HOME

Trauer um US-Senator: Von Würdigung kein Wort - das twittert Donald Trump zum Tod von John McCain

"Charakter, Mut, Ehre" und "ein Patriot höchsten Ranges": Auf Twitter würdigen Weggefährten das politische Vermächtnis des US-Senators John McCain. Die Nachricht des US-Präsidenten Donald Trump fällt dagegen denkbar knapp aus. 

John McCain und Donald Trump

US-Präsident Donald Trump nimmt Abschied von John McCain - mit zwei knappen Zeilen

AFP

Trauer um John McCain: Der US-Senator starb am Samstag im Alter von 81 Jahren an einem schweren Krebsleiden. Erst einen Tag zuvor hatte seine Familie verkündet, die Krebstherapie des US-Senators abzubrechen: "Der Fortschritt der Krankheit und die Unerbittlichkeit des Alterns haben ihr Urteil gefällt", erklärte McCains Familie am Freitag.

Auf Twitter nehmen Familienmitglieder und Weggefährten Abschied von John McCain und würdigen seinen Mut und seine Standhaftigkeit. "Manche Menschenleben sind so strahlend, dass es schwer fällt sich vorzustellen, sie könnten enden. Einige Stimmen sind so kräftig, dass man nur schwer glauben kann, sie könnten verstummen. John McCain war ein Mann von tiefer Überzeugung und ein Patriot höchsten Ranges", schrieb der republikanische Ex-Präsident George W. Bush auf Twitter. Dazu postete er ein Bild, das ihn und John McCain in vertrauter Pose im Oval Office, dem Büro des US-Präsidenten, zeigt. 

Lob und Würdigung kam auch vom ehemaligen US-Vize-Präsidenten und Demokraten Joe Biden via Twitter: "John McCains Leben ist der Beweis, dass einige Wahrheiten zeitlos
sind. Charakter, Mut, Integrität, Ehre", schrieb Biden. "Er hat nie die Sicht auf das verloren, an was er am meisten geglaubt hat: Zuerst das Land." 

Ähnlich äußerte sich auch US-Verteidigungsminister James Mattis: "Wir haben einen Mann verloren, der unerschütterlich die höchsten Ideale unseres Landes repräsentierte. (...) Senator McCain stellte den Dienst an der Nation immer vor sich selbst."

Obama würdigt John McCain: "Dafür stehen wir alle in seiner Schuld"

Barack Obama, ehemaliger demokratischer US-Präsident, würdigte die Tapferkeit des verstorbenen US-Senators: "Wenige von uns wurden so herausgefordert, wie John es einst wurde,
oder mussten den Mut zeigen, den er gezeigt hat. Aber wir alle können den Mut haben, das Wohl der Allgemeinheit über unser eigenes zu stellen. John zeigte uns in seinen besten Zeiten, wie das geht. Und dafür stehen wir alle in seiner Schuld."

John McCain war im Jahr 2008 als Präsidentschaftskandidat der Republikaner angetreten, verlor die Wahl aber gegen Obama.

Die Botschaft von US-Präsident Donald Trump fällt dagegen denkbar knapp aus: Auf Twitter veröffentlichte er einen Zweizeiler und sprach der Familie des Senators sein Mitgefühl aus: "Mein tiefstes Mitgefühl und Respekt gehen an die Familie von Senator
John McCain. Unsere Herzen und Gebete sind bei Euch!" Eine weitere Würdigung erfolgte zunächst nicht.

Das Verhältnis des US-Präsidenten und John McCain galt bis zuletzt als zerrüttet. McCain hatte im vergangenen Jahr gegen einen Gesetzesentwurf der eigenen Partei gestimmt, der die Krankenversicherung "Obamacare" in Teilen abgeschafft hätte. Trump verzieh ihm dieses Veto nie.

Trump spottete im Juli 2015 öffentlich über McCain, der während des Vietnamkrieges in Gefangenschaft geraten und gefoltert worden war. McCain sei kein Kriegsheld, erklärte Trump damals. "Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen worden sind."

Trump war seinerzeit dem Wehrdienst entgangen.

ikr, mit Agentur