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Wahl in Kroatien: Stichwahl in zwei Wochen

Bei den Präsidentschaftswahlen in Kroatien hat es keinen Sieger gegeben. Deshalb kommt es in zwei Wochen zu einer Stichwahl zwischen Staatspräsident Stipe Mesic und der Familienministerin Jadranka Kosor.

Der kroatische Staatspräsident Stipe Mesic hat bei der Präsidentenwahl am Sonntag zwar die meisten Stimmen erhalten, aber die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Der 70-jährige Mesic tritt dann gegen Familienministerin Jadranka Kosor an, die den zweiten Platz belegte. Insgesamt traten 13 Kandidaten an. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp über 50 Prozent.

Die Präsidentenwahl wird von vielen Beobachtern als Test für die Regierungspartei HDZ gewertet. Diese wurde vom früheren Präsidenten Franjo Tudjman gegründet, hat sich inzwischen aber von ihren nationalistischen Wurzeln getrennt und in eine konservative Partei nach westeuropäischem Vorbild gewandelt.

Mesic gilt als Motor demokratischer Reformen

Mesic gilt im In- und Ausland als Motor demokratischer Grundsätze und Reformen. Nationalisten betrachten ihn als Verräter, weil er die Strafverfolgung kroatischer Kriegsverbrecher befürwortet. Er hat die Unterstützung der meisten Oppositionsparteien. Zudem plant er den Beitritt seines Landes zur EU.

Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen kam Amtsinhaber Mesic laut Wahlkommission auf 49,03 Prozent. Kosor erreichte 20,18 Prozent. Den dritten Platz belegte mit 17,80 Prozent der Geschäftsmann Boris Miksic, der in Wählernachfragen von zwei Instituten mit knapp 20 Prozent auf Platz zwei gelegen hatte. Er sprach nach Bekanntgabe der offiziellen Zahlen von Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung.

Beide Kandidaten glauben weiter an ihren Sieg

Mesic, der seit 2000 Staatsoberhaupt Kroatiens ist, bezeichnete das Ergebnis der ersten Wahlrunde als "brillanten Sieg". Er zeigte sich zuversichtlich, dass er die Stichwahl am 16. Januar gewinnen werde. Die 51-jährige Kosor von der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ) gab sich ebenfalls mit Blick auf die zweite Wahlrunde siegesgewiss. Ihr Ziel sei das Erreichen der Stichwahl gewesen, und die werde sie gewinnen, sagte sie.

AP / AP