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Vorwahlkampf der US-Republikaner: Favorit Mitt Romney im Kreuzfeuer

Er scheint als Bewerber auf die Präsidentschaftskandidatur die besten Chancen zu haben: Doch bei einer hitzigen TV-Debatte der US-Republikaner musste sich Mitt Romney einiger unangenehmer Vorwürfe erwehren.

Der Vorwahlkampf der Republikanerum die US-Präsidentschaft hat deutlich an Schärfe gewonnen. Besonders der momentan aussichtsreichste Bewerber Mitt Romney ist durch harte Angriffe seiner Kontrahenten unter Druck geraten. In einer TV-Debatte in Las Vegas (Nevada) warf ihm der texanische Gouverneur Rick Perry vor, rund ein Jahr lang wissentlich illegale Einwanderer beschäftigt und darüber gelogen zu haben. Romney sei ein Scheinheiliger, wenn er sich nun für schärfere Einwanderungsregeln ausspreche.

Perry bezog sich auf Vorwürfe, die schon im vergangenen Vorwahlkampf vor vier Jahren aufgekommen waren, als sich Romney ebenfalls um die republikanische Kandidatur beworben hatte. Wie damals bestritt der ehemalige Gouverneur von Massachusetts am Dienstagabend (Ortszeit) energisch, bewusst Arbeiter ohne Aufenthaltserlaubnis beschäftigt zu haben.

Illegale zum Rasenmähen beschäftigt

Er räumte lediglich ein, eine Firma zum Rasenmähen auf dem Grundstück seines Hauses beauftragt zu haben, die Illegale mit gefälschten Papieren beschäftigte. Diese seien aber umgehend entlassen worden, als er davon erfahren habe. Romney kanzelte den Vorwurf als Verzweiflungstat von Perry ab. Dessen Umfragewerte waren in den vergangenen Wochen deutlich gesunken.

Erneut erklären musste sich Romney wegen seiner religiösen Ausrichtung. Als Mormone stößt er vor allem bei evangelikalen Wählern auf Misstrauen. Ins Kreuzfeuer seiner Kontrahenten geriet er abermals auch, weil er in Massachusetts eine Gesundheitsreform durchgesetzt hatte, die der von US-Präsident Barack Obama ähnelt. Die Republikaner lehnen das 2010 im Bund verabschiedete Gesetzeswerk ab und wollen es im Falle eines Wahlsieges vollständig abschaffen.

Der ehemalige Pizzakönig holt auf

Besonderes Augenmerk galt dem früheren Pizzakönig Herman Cain, der zuletzt deutlich an Beliebtheit gewann und in einer aktuellen Umfrage nur noch einen Prozentpunkt hinter Romney liegt. Gegen seine sechs anwesenden Konkurrenten verteidigte der Afroamerikaner seinen umstrittenen Steuerplan mit dem Slogan "9-9-9", der einen einheitlichen Satz von neun Prozent für die Einkommens- , Unternehmens- und Mehrwertsteuer vorsieht. Cain sagte, seine Kritiker würden den Plan nicht verstehen.

In einer am Dienstag vor dem TV-Duell veröffentlichten CNN/ORC-Umfrage hatten sich 25 Prozent für Cain ausgesprochen, während 26 Prozent Romney unterstützten. Der Drittplatzierte Perry, der ursprünglich als Favorit galt, lag weit abgeschlagen. Allerdings hielten die meisten der Befragten Cain nicht für den möglichen Sieger der parteiinternen Vorwahlen: 51 Prozent meinten, Romney habe die besten Chancen, nur 18 Prozent sagten dies von Cain.

Die Vorwahlen der Republikaner beginnen nach bisherigem Stand am 3. Januar im Bundesstaat Iowa. Die Präsidentenwahl findet im November 2012 statt. Obama tritt dann für die Demokraten zur Wiederwahl an.

be/DPA/AFP / DPA