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Zwischenwahl in den USA: Die Sozialistin, der Naziversteher und die Bomberpilotin - ein Blick auf Midterm-Kandidaten

In wenigen Tagen schreiten die Amerikaner zur Zwischenwahl, die auch ein Stimmungstest für US-Präsident Donald Trump ist. Wer tritt da an? Hoffnungsträger, Stars und Sonderlinge - einige Kandidaten im Überblick.

Midterms: Die kuriosesten Werbevideos zu den Midterm-Wahlen

In den USA wird alle zwei Jahre gewählt. In der Mitte der vierjährigen Amtszeit des US-Präsidenten finden die sogenannten "Midterm Elections" statt, die Zwischenwahlen, die nun am 6. November anstehen. Dabei werden das Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Wahlen gelten als Stimmungstest für das Staatsoberhaupt – und nicht selten gewinnt die Opposition. Doch die wirkt im Jahr 2018 zerfaserter und uneiniger denn je. 

Hoffnungsträger, Stars und Sonderlinge - einige Kandidaten im Überblick:

Alexandria Ocasio-Cortez - die Sozialistin

Alexandria Ocasio-Cortez

Alexandria Ocasio-Cortez

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Da wäre etwa die Demokratin aus der Bronx in New York City. Einerseits ist sie einer der Shootingstars der Partei, sie hat ihr wieder etwas Leben eingehaucht und verfügt sogar über Ideen, die über das reine Donald-Trump-Niedermachen hinausgehen. Andererseits nennt sich die 28-Jährige mit Arbeitereltern selbst "demokratische Sozialistin" – was in den USA eigentlich ein Schimpfwort ist. Doch seitdem Ex-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders mit genau dieser Selbstbezeichnung die Herzen vieler junger Amerikaner gewonnen hat, lässt sich damit zumindest in Großstädten punkten: Im Sommer jedenfalls gewann Ocasio-Cortez überraschend die Vorwahl und kandidiert nun für das Repräsentantenhaus.

Lesen Sie hier ein stern-Porträt über Alexandria Ocasio-Cortez

Peter Boykin - der erste Schwule

Nicht einmal 15 Prozent der Schwulen und Lesben in den USA haben vor zwei Jahren Donald Trump gewählt. Umfragen zufolge hat sich ihr Wohlbefinden seitdem eher verschlechtert, weshalb die Zustimmung für den Präsidenten in dieser Wählergruppe wohl rückläufig sein dürfte. Was aber nicht heißt, dass Trump nicht den einen oder anderen homosexuellen Fürsprecher hat. Peter Boykin aus North Carolina etwa, der sich um einen Sitz im Repräsentantenhaus bewirbt – als einziger homosexueller Kandidat seiner Partei. 

Steve King - der Nazi-Versteher 

Steve King

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So ziemlich das Gegenteil von Alexandria Ocasio-Cortez ist der Republikaner Steve King aus Iowa. Der Repräsentantenhaus-Abgeordnete war erst jüngst dadurch aufgefallen, dass er öffentlich die rechtsextreme Faith Goldy ("Nazis hatten gut durchdachte Ideen zu Juden") unterstützt, die Bürgermeisterin von Toronto werden will. Auch der niederländische Rechtsaußen Geert Wilders war bereits Adressat von Kings Respektsbekundung, ebenso wir die Französin Marine Le Pen. Seine Gegner lästern bereits: "King verbringt mehr Zeit damit, ausländische Neo-Nazis zu unterstützen, als sich darauf zu konzentrieren, was die Leute in seinem Distrikt brauchen", so sein Konkurrent J.D Scholten. King selbst hat sich über die Jahre zu einem strammen Rechten entwickelt. Über den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama sagte er einmal: "Schauen Sie sich doch an, wie ein Barack Obama aussieht, der möglicherweise der nächste Präsident sein wird – ich meine, was soll denn der Rest der Welt über uns denken?". King hat beste Chancen, wiedergewählt zu werden.

