Wer als Kongressabgeordneter mit der US-Airline Delta Airlines fliegt, reist in der Regel sehr komfortabel. Die Fluggesellschaft bietet verschiedene Privilegien an: Die Politiker bekommen Begleiter zur Seite gestellt, die sie am Flughafen unterstützen (sogenannte Airport-Escorts) oder erhalten bessere Sitzplätze.
Auf solche Extrabehandlungen müssen die Volksvertreter nun zumindest zeitweise verzichten. Delta Airlines hat angekündigt, das Serviceangebot für Politiker vorübergehend stark zurückzufahren. So werden keine Airport-Escorts, die zum Beispiel beim Check-in oder der Orientierung auf dem Flughafen helfen, mehr zur Verfügung gestellt.
Auch Sitzplatz-Upgrades und kostenlose Umbuchungen fallen weg. Stattdessen sollen Kongressabgeordnete wie alle anderen Passagiere ihrem Status im Treueprogramm der Airline entsprechend behandelt werden.
CEO von Delta Airlines schreibt offenen Brief an Abgeordnete
Hintergrund ist der Teil-Shutdown in den USA, der seit mittlerweile mehr als einem Monat andauert und unter anderem das Personal an Flughäfen hart trifft. Die Beamten der Verkehrssicherheitsbehörde TSA werden derzeit nicht bezahlt. Das bleibt auch so, bis sich Demokraten und Republikaner auf einen Haushalt einigen.
Delta-CEO Ed Martin und Chefs anderer US-Fluggesellschaften haben sich bereits mit einem offenen Brief an die Abgeordneten gewandt. Dass die Beamten derzeit kein Gehalt bekämen, sei „einfach inakzeptabel“. „Es ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, Essen zu kaufen, sein Auto zu tanken oder die Miete zu zahlen, wenn man nicht bezahlt wird“, heißt es in dem Schreiben. Die Airline-Chefs fordern die Abgeordneten beider Parteien auf, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.
Reservierungshotline bleibt
Das Streichen der Extrabehandlung kann als kleines Druckmittel dafür gesehen werden. „Deltas oberste Priorität nach der Sicherheit ist die Betreuung unserer Mitarbeiter und Kunden – was im aktuellen Umfeld zunehmend schwieriger geworden ist“, teilte die Fluggesellschaft mit.
Kleiner Trost für die Abgeordneten: Der sogenannte Capital Desk, ein Telefonservice eigens für Flugreservierungen von Politikern, bleibt vorerst erhalten. Und sollte sich der Kongress auf eine Lösung im Haushaltsstreit einigen, dürften auch die übrigen Privilegien wieder eingeführt werden.
Quellen: Delta Airlines, „New York Times”