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Lockere Waffengesetze In den USA dürfen Jugendliche kein Bier trinken, aber Waffen kaufen

Das Recht auf Waffenbesitz spaltet die Gesellschaft in den USA.


In der Verfassung ist das Recht im sogenannten „Second Amendment“ – der zweite Zusatzartikel verankert.


Er heißt: „Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“


Dieses Gesetz ist seit Bestehen der Verfassung 1791 in Kraft. Wie sieht es heute aus? Acht Fakten über US-Waffengesetzte:


1. 1934 wurde das erste Waffengesetz durchgesetzt – 142 Jahren nach der Verfassung. Der nationale Schusswaffen-Akt versteuert die Herstellung, den Verkauf und Transport von Schrotflinten, Gewehren und Schalldämpfern. Kostenfaktor für den Privatbesitz: Steuern in Höhe von 200 US-Dollar pro Gerät – für die damalige Zeit eine sehr hohe Summe.


2. Das Bundesgesetz regelt den Verkauf von Handfeuerwaffen: Erst ab einem Alter von 21 Jahren darf so eine Waffe erworben werden. Allerdings gibt es in vielen Bundesstaaten Ausnahmeregelungen: Ein Sturmgewehr, wie es bei den Schießereien in Las Vegas und Florida benutzt wurde, darf man in 43 Bundesstaaten ab 18 Jahren kaufen.


3. In Minnesota darf ein 14-Jähriger  eine Langwaffe kaufen – wenn er auf dem Land lebt. In der Stadt ist das erst ab 16 Jahren legal. Diese Art von Gewehr verwenden dort viele Jäger.


4. Vorbestrafte, Menschen, die eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, und Patienten, die sich unfreiwillig in psychiatrischen Einrichtungen befinden, dürfen keine Schusswaffen kaufen.


5. Ab einem Alter von 21 Jahren dürfen US-Bürger Waffen kommerziell verkaufen. Eine Lizenz, die drei Jahre gültig ist, kann man für 300 US-Dollar erwerben.


6. Jede Person darf Feuerwaffen ohne Lizenz verkaufen, wenn sie nicht durch wiederholte und regelmäßige Verkäufe ein Geschäft darum aufbauen will. Dann braucht man eine Lizenz.


7. Eine Prüfung des Vorstrafenregisters ist nötig, wenn man ein Gewehr im Laden kauft. Wenn man eine Waffe aber auf einem Flohmarkt oder unter Bekannten kauft, muss der Käufer nicht überprüft werden.


8. Seit dem Massaker im Oktober 2017 in Las Vegas und trotz eines immer wieder geforderten Verbots sind „Bump Stocks“ oder "schnellfeuerkolben"  immer noch legal. Dieses Waffenzubehör verwandelt ein semiautomatisches Sturmgewehr in ein automatisches.
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Unter Umständen ist dazu nicht mal eine Überprüfung erforderlich. Doch nicht nur der Erwerb, sondern auch der Verkauf von Waffen wird kaum kontrolliert.

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