Sharice Davids - die erste Ureinwohnerin

Sharice Davids

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Als erste Frau mit Ureinwohner-Abstammung könnte die Demokratin Sharice Davids aus Kansas – die zudem homosexuell ist und einmal Mixed-Martial-Arts-Kämpferin war - in den US-Kongress einziehen. Davids, 38, vom Stamm der Winnebago beziehungsweise Ho Chunk wuchs als Kind einer alleinerziehenden Soldatin in eher prekären Verhältnissen auf - und sie führt in den Umfragen. Solche politische Karrieren sind wohl nur in den USA möglich.

Paul Gosar - das schwarze Schaf

Paul Gosar

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Ein Erzkonservativer vor dessen Wahl die eigenen Geschwister abraten – mit diesem Schicksal hadert der Republikaner Paul Gosar aus Arizona. In einem vielbeachteten Spot der Demokraten kritisieren ausgerechnet sechs Brüder und Schwestern den Kandidaten: "Er hört Ihnen nicht zu, er kümmert sich nicht um Ihre Interessen", heißt es in den Wahlkampfclips. Gosars sechs Geschwister werden in den Videos zunächst nur mit ihrem Vornamen vorgestellt, erst am Ende erfahren die Zuschauer, dass Gosar ihr Bruder ist. Der Konservative war 2011 mit Unterstützung der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung in den Kongress eingezogen. Als Reaktion auf die ungewöhnliche Nicht-Unterstützung schrieb Gosar auf Twitter: Sie alle seien "liberale Demokraten, die Präsident Trump hassen" und denen die "politische Ideologie wichtiger ist als die Familie" und überhaupt sei er "Mamis Liebling".

Lesen Sie hier die ausführliche Geschichte über Paul Gosar

Martha McSally - die Bomberpilotin

Martha McSally

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"Ich war Bomberpilotin und rede auch so. Deswegen habe ich den Republikanern in Washington gesagt, sie sollen sich Eierstöcke besorgen und ihren Kram auf die Reihe kriegen." Viel mehr muss man über Martha McSally aus Arizona eigentlich nicht sagen. Außer vielleicht, dass sie bereits zweimal ins Repräsentantenhaus gewählt wurde, nun als Senatorin kandidiert und die erste Bomberpilotin der USA war, die Kampfeinsätze geflogen hat. 

Beto O'Rourke – der weiße Obama

Beto O'Rourke

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In Texas galt in den letzten Jahrzehnten eigentlich immer: Keine Chance den Demokraten. Beto O'Rourke schert sich nicht darum und die Massen sind elektrisiert, wenn der 46-Jährige irgendwo auftaucht. Der Mann, den sie den "weißen Obama" nennen, ist der Hoffnungsträger der Demokraten, nicht nur für den Senat, für den er kandidiert. Irgendwann könnte er es sogar ins Weiße Haus schaffen, hoffen sie. In Texas aber stehen seine Chancen derzeit nicht so gut, obwohl O'Rourke mehr als 61 Millionen US-Dollar an Spenden gesammelt hat - fast doppelt so viel wie sein Konkurrent Ted Cruz. Auch bei den Ausgaben für soziale Netzwerke wie Facebook liegt er vorn. Und obwohl der Süden stock konservativ ist, braucht der Republikaner Cruz die Hilfe von Präsident Trump – ausgerechnet dem Mann, der ihn stets als "Lyin' Ted" geschmäht hat – als "Lügen-Ted".

Will Hurd - der Trump-Gegner

Will Hurd

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Die Zwischenwahlen werden auch zeigen, wie sehr die republikanische Partei auf Trump-Kurs ist. Werden seine Unterstützer bestätigt, dürfte der Präsident weiterhin in Ruhe gelassen werden, ganz gleich, wie umstritten sein Kurs auch sein mag. Anders jedoch, wenn die Karte Trump nicht mehr zieht – und Leute wie Will Hurd aus Texas triumphieren sollten. Der frühere CIA-Mann ist einer der wenigen Republikaner, die offen ihrem Präsidenten widersprechen. Und das auch noch bei Trumps Kernthema, der Einwanderung. Hurds Wahlkreis liegt direkt an der Grenze zu Mexiko und ist besonders von illegalen Übertritten betroffen. 

Quellen: "The Guardian", "Time", CNN, "The Daily Beast", BBC

mit DPA/AFP
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.