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Versteck in Pakistan: Osama bin Laden soll komfortabel leben

Die internationale Kontaktgruppe für Afghanistan hat in Rom über die Lage am Hindukusch beraten. Es werde erwartet, dass der NATO-Gipfel im November den Prozess zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen einläute, sagte der deutsche Beauftragte für Afghanistan und Pakistan, Michael Steiner, am Montag in Rom.

Die internationale Kontaktgruppe für Afghanistan hat in Rom über die Lage am Hindukusch beraten. Es werde erwartet, dass der NATO-Gipfel im November den Prozess zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen einläute, sagte der deutsche Beauftragte für Afghanistan und Pakistan, Michael Steiner, am Montag in Rom. Unterdessen wurden Details zum mutmaßlichen Versteck von Extremistenführer Osama bin Laden bekannt.

Auf dem NATO-Gipfel in Lissabon soll nach Diplomatenangaben der Rahmen für die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte festgelegt werden. Dieser soll im nächsten Jahr beginnen und bis 2014 abgeschlossen sein. Der Zeitrahmen sei jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Abzug der internationalen Truppen, sagte Steiner, der das Treffen in Rom leitete. Zunächst gehe es darum, die Vorbedingung für einen Rückzug zu erfüllen.

An den Gesprächen in Rom nahmen die Gesandten aus 46 Staaten teil, darunter erstmals auch ein Vertreter des Iran und der Organisation der Islamischen Konferenz. "Wir erkennen an, dass der Iran in der friedlichen Bewältigung der Lage in Afghanistan eine Rolle spielen muss", sagte der US-Gesandte Richard Holbrooke. Steiner betonte, dass die "gesamte internationale Gemeinschaft" für Stabilität in Afghanistan zusammenarbeiten müsse.

Ein Vertreter der NATO gab laut CNN detaillierte Informationen über das mutmaßliche Versteck des El-Kaida-Chefs preis. Bin Laden lebe in einem recht komfortablen Haus im Nordwesten Pakistans unter dem Schutz der Bevölkerung und von Geheimdienstagenten. "Niemand von El Kaida lebt in einer Höhle", zitierte CNN den namentlich nicht genannten NATO-Vertreter. Die USA vermuten bin Laden seit langem in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion und haben ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) auf ihn ausgesetzt.

Der El-Kaida-Chef werde "jederzeit von rund 100 bis 150 fanatischen arabischen Leibwächtern bewacht, die zu allem bereit sind", sagte der Terror-Experte Rolf Tophoven bild.de. Deshalb sei es "illusorisch, dass Osama bin Laden jemals lebend gefangen genommen wird". Ein Selbsttötungsszenario sei "viel wahrscheinlicher", sagte Tophoven.

Pakistan wies den Vorwurf zurück, bin Laden Unterschlupf zu gewähren. "Osama bin Laden ist nicht in Pakistan", sagte Innenminister Rehman Malik. Wenn es Hinweise auf einen Aufenthaltsort von bin Laden und anderen Islamistenführern in seinem Land gebe, würde Islamabad "Maßnahmen ergreifen", ergänzte er.

Im Südwesten des Landes griffen Aufständische unterdessen erneut Laster mit Treibstoff für die NATO-Truppen im benachbarten Afghanistan an. In der Grenzprovinz Baluchistan steckten Rebellen insgesamt drei Fahrzeuge in Brand.

AFP / AFP