VG-Wort Pixel

Corona in den USA Einreise in die Vereinigten Staaten nur noch für vollständig Geimpfte

Ankunftsbereich im Flughafen Washington Dulles International
Ankunftsbereich im Flughafen Washington Dulles International
© epa Shawn Thew / DPA / Picture Alliance
Aus Angst vor einer Ausbreitung der Delta-Variante hatten die Vereinigten Staaten im März Einreisebeschränkungen verhängt. Diese werden nun gelockert – allerdings nur für vollständig Geimpfte.

Die USA wollen eine vollständige Corona-Impfung zur Vorbedingung für eine Einreise in ihr Land machen. Washington entwickele "einen stufenweisen Ansatz, der im Laufe der Zeit bedeuten wird, dass ausländische Staatsangehörige, die in die Vereinigten Staaten reisen – aus allen Ländern – vollständig geimpft sein müssen", sagte ein Beamter des Weißen Hauses. Dabei werde es "begrenzte Ausnahmen" geben. Einen Zeitrahmen nannte der Beamte nicht.

Man wolle Reisen wieder ermöglichen und die Wirtschaft und Flugindustrie ankurbeln. Wegen der Delta-Variante sei man allerdings noch nicht bereit, alle Restriktionen aufzuheben, wie der Beamte der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Die Arbeitsgruppen, die sich mit diesem Thema befassen, "entwickeln eine Politik, um zu gegebener Zeit auf dieses neue System umsteigen zu können". Ziel sei es, dieses "nachhaltig und sicher" zu gestalten.

Noch sind viele Fragen offen

Über die genaue Umsetzung der Impfpflicht für Einreisende wird aktuell noch diskutiert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, steht das Weiße Haus mit den Fluggesellschaften in Kontakt. Konkret gehe es dabei um die Frage, welche Impfnachweise bei der Einreise aus dem Ausland anerkannt werden. Unklar sei zudem, ob Personen, die mit einem in den USA noch nicht zugelassen Vakzin geimpft wurden, dennoch einreisen dürfen. Auch die Frage, inwiefern die Impfpflicht für Einreisende aus Mexiko oder Kanada gelten soll, bleibe bisher unbeantwortet.

Erst Ende Juli hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, betont, die verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Ländern würden vorerst nicht aufgehoben. Zur Begründung verwies sie darauf, dass sich die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus "sowohl hier als auch im Ausland" ausbreite. Die USA hatten im Januar 2020 die Einreise für Bürger Chinas eingeschränkt. Im Frühjahr wurden diese auch auf die EU, Großbritannien und des Iran ausgeweitet. Später kamen weitere Länder hinzu, darunter Brasilien und Indien. Ausnahmen vom US-Einreiseverbot gelten unter anderem für Studenten, Journalisten und Geschäftsleute.

EU und Reisebranche dringen auf Lockerungen

US-amerikanischen Medienberichten zufolge ist der Druck, die Reisebeschränkungen aufzuheben unter anderem durch Stimmen aus der Reisebranche gestiegen. Auch die EU, die ihre Einreisebeschränkungen für US-Bürger bereits im Juni aufgehoben hatte, dringt seither in Washington darauf, es ihr gleichzutun und auch die Wirtschaft und durch die Regelungen getrennte Paare fordern eine Aufhebung des US-Einreiseverbotes. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich bei ihrem Besuch in Washington Mitte Juli für eine Aufhebung eingesetzt. Präsident Joe Biden sagte damals eine rasche Überprüfung der Regelungen zu. Seine Experten würden prüfen, "wie bald" die Beschränkungen aufgehoben werden könnten.

Vielen erscheint das Einreiseverbot auch angesichts der raschen Impffortschritte in Europa zunehmend absurd. Zudem können Europäer, so sie denn Geld und Zeit haben, die Beschränkungen umgehen, indem sie sich zwei Wochen in einem Drittstaat wie Mexiko aufhalten. Nach Ablauf von 14 Tagen können sie dann problemlos in die USA fliegen.

Infektionszahlen in den USA steigen wieder

Einem Bericht des Senders CNN zufolge waren die US-Behörden bereits vor Monaten kurz davor, die Einreisebeschränkungen aufzuheben, entschieden sich aber wegen der steigenden Infektionen durch die Delta-Variante wieder dagegen. Noch im Juni war die Zahl der Corona-Infektionen in den USA auf durchschnittlich 10.000 gesunken. Wegen der Delta-Variante stieg die Zahl zuletzt wieder auf 80.000 pro Tag. Nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) macht die Mutante mittlerweile 90 Prozent aller Infektionen in den Vereinigten Staaten aus.

Emotionale Nachricht: Krankenschwester aus den USA beweint Corona-Grauen

Verantwortlich für die steigenden Fallzahlen dürften unter anderem Staaten mit niedriger Impfquote und der nachlässige Umgang mit Corona-Schutzmaßnahmen sein. Erst vergangenen Dienstag forderte Biden einige republikanische Gouverneure auf: "Wenn Sie schon nicht helfen, dann gehen Sie wenigstens den Leuten aus dem Weg, die versuchen, das Richtige zu tun." In manchen Bundesstaaten sei die Maskenpflicht verboten, kritisierte der Präsident. Texas verhängte sogar Geldstrafen, wenn ungeimpfte Studierende an den Universitäten zum Tragen einer Maske aufgefordert würden.

Quellen: Reuters, New York Times, CNN, Independent

cl / AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker