, da die Demokraten im Repräsentantenhaus weiterhin über eine knappe Mehrheit verfügen. Doch der Scheint trügt, trotz ihrer Minderheit wären die Republikaner am Drücker.

Das liegt daran, dass nicht jeder Abgeordnete über den künftigen Präsidenten abstimmen darf. Stattdessen erhält jeder Bundesstaat, unabhängig von seiner Größe oder Bedeutung, nur eine einzige Stimme. Sämtliche Abgeordnete eines jeden Staates stimmen darüber ab, für welchen Kandidaten ihr jeweiliger Staat diese eine Stimme abgibt. Der Kandidat, der mindestens 26 der 50 möglichen Stimmen erhält, ist gewählt.

Da die Republikaner nach bisherigem Stand in einer größeren Anzahl von Bundesstaaten die Mehrheit haben dürften, als die Demokraten, könnten sie also Donald Trump für vier weitere Jahre zum Präsidenten machen.

Quellen: National Constitution Center"Times Now", ABC


